Zum Inhalt springen

Beliebte «Unverpackt-Läden» Ein Laden ganz ohne Verpackung

Verpackungsfreie Läden: Es gibt sie schon in Sitten, Luzern, Basel, Winterthur und Zürich. Ihre Vorbilder stammen aus Berlin, aber auch aus den USA. Die Läden «Chez Mamie» aus dem Wallis sind eine Erfolgsgeschichte, deshalb sollen noch weitere Läden ihre Türe öffnen.

Mehrere dunkelblaue gefüllte Abfallsäcke am Strassenrand.
Legende: Wer verpackungsfrei einkauft, spart an Kehrichtgebühren. Keystone

Was sind «Unverpackt-Läden»? Ein Lebensmittel-Laden, der seine Produkte ohne Verpackung verkauft. Die Produkte – meistens auch Bio-Fairtrade und aus der Region. Das Wachstum ist ein Teil eines grösseren Trends: «Zero-Waste», oder zumindest ein Versuch. Allerdings sind die «Unverpackt-Läden» genau dort entstanden, wo die letzten Bastionen gegen die Abfallsackgebühren sind. Ein Beispiel dafür ist «Chez Mamie, Link öffnet in einem neuen Fenster» aus Sitten. Inzwischen bestehen im Franchise-System sieben Läden, davon vier im Wallis und je einer in den Kantonen Waadt, Zürich und Bern. «Chez Mamie»-Miteigentümerin Eslyne Charrier stellt fest: Auch wenn die Produkte teurer sind, kaufen Kunden nur die Menge ein, die sie auch konsumieren. Neben dieser Kette gibt es weitere Läden die, ebenfalls verpackungsfreie Produkte verkaufen.

Spart man Geld? Laut Charrier, sind Kunden eher bereit, mehr für die angebotenen Bio- oder regionalen Produkte zu bezahlen als in grossen Supermärkten. Es wird aber nur die Menge gekauft die konsumiert wird. Das kann günstiger sein. Zweitens: Mit der Einführung oder bestehenden Kehrrichtsackgebühren, würden Konsumenten die eingekaufte Verpackung reduzieren, um ihre Entsorgungsgebühren zu reduzieren. Das Bundesamt für Umwelt (bafu) schätzt, dass rund ein Drittel des privaten Hauskehrichts von insgesamt rund 1,8 Millionen Tonnen Verpackungsmaterial sei.

Bald auch bei Migros und Coop? Ja und Nein. Coop-Sprecherin Angela Wimmen: «Insgesamt haben wir in den letzten fünf Jahren rund 3000 Tonnen Verpackungsmaterial eingespart.» Bei der Migros hiess es, dass sie zwischen 2013 und 2016 insgesamt 2726 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch optimiert sagte Sprecherin Christine Gaillet. Aber, Gaillet sagt auch, dass es nicht sinnvoll sei, gänzlich auf Verpackung zu verzichten. Verpackungen schützen die Produkte beim Transport und vor dem Verderb. Die Verpackung eines Lebensmittels trage nur zu einem sehr kleinen Teil zur Umweltbelastung des gesamten Produktes bei – in der Regel liege diese unter 4 Prozent.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Was ist mit den unglaublichen Verpackungen vom Elektrogeräten? Schon mal ein Ladekabel, eine Speicherkarte oder ein Natel gekauft! Da kannn ich noch viel Gemüse in Säcklein packen bis ich jenen Verpackungsmüll produziert habe. Diese Säcklein - Sparerei ist gut, ist aber nicht mehr als ein mainstream. Mit Umweltbewusstsein hat das nichts zu tun. Übrigens: Sogar die Abfallsäcke sind aus Plastik! Ironie der Verpackungsgeschichte;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Nun ja, wer unhygienisch einkaufen will soll das ruhig machen. Ich lehne es ab Produkte zu kaufen die vielleicht schon 10 Leute in der Hand hatten und weiss ich wieviele Male angehustet wurden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Bin ihrer Meinung. Ich bin schon ein wenig gehemmt beim Früchte-, Gemüsestand, wenn ich sehe wie herumgedrückt wird....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen