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Schweiz Finanzielle Engpässe am Monatsende sind keine Ausnahme

Arme, reiche Schweiz: Fast die Hälfte der hier Lebenden kann die Rechnungen nicht fristgemäss zahlen. Trotzdem glaubt die Mehrheit, die Finanzen im Griff zu haben.

Mann zeigt seine leere Hosentasche.
Legende: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Obwohl die Löhne hoch sind, herrscht oft am Monatsende Flaute in der Haushaltskasse. Keystone

In der Schweiz kämpfen viele Menschen mit finanziellen Engpässen. Laut einer Studie hat ein Viertel Ende Monat nach Bezahlung der Rechnungen kein Geld mehr übrig. Und rund 45 Prozent haben ihre Rechnungen in den letzten sechs Monaten aus Geldmangel nicht rechtzeitig bezahlen können.

Das sind Ergebnisse der jetzt veröffentlichten zweiten «European Consumer Payment»-Umfrage des Inkassounternehmens Intrum Justitia. Die neuste Studie bestätigt die letztjährige Erhebung.

Jugendliche schauen pessimistisch in die Zukunft

Trotzdem sind 60 Prozent der Schweizer Befragten der Meinung, dass sie eine gute oder sehr gute Kontrolle über ihre finanziellen Ausgaben haben. Als finanzielle Hauptsorgen werden die Gesundheitskosten, Versicherungsausgaben und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes genannt.

Ernüchternd ist, dass eine grosse Mehrheit der jungen Menschen in ganz Europa wenig Vertrauen in ihr finanzielles Wohlergehen hat. Nur jeder Fünfte der 15- bis 24-Jährigen glaubt, dass genau diese Altersgruppe erfolgreich mit Geld umgehen kann. Für den «European Consumer Payment»-Bericht wurden über 20'000 Personen in 21 europäischen Ländern befragt.

34 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Das Konsumverhalte ist das Eine, die seit Jahrzehnten gleichen Löhne sind das Andere. Wie will man mit 17.-/Std. bei ständig wachsenden Kosten wie Miete, Krankenkasse, Zahnarzt, Steuern, usw. noch durchkommen? Unsere Damen und Herren in Bern kümmert das wenig, haben die doch Ihre hohe Rente sicher. Was sollen die sich da um den einfachen Bürger kümmern? Anstatt die Grundlöhne massiv anzuheben, labern die doch tatsächlich davon, Sozialhilfe zu besteuern. Arbeit soll sich für 17.- lohnen? Krank!
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  • Kommentar von marco bieri, thun
    Die Jungen Leute mit Jg 1970 und jünger haben halt nicht gelern wie man mit Geld umgehen muss weil sie aufgewachsen sind mit Luxus und schon mit 18jahrenein Auto kaufen. Wir älteren lernten noch was zuerst bezahlt werden muss also kein Luxus wie Handy, Ausgang,Alkohol,Auto etc. zuerst sparen und wenn das Geld langt in den Ausgang.
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    1. Antwort von Peter Steiger, schaffhausen
      Lieber Herr Bieri. Ihre pauschalisierte Aussage trifft nicht zu. Die techn. Entwicklung geht voran. Ihr Wandtelefon von anno ist heute das Mobile Phone. In der Ausbildung wird u.a. erwartet, dass der Lehrling oder Schüler einen PC besitzt. Das Angebot (Luxus?) wird ständig ausgeweitet und gezielt durch die Werbung an die Jungen gebracht. Ihre Generation ist für diese Situation ebenso verantwortlich.
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Also meine Eltern habens mir beigebracht, bin in den 70ern geboren. Aber sie haben schon recht, man lernts heute wahrscheinlich am ehesten von der Schulden Beratung.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      P.S./Hinzuzufügen ist den"Zwang" zur "Mobilität".Egal welcher Art und unausweichlich.Wird auch immer teurer.Die Abhängigkeit von Energien,welche immer höher besteuert werden.Etabliere Wollmilchschweine(Abzockerinstitutionen).Dazu kommt eine immer grössere Verschuldungs-Versuchung der Jungen,via Fun-Industrie und Drogen.
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  • Kommentar von u.felber, luzern
    Viele Leute können schlicht und einfach nicht mit Geld umgehen. Punkt! Heute kaufen und morgen bezahlen ist doch das Motto. Egal ob Auto, TV, Handy, PC, etc via Leasing oder mit Kreditkarte (18% Jahreszins!!!). Dann obendrauf eine über die Verhältnisse bezogene Wohnung, Ausgang und Ferien. Irgendwann kommt noch eine Steuerrechnung und die sind finanziell am ende. Die Hälfte dieser Leute mit finanziellen Problemen haben noch nie ein Budget gemacht oder über die zu hohen Fixkosten nachgedacht.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Wenn das Leben auf Pump aufhört, kracht das Schnneeballsystem zusammen. Wenn wenige immer mehr einnehmen (können müssen!), müssen andere immer mehr ausgeben - ausser die Wirtschaft wächst genügend, dass genügend rasch insgesamt neue Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden zur sozialverträglichen Finanzierung der Kapitalerträge.
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