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Zwei Männer sitzen auf einem Bett in einem Zelt.
Legende: Die meisten befragten Asylbewerber schlafen lieber in oberirdischen Zelten als in unterirdischen Zivilschutzanlagen. Keystone
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Schweiz Erste Asylbewerber schlafen in Zelten

Letzte Woche sorgte der Kanton Aargau mit der Notlösung der Armeezelte gegen überfüllte Asylzentren für Aufsehen. Nun schlafen bereits die ersten Asylbewerber darin. Sie finden die Zelte besser als die unterirdischen Zivilschutzanlangen. Mit etwas kämpfen sie aber alle.

Sieben dunkelgrüne Zelte stehen unter hohen Bäumen im Garten einer Asylunterkunft in Aarau. Die Armeezelte sind 14 Meter lang und fünf Meter breit. Im Innern stehen ein Dutzend schmale Einzelbetten und Schränke, wo die Leute ihre Habseligkeiten lagern können. Es hat Strom und Licht. Elf Männer wohnen zurzeit hier – für 60 hätte es Platz.

«Es ist wirklich sehr kalt hier»

Diejenigen, die hier sind, wirken zufrieden. Momentan gäbe es nur ein Problem: Kalt sei es hier im Zelt, sagt ein Asylbewerber aus Lybien. Und auch ein Flüchtling aus dem Sudan machen die kalten Nächte Mühe. «Es ist wirklich sehr kalt hier.»

Kein Wort davon, dass die Asylbewerber in den Zelten Bett an Bett schlafen und kaum Privatsphäre haben. Tagsüber sind die Männer im Garten der Asylunterkunft oder in der Stadt. Sie können auch die Räume des Nebengebäudes benutzen. Dieses wird von Flüchtlingsfamilien bewohnt. Duschen und Toitoi WC's befinden sich im Garten. Ausserdem bietet der Kanton den Asylbewerbern im Zeltlager auch Deutschkurse an.

Idee kommt bei anderen Kantonen an

Die Idee mit den Zelten sei durchwegs gut angekommen, erklärt Balz Bruder vom Aargauer Sozialdepartement. Man sei schlicht überfordert gewesen, für die vielen Asylbewerber einen Schlafplatz zu finden. Deshalb habe man auf diese Massnahme zurückgegriffen. «Wir stellen fest, dass diese Idee mit den Zelten durchaus auf Interesse gestossen ist. Der Kanton Bern etwa überlegt auch, auf die Armee zuzugehen.»

Bloss, was ist besser? Die Unterbringung im Zelt oder in einem unterirdischen Bunker? Für Balz Bruder ist das Zelt klar die bessere Lösung und dies findet auch die Mehrheit der befragten Asylbewerber, wie dieser Mann aus dem Sudan. Im Zelt fühle man sich freier und als in einer unterirdischen Unterkunft. Und der Nachteil mit der Kälte im Zelt dürfte sich mit der nächsten Hitzewelle, die anrollt, dann auch noch erledigen.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann , Stein am Rhein
    Alles halb so schlimm mit der Kälte. Im Winter gibt es dann Wärmelampen wie ich sie neulich in einer Geflügelfarm gesehen habe.
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    1. Antwort von Kurt E. Müller , Zürich
      Aber, aber, Herr Christmann. Im Winter ist das doch nicht mehr zumutbar für die armen Flüchtlinge. So was ginge höchstens mit unseren Rekruten und Soldaten. Ich bin aber sicher, dass einige Multikulti Befürworter und Gutmenschen im Winter freiwillig Platz in ihren geheizten Häusern machen. Selbstverständlich aus reiner Überzeugung, ohne Entschädigung vom Staat.
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    2. Antwort von P. Stalder , Luzern
      Ja, alles halb so schlimm: Im Winter tauscht man die Zelte einfach in Iglus, wie dies die Inuits schon seit Generationen erfolgreich praktizieren.
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    3. Antwort von R.Jacky , R. Jäggi
      @P. Stalder. Genau, und für unsere Kinder können sie dann so die Zeit tot schlagen, indem sie schöne Schneemänner bauen. Das wird dann;ein Resengaudî!
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  • Kommentar von Ernst Baumann , O-Rohrdorf
    Desserteure sollten nicht besser gestellt werden, als im eigenen Land. Auch ich durfte für mein Land dienen. Ich habe mich deswegen nicht beschwert.
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    1. Antwort von Doris Loegel , Fulenbach
      Herr Baumann,Sie sind zwar mit Ihrer Meinung als ehemals strammer Schweizer Soldat hier im Forum und bei vielen rechtsbürgerlichen Schweizerwählern in guter Gesellschaft.Es bedarf trotzdem etlicher Scheuklappen die man sich aufsetzen muss,um den Dienst am Vaterland Schweiz ernsthaft mit einem Militärdienst in einem willkürlich diktatorischen Staat zu vergleichen...
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    2. Antwort von Ernst Baumann , O-Rohrdorf
      Frau Löffel, sie kennen unsere Asylgesetzgebung nicht. Militärdienstverweigerung gilt nicht als Asylgrund. Mit Ihrer Aussage müssten alle Militärpflichtigen der ganzen Welt aufgenommen werden. Ich glaube, da müsste vom Bodensee bis zum Matterhorn alles verbaut werden, damit wir genügend Platz hätten. Gehen Sie mal mit gutem Beispiel voran und nehmen ein paar Asylbewerber bei sich auf. Betreuung inklusive, die ganze Woche, rund um die Uhr gehört dazu.
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    3. Antwort von Doris Loegel , Fulenbach
      Herr Baumann,ich kenn unsere Asylgesetzgebung sehr wohl.Bis vor kurzem war Militärdienstverweigerung noch ein Asylgrund.Leider wird von vielen Gegnern dieser Flüchtlinge keine Differenzierung zwischen Militärdiktatur und normalem Militärdienst gemacht.Ich bin nicht gegen den Militärdienst,auch in der Schweiz nicht, ich halte ihn im angemessenen Rahmen durchaus für sinnvoll.Nur ist es absolut lächerlich,unseren Friedensdienst mit dem willkürlichen Militärdiktaturdienst vergleichen zu wollen.
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  • Kommentar von Beppie Hermann , Bern
    «Es ist wirklich sehr kalt hier.» Sie haben es sich wohl anders vorgestellt,bevor sie herkamen.Es müsste inzw.jedem klar sein,dass Perspektivelosigkeit kein Aufnahmegrund sein kann,denn es sind Abermillionen,sozusagen alle,die in solchen Ländern leben.Was Bürger längst wissen,vorgestern berichtet:Rasantes Bevölkerungswachstum in Afrika+Asien.Ist es nicht pervers,dort auf grösseren Flächen als unsrern eigenen anzubauen,um die Leute durchzufüttern,die wegen Hunger+Hoffnungslosigkeit zu uns kommen?
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