Kandidatur für den Bundesrat FDP-Frauen wittern mit Moret Morgenluft

Das Wichtigste in Kürze

  • Lange sah der Tessiner FDP-Nationalrat Ignazio Cassis schon fast wie der sichere Nachfolger für den zurücktretenden Bundesrat Didier Burkhalter aus.
  • Doch die Bundesratsersatzwahl verspricht doch noch etwas Spannung.
  • Möglich machen es die FDP-Frauen, denn: Sie wollen die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret unterstützen, die am Donnerstag von ihrer Kantonalpartei nominiert wurde.

Die FDP-Kandidaten positionieren sich

4:23 min, aus 10vor10 vom 11.8.2017

«Ich denke, es ist klar, dass wir uns hinter diese Kandidatur stellen werden», sagt die Nationalrätin und Präsidentin der FDP-Frauen, Doris Fiala. Das sind schon fast kämpferische Töne, wenn man sie mit früheren Aussagen vergleicht, denn: Gerade nach der Rücktrittsankündigung von Didier Burkhalter gab sich die FDP-Frauenpräsidentin noch sehr zurückhaltend mit der Forderung nach einer Frauenkandidatur.

Wenn nicht jetzt, dann halt das nächste Mal, hiess es. Und: Man müsse auch auf den regionalen Ausgleich – sprich das Tessin – schauen. Doch weil die Tessinerin Laura Sadis nicht kandidiert und vor allem, weil Bundesrätin Doris Leuthard in der Zwischenzeit ebenfalls ihren Rücktritt per Ende Legislatur ankündigte, habe sich die Ausgangslage verändert, sagt Fiala.

«  Ich denke, es ist klar, dass wir uns hinter diese Kandidatur stellen werden. »

Doris Fiala
Präsidentin FDP-Frauen

Schliesslich wäre so nämlich im schlimmsten Fall nur noch eine Frau im Bundesrat. «Die Frauenfrage ist ganz eindeutig mit dieser Aussage und dieser Tatsache noch befeuert worden. Und von daher glaube ich, dass es wichtig ist, dass wir FDP-Frauen uns jetzt ganz dezidiert hinter Isabelle Moret stellen», sagt Fiala.

Doch diese Frauenunterstützung allein reicht nicht, um Moret zur Bundesrätin zu machen. Das weiss auch Fiala. Die Männer müssten mitziehen. Wenn nicht aus feministischen, dann halt aus taktischen Gründen.

«  Und von daher glaube ich, dass es wichtig ist, dass wir FDP-Frauen uns jetzt ganz dezidiert hinter Isabelle Moret stellen. »

Und hierbei gebe es gerade in der Deutschschweiz einige Männer, die mit einer Frau aus der Romandie gut leben könnten – um sich die eigenen Bundesratsambitionen für eine nächste Vakanz zu erhalten.