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Schweiz Fall Behring: Bundesanwalt rennt drohender Verjährung hinterher

Ein Verbrechen ist so komplex, dass die Ermittlungen länger dauern als die Verjährungsfrist. Dies tritt auf den Fall Dieter Behring zu. Vor elf Jahren brach dessen Anlagesystem zusammen. Tausende von Anlegern hatten das Nachsehen. Es soll nun zur Anklage kommen. Für einige Taten wohl zu spät.

«Die Anklage wird beim Bundesstrafgericht Ende Sommer, spätestens Anfang Herbst eingereicht werden», sagte André Marty, Sprecher der Bundesanwaltschaft, der Nachrichtenagentur sda. Gemeint ist jene gegen den mutmasslichen Anlagebetrüger Dieter Behring.

Portrait des mutmasslichen Anlagebetrügers Dieter Behring an einer Pressekonferenz im Jahr 2004.
Legende: Die von Dieter Behring angenommenen Gelder sollen in ein Schneeballsystem geflossen sein. Keystone / archiv

Behring wird verdächtigt, zwischen 1998 und 2004 Anleger um mehrere hundert Millionen Franken betrogen zu haben. Insgesamt gibt es laut Marty rund 2000 Geschädigte.

Einige Taten dürften inzwischen verjährt sein

Wirtschaftsdelikte, wie sie Behring vorgeworfen werden, verjähren nach 15 Jahren. Für einige Taten könnte die Verjährung daher bereits eingetreten sein.

Im August 2014 hatte ein Behring-Opfer eine Beschwerde wegen Verfahrensverschleppung eingereicht und gefordert, die Bundesanwaltschaft solle sofort Anklage erheben. Die lange Verfahrensdauer erklärt Marty mit der Komplexität des Verfahrens.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler, Winterthur
    Schweizerjustiz: Einen kleinen Ganoven zu verurteilen ist keine Kunst, bei den grösseren wird es schwierig, oder besser gesagt der Wille und die Ueberzeugung fehlt, das sind Fakten.
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    1. Antwort von René Mühlemann, Wädenswil
      Fakten sind auch: 'Kleine Leute' können sich keine teuren Anwälte leisten. Diese verzögern mit allen möglichen juristischen Tricks die Verfahren und streben damit eine Verjährung der Straftaten an.
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  • Kommentar von R. Bünzli, Bern
    Die Gericht und die Bundesanwaltschaft werden halt von gewissen Vereinen und Personen wie dem VCS, IG Fantasie, Asylanten, etc. auf Trab gehalten und haben dann keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen und dringenden Kriminalfälle, welche es zu verhandeln gibt. Dies auch dank linken Politikern (Richtern), welche einseitig gewisse Leute und Vereine mit Samthandschuhen anfassen.
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  • Kommentar von Nemo Tenetur, Bern
    Als man die Bundesanwaltschaft ins Leben rief, erhoffte man sich, durch attraktive Saläre des Bundes einige in Wirtschaftskriminalität bewanderte und erfahrene Staatsanwälte aus den international ausgerichteten Kantonen Zürich oder Genf einzustellen. Doch die kamen nicht. Stattdessen stellte man Untersuchungsrichter ein, die im Kanton Freiburg (wo einfachste Betrugsdelikte zu den Wirtschaftsdelikten gezählt werden) aufgrund des Justizskandales untragbar wurden. Und jetzt muss ausgemistet werden.
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