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Die Zahl der Grenzgänger steigt
Aus Tagesschau vom 24.06.2021.
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Entwicklung über 25 Jahre Zahl der Grenzgänger hat sich mehr als verdoppelt

  • 343'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger wurden 2020 in der Schweiz gezählt.
  • Das sind fast zweieinhalb Mal so viele wie vor 25 Jahren als ihre Anzahl noch 140'000 betrug.
  • Auch im Coronajahr 2020 wurde eine Zunahme registriert, allerdings eine geringe.
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Aus dem Archiv: Basel kritisiert Corona-Tests für Grenzgänger
Aus Schweiz aktuell vom 25.01.2021.
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6.7 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Fast alle stammten aus Nachbarländern.

Die meisten Grenzgängerinnen und Grenzgänger, nämlich über 98 Prozent, arbeiten in Grenzkantonen.

Genf hat mit 90'000 Grenzgängerinnen und Grenzgängern nur in absoluten Zahlen die Mehrheit, am meisten arbeitende Zollpendler weist das Tessin mit 29 Prozent auf.

Jährlich rund 2.7 Prozent mehr

Vergleicht man die vom Bundesamt für Statistik (BFS) für das vierte Quartal 2020 veröffentlichten Zahlen mit den Verhältnissen von vor 25 Jahren fällt eine Verschiebung von den Kantonen Basel zu Genf auf: 1996 arbeiteten 28.6 Prozent aller Schweizer Grenzgängerinnen und Grenzgänger in den beiden Basel und 18.9 Prozent in Genf. Im vierten Quartal 2020 kam nur noch jeder sechste Schweizer Grenzgänger in die Gegend ums Rheinknie (-11.8 Prozentpunkte), dafür 26.8 Prozent nach Genf (+7.9 Prozentpunkte).

An der Grenze. Autos und Motos stehen Schlange. Auf einem Schild steht frontalieri und altri. Es ist abends.
Legende: Hat prozentual am meisten Grenzpendlerinnen und -pendler: das Tessin. Keystone

Letztes Jahr betrug die Zunahme an Grenzgängern insgesamt in der Schweiz etwas unter zwei Prozent, ungefähr wie 2018. Spitzenwerte wurden in den Jahren 2006 und 2011 gemessen mit Zunahmen von über 9 Prozent. Abgesehen von den Jahren 1996 bis 1998, als die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger leicht zurückging, war der Anstieg in den letzten Jahren beinahe linear um durchschnittlich 2.7 Prozent im Jahr.

Personenfreizügigkeit mit wenig Auswirkung

Die Zunahme stagnierte in den ersten Jahren nach 2002, obwohl damals die Personenfreizügigkeit eingeführt wurde. Durch die schrittweise Öffnung des Schweizer Arbeitsmarktes wurden die Bedingungen für den Erhalt einer Grenzgängerbewilligung erleichtert. So wurde Mitte 2002 die tägliche Rückkehrpflicht für Grenzgängerinnen und Grenzgänger durch eine wöchentliche Rückkehrpflicht ersetzt. In der Statistik schlug sich das nicht gross nieder.

Das BIP hat Einfluss

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Wichtiger als die Arbeitsmarktliberalisierung erwies sich für Grenzgängerinnen und Grenzgänger laut Statistik das Wirtschaftswachstum. Das Wachstum der Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger korreliert mit dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP). Je besser die Wirtschaft läuft, desto mehr ausländische Arbeitskräfte werden benötigt. Spitzen waren in den Jahren um 2000, 2006, 2011 und 2019 auszumachen.

Deutlicher waren die Zuwächse in der Folge der zweiten Phase der Übergangsperiode ab Juni 2004, als der Inländervorrang und die Lohnkontrolle abgeschafft wurden. Die Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger wuchs zwischen Ende 2004 und 2007 um durchschnittlich 6.5 Prozent pro Jahr auf 210'000 Personen Ende 2007. Danach pendelte sich die Zahl der Grenzpendler auf 3.9 Prozent ein.

Am meisten arbeiten in der Industrie

Verglichen mit den inländischen Erwerbstätigen waren Grenzgängerinnen und Grenzgänger im 4. Quartal 2020 überdurchschnittlich häufig in der Industrie tätig. Von den inländischen Erwerbstätigen arbeiteten nur 20.6 Prozent im sogenannten sekundären Sektor, bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern 32.3 Prozent.

Von Kanton zu Kanton verschieden

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Wie viele Grenzgänger in welchem Wirtschaftszweig arbeiten, unterscheidet sich nach Kanton. In den Kantonen Jura und Neuenburg beispielsweise sind ein Fünftel bis ein Viertel der Zollpendler in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren tätig. In Basel und im Aargau ist die Chemieindustrie das häufigste Betätigungsfeld.

Wie bei den Inländern auch überwog bei Grenzgängerinnen und Grenzgängern der tertiäre Sektor: Während 77.1 Prozent aller inländischen Erwerbstätigen Ende 2020 im Dienstleistungsbereich arbeiteten, waren es bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern lediglich 67 Prozent. Allerdings wächst ihr Anteil: Seit Einführung der Personenfreizügigkeit nahm die Zahl der Grenzgänger im tertiären Sektor um 200 Prozent zu, im sekundären aber nur um 54 Prozent.

SRF 4 News, 24.06.2021, 11 Uhr.;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Grenzgänger profitieren in verschiedener Hinsicht: tiefe Lebenshaltungskosten im eigenen Land und vorteilhafte steuerliche Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern einerseits und von Löhnen auf Schweizer Niveau andererseits. Mittlerweile gibt es auch Schweizer Bürger, die sich ihr "Heimetli" ennet der Grenze suchen - und so zu Grenzgängern im eigenen Land werden. Ob diese Entwicklung sinnhaft sei, sollen unsere gewählten Politiker entscheiden.
    1. Antwort von Franz Heeb  (fheeb)
      Es gibt auch Wirtschaftsregionen (z.B. Kanton St. Gallen und Vorarlberg) die schon lange eng miteinander verbunden sind.
      Hier ist es eher eine willkürliche Grenze, die einen Wirtschaftsraum trennt.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Wenn Betriebe in den Grenzregionen nur noch mit Grenzgänger*innen überleben können, wäre es möglicherweise besser, sie würden die Betriebe ins Ausland verlagern.
    1. Antwort von Franz Heeb  (fheeb)
      Diese Betriebe zahlen aber in der Schweiz Steuern.
      Es ist erstaunlich wie in gewissen Kommentaren auf die Grenzgänger als Menschen zweiter Klasse heruntergeschaut wird.

      Ich empfehle diesen Personen mal zu hinterfragen, welches ihr Beitrag dazu war, dass sie Schweizer sind oder in der Schweiz leben dürfen.
  • Kommentar von Pierre Bayerdörfer  (pb59)
    Nie wurden Unternehmen gezwungen (auch nicht mit der PFZ) Grenzgänger anzustellen resp. gegen 50+ auszutauschen. Allerdings ist es schon ein Hohn, wenn sich gerade diese Seite dafür stark macht, das Rentenalter für Männer und Frauen schrittweise je nach Modell auf 66-70 Jahre anzuheben. Die Kreise die das fordern, sind die gleichen, die Arbeitskräfte ab 45 (PK Progression sei Dank) entlassen und stets einen schlanken Staat fordern.