Vorschlag für neues Modell «Ein Preisanstieg käme alleine der Wasserkraft zugute»

In der Schweiz sollen private Kunden und KMU ihren Strom künftig komplett aus einheimischer Wasserkraft beziehen. Das verlangt die Energiekommission des Nationalrats mit 17 zu 5 Stimmen. Ein mutiger und guter Entscheid findet deren Kommissionspräsident Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO).

SRF News: Warum hat man sich für diesen Weg entschieden?

Stefan Müller-Altermatt: Die Kommission hat den Handlungsbedarf zur Stützung der Wasserkraft erkannt. Und sie hat auch gemerkt, dass wenn schon der Endkunde einen Beitrag an die Wasserkraft leisten soll, dieser auch direkt der Wasserkraft zugutekommt und nicht anderen Energieformen.

SRF News: Wenn es so kommt, dann bekommen die Kunden nur noch Strom aus einheimischer Wasserkraft. Was sind die Folgen für die Konsumenten?

Deswegen ist dieser Entscheid eben mutig. Weil diese Folgen man noch nicht abschätzen kann. Es gibt Netzbetreiber, die Wasserstrom bereits als Standardprodukt angeboten haben, dort wird sich nicht viel ändern.

Es gibt aber auch andere, die haben sich auf dem freien Markt einen Mix besorgt und dies wird nicht mehr möglich sein. Und hier stellt sich die Frage was passiert: Schmälert sich allenfalls die Marge der Elektrizitätsversorger oder gehen die Preise für die Konsumenten hoch? Es wäre ein Anstieg, der der Wasserkraft zugutekommt.

Es ist eine staatliche Regulierung, wenn das Parlament diesen Vorschlag durchwinkt. Wie schätzen sie die Chancen in den Räten ein?

Das hängt davon ab, was die Abklärungen in den nächsten Monaten ergeben, wie die Einschätzungen der Elektrizitätsunternehmen dann herauskommen und dann eben auch, was die politische Würdigung dieser Idee ist. Für eine Prognose ist es heute noch zu früh.