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Asbest-Opfer wollen Entschädigung
Aus 10 vor 10 vom 27.03.2014.
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Schweiz Erhalten Schweizer Asbestopfer 500 Millionen Franken?

Asbest-Opfer und deren Angehörige gehen in die Offensive. Nach dem wegweisenden Urteil des europäischen Gerichtshof für Menschenrechte fordern sie vom Bundesrat die Einrichtung eines Entschädigungsfonds. Der könnte für die Wirtschaft teuer werden.

Das Urteil des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vor zwei Wochen war wegweisend. Strassburg kritisierte die Schweizer Verjährungsfrist bei Asbestopfern von 10 Jahren. Der Grund: Viele Opfer erkranken erst nach mehr als 10 Jahren nach dem letzten Kontakt mit Asbest.

200‘000 Franken pro Opfer

Der Bund hat nun die Möglichkeit, das Urteil an die nächste Instanz weiter zu ziehen. Doch genau das will der «Verein für Asbestopfer» verhindern. Der Sendung «10vor10» liegt der Forderungskatalog der Vereinigung vor, welcher an den Bundesrat geschickt wurde.

Das Begehren: Die Betroffenen fordern die Einrichtung eines Entschädigungsfonds, welcher von den betroffen Industrie-Firmen und der Suva gespeist werden soll. «Wir möchten eine unbürokratische Lösung. Wir stellen uns vor, dass man Entschädigungen in der Höhe von 200‘000 Franken pro Opfer ausrichten würde», sagt Opfer-Vertreter David Husmann in «10vor10».

Suva bleibt zurückhaltend

Sollten sich alle Schweizer Asbestopfer dem Modell anschliessen, müsste der Fonds bis 2020 voraussichtlich rund 500 Millionen Franken bereit stellen. Bei der Schweizerischen Unfall-Versicherung Suva zeigt man sich zwar gesprächsbereit, bezüglich dem Fonds aber noch sehr zurückhaltend.

«Die Suva kann zum heutigen Zeitpunkt zum Fonds nicht Stellung nehmen, weil wir Zweck und Details nicht kennen», sagt Franz Erni, Leiter Rechtsabteilung der Suva.

Die Eternit AG meldet sich schriftlich: «Wir sind an dieser Diskussion interessiert, denn wir haben wegen der Asbestvergangenheit unserer beiden Werke eine soziale, nicht aber eine rechtliche Verantwortung.»

Kommt es zur Prozess-Lawine?

Opfer-Anwalt David Husmann droht mit einer Prozess-Lawine sollte die Fonds-Lösung nicht zu Stande kommen.

Bis heute sind laut Schätzungen in der Schweiz rund 2000 Menschen an den Folgen von Asbest gestorben. Jedes Jahr kommen 100 neue Fälle hinzu. Der Höhepunkt der Erkrankungen wird für 2020 erwartet. Bis dann könnten schätzungsweise rund 2500 Menschen an Asbestfolgen gestorben sein.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger , 6370 Stans
    Muss der Staat wieder ausbaden, was die Wirtschaft eingelöffelt hat?
    1. Antwort von B. Küng , Biel
      Frau Zelger, wenn Sie vor Abgabe Ihres Kommentars den Artikel richtig gelesen hätten, wäre Ihnen nicht entgangen, dass der Entschädigungs-Fond von den betroffenen Unternehmen und der Suva gespiesen werden soll. Also nix Staat!
  • Kommentar von Thomas Schmid , Rapperswil
    Es wird Stephan Schmidheiny letztlich kaum etwas anderes übrigbleiben, als sich von einem substantiellen Teil seines Vermögens zu trennen und den Opfern bzw. Hinterbliebenen ein akzeptables Entschädigungsangebot zu machen. Dann liesse bestimmt auch der Staatsanwalt in Italien mit sich reden.
    1. Antwort von E.Wagner , Zug
      Er kann auch nichts mitnehmen wen er abtreten muss, darum ist ihre Idee genial und wäre umsetzbar