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Schweiz Festhalten und geniessen: Dieses Postauto fährt sich selbst

In Sitten verkehren nun zwei selbstfahrende Postautos. Mit 20 km/h rollen sie zwischen Stadtzentrum und Bahnhof. Es ist das erste Mal, dass in der Schweiz solche Busse eingesetzt werden. Allerdings: die Shuttles fahren nicht immer – und montags nie.

Legende: Video Selbstfahrende Postautos - eine Schweizer Premiere abspielen. Laufzeit 4:08 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 23.06.2016.

Zum ersten Mal in der Schweiz kommen selbstfahrende Busse im öffentlichen Verkehr zum Einsatz. In Sitten verkehren zwei solcher Postautos.

Die elektrisch angetriebenen Busse waren in den vergangenen Monaten auf Privatgelände getestet. Sie verkehren zwischen dem Stadtzentrum und dem Bahnhof.

Bei den Testfahrten bis im Oktober 2017 ist stets ein Sicherheitsfahrer an Bord. Er kann über einen der zwei Notfallknöpfe in den Shuttles eine Vollbremsung einleiten. Zudem hilft er Fahrgästen mit Rollstühlen oder Kinderwagen beim Ein- und Aussteigen.

Mit 20km/h durch die Stadt

Die Fahrzeuge wurden nach den ersten Tests aufgerüstet. Sie verfügen neu über eine Klimaanlage, eine permanente Lüftung und Scheibenwischer für eine freie Sicht durch die Frontscheibe. Eine zweite Batterie vergrössert zudem die Reichweite der Shuttles, damit sie zwischen sechs und zwölf Stunden ohne Aufladen rollen können.

Zudem wurden die Fahrzeuge mit einer Rampe ausgerüstet, damit sie für Personen mit eingeschränkter Mobilität frei zugänglich sind. Die selbstfahrenden Busse erreichen eine Geschwindigkeit von maximal 20 km/h und verfügen über elf Sitzplätze.

Kein Betrieb am Montag

Die gesetzlichen Bestimmungen für den Einsatz autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Strassen sind derzeit noch nicht abschliessend geregelt. Vorerst verkehren die Busse von Dienstag bis Sonntagnachmittag.

Auf einer Haltestelle auf der Place du Midi sehen die Fahrgäste auf einem Bildschirm in Echtzeit, wo sich die beiden Fahrzeuge befinden. Auch über eine App können Passagiere die Position der Shuttles abrufen.

Die Postauto Schweiz AG empfiehlt Fahrgästen, sich vorgängig über den Einsatz der Fahrzeuge zu informieren. Ob diese verkehren, hängt auch von der Wetterprognose, dem Zustand der Strassen, Veranstaltungen oder Baustellen auf der Route ab.

Die neue Attraktion in Sitten – der gelbe «Flitzer», der gemächlich und vor allem ohne Fahrer durch das Städtchen rollt.
Legende: Die neue Attraktion in Sitten – der gelbe «Flitzer», der gemächlich und vor allem ohne Fahrer durch das Städtchen rollt. Keystone

Bestehe Buslinien bleiben erhalten

Das Transportunternehmen testet mit den Shuttles die Möglichkeit, Orte zu erschliessen, die bisher nicht vom öffentlichen Verkehr bedient werden können. Dazu zählen Fussgängerzonen, autofreie Ortschaften oder Firmengelände. Es ist jedoch nicht das Ziel, bestehende Busslinien durch autonome Fahrzeuge zu ersetzen.

Am Projekt sind auch die ETH Lausanne (EPFL), die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO), die Stadt Sitten und der Kanton Wallis beteiligt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Michelle Frick (michelle16)
    Tolle technik. Verbraucht extrem viel strom, geringer platz, fährt extrem langsam und fährt wenig. Super sache und über den elektrosmogg wird nicht berichtet, obwohl es ja bewiesen wurde, dass wenn man zuviel elektrowellen abbekommen, häufiger kopfschmerzen bekommt. Ist interessant, wie sich die berechtig über elektronik in den letzten jahren geändert hat. Sehr interessant und glaubenswürdig.
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Da kann ich Sie vielleicht beruhigen, Frau Frick, Elektroautos sind meines Wissens mit Gleichstrom niedriger Spannung unterwegs und erzeugen nur wenig Elektrosmog. Wechselstrom hoher Spannung wie bei Ueberlandleitungen und der Eisenbahn sind natürlich etwas anderes, da hält man gerne Abstand. Auch die klassischen Stromsparlampen und Leuchtstoffröhren sollte man besser auf Distanz halten.
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    2. Antwort von Michelle Frick (michelle16)
      Ja, da stimme ich ihnen zu, aber ob man wirklich danit auch auto fährt bezweifle ich sehr. Wenn ich mir denke, wie viel strom ein handy braucht, ohne akw's ist dies nicht möglich.
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  • Kommentar von Samir Vetterli (S. Vetterli)
    Es ist schon ungläubig wie die SRF es schafft, von einem Projekt zu berichten ohne die Entwickler ein einziges Mal zu erwähnen (in der Reportage). Anstatt gerechter Kredit an unseren ETHs und Wissenschaftlern zu geben, spricht die Post als ob sie selbst daran geforscht hätte. Eine Schande... Man hätte quasi das Gefühl, man versuche die westschweizer Hochschulen und ihre Leistungen zu verbergen, dafür aber werden deutschsprachigen Hochschulen zu jeder Gelegenheit erwähnt.
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Wissenschaft und Forschung haben grundsätzlich einen schweren Stand in der Newsbranche, meistens laufen sie unter der Abteilung "Kuriosa" wenn wieder irgendwo ein Frosch mit sieben Beinen entdeckt wird. Ansonsten ist halt nur ein geringer Teil der Menschheit an diesen Themen interessiert. Leider.
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  • Kommentar von Thomas Schneider (schneider)
    Wie steht es mit der Rollstuhlgängigkeit der autonomen Postautos, wenn der Sicherheitsfahrer nach Abschluss der Testfahrten nicht mehr mit an Bord ist?
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Das Fahrzeug verfügt über 2 Schiebetüren die sich zur Seite hin öffnen, so dass ein Rollstuhl in voller Breite hineinfahren kann. Eine Hilfsperson ist dazu vermutlich nicht notwendig. Allerdings scheint es als hätte nur ein einzelner Rollstuhl in der Mitte Platz, zusätzliche Passagiere müssten dann halt vorher einsteigen und auf der Seite Platz nehmen.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Und wie steht es mit uns Fahrgästen.. Aha, festhalten und geniessen? Wird er dann bei jedem Hinterniss auf der Strasse eine Vollbremsung einleiten.? Vielleicht benötigt es auch eine Zusatzversicherung zur Unfallversicherung.? Ich weiss, ich bin ein Schisshase, aber eine menschliche Reaktion ist mir lieber.
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    3. Antwort von Thomas Schneider (schneider)
      Platz schön und gut, Herr Starnberger, aber wie steht es mit dem Höhenunterschied von der Strasse zum Postauto? Das Postauto scheint ja nicht an bestimmten Haltestellen zu halten, bei denen die Passagiere stufenlos einsteigen können. Im Artikel heisst es zwar (jetzt) etwas von einer Rampe, aber wie wird diese ausgeklappt, wenn der Testfahrer nicht mehr an Bord ist? Schweizer Beförderungsbetriebe weigern sich ja selbst bei Neubestellungen, Geld für elektrische Rampen auszugeben.
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