Filme sollen nigerianische Migranten abschrecken

Die Abschreckungsmethode ist ungewöhnlich: Nigeria und die Schweiz wollen eine Filmreihe produzieren. Diese soll Auswanderungswilligen zeigen, welche Probleme sie erwarten.

Polizisten aus Nigeria und der Schweiz kontrollieren einen nigerianischen Mann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Migrationspartnerschaft: Polizisten aus Nigeria und der Schweiz kontrollieren einen nigerianischen Mann. Keystone

Die Schweiz, das Paradies: Viele Nigerianerinnen und Nigerianer träumen von einem Leben in der Eidgenossenschaft. 2746 Nigerianer stellten im letzten Jahr ein Asylgesuch.

Der Bund will mit einem Aktionsplan die Verfahren beschleunigen und die Personen, die kein Asyl erhalten, schneller zurückführen. Vorgesehen ist aber auch die Prävention vor Ort. Mit speziellen Sensibilisierungskampagnen sollen Nigerianer davon abgehalten werden, sich auf die lange, gefährliche und häufig hoffnungslose Reise zu begeben.

Spielfilm zur besten Sendezeit

Mario Gattiker, Direktor des Bundesamts für Migration, sagt gegenüber SRF: «Es ist geplant, einen Spielfilm zu drehen, der in unterhaltsamer Weise die Probleme mit der Migration aufzeigt.» Staatliche und private Fernsehsender sollen diesen Film zu den besten Sendezeiten ausstrahlen.

Die Idee dazu kam von der nigerianischen Seite. Der Film mit mehreren Folgen soll in Nigeria produziert werden. Laut dem Bundesamt für Migration besteht ein Grobkonzept, ein konkretes Projekt müsse noch erarbeitet werden.

Ziel: Realität abbilden

Der Staatssekretär des nigerianischen Aussenministeriums Martin Uhomoibhi sagt, Nigeria sei bekannt für seine Filme: «Mit dem Film wollen wir die Realität abbilden und die Herausforderungen der Migration zeigen». Man wolle einen wahren Film machen.

Das Bundesamt für Migration schätzt das Budget auf rund 300'000 Euro und sucht nach EU-Staaten, die diesen Film mitfinanzieren wollen. Er soll nächstes Jahr herauskommen.

prus;brunet