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Finma fordert Banken zu Kulturwandel auf
Aus Tagesschau vom 17.06.2014.
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Schweiz Finma-Direktor Branson: «Es muss ein Umdenken stattfinden»

Die Finanzkrise ist zwar überstanden. Trotzdem sorgen die Schweizer Banken mit ihren Milliardenbussen regelmässig für dicke, negative Schlagzeilen. Der oberste Bankenaufseher, Mark Branson, ermahnt die Banken, sich zu bessern.

Der neue Direktor der Finanzmarktaufsicht Finma, Mark Branson, ruft die Banken zu konsequenterem Risikomanagement und mehr Selbstdisziplin auf. Fälle von unkorrektem Geschäftsverhalten hätten das Vertrauen in die Institute erschüttert.

Steueraffären und Verfahren wegen Marktmanipulation seien wiederkehrende Probleme, kritisierte Branson an der Jahresmedienkonferenz in Bern. Es müsse ein Umdenken stattfinden. Denn vielfach seien es verhaltensgetriebene Fälle. Banken müssten Wege finden, um nicht dauerhaft öffentlich auf der «Strafbank» zu sitzen.

Korrektes Verhalten belohnen

Ein angemessenes Risikomanagement sei das Schlüsselelement für den Erfolg. Dieses müsse vom Topmanagement vorgelebt und dürfe nicht von entgegenlaufenden Anreizsystemen ausgehebelt werden, sagte Branson. «Es muss klar sein, dass unkorrekt angestrebte Profite unerwünscht sind und schon gar nicht belohnt werden.»

Belohnt werden müsse dafür korrektes Verhalten, vorsichtiges Risikomanagement und sorgfältig durchgeführte interne Kontrollen, so der Ex-UBS-Banker. Die Banken hätten es in der Hand: «Sie müssen erkennen, dass sie Teil eines Gesamtsystems sind, das nur funktioniert, wenn der gesellschaftliche Grundkonsens dafür vorhanden ist.»

Anne Héritier Lachat und Mark Branson bei der Medienkonferenz im Medienzentrum des Bundeshauses.
Legende: Finma-Chef Branson: «Kulturwandel kann man nicht per Knopfdruck anordnen.» Keystone

Keine Berufsverbote ausgesprochen

Branson verteidigte den Verzicht auf Eingriffe im Topmanagement der Credit Suisse im Nachgang der Steueraffäre. Es sei nicht Aufgabe der Finma, «ein politisches Urteil über die Frage zu fällen, wer für ein Geschäftsmodell verantwortlich ist, das in der Schweiz jahrzehntelang praktiziert und nicht nur von Banken, sondern auch von den Behörden und der Politik toleriert und teils unterstützt wurde».

Finma-Präsidentin Anne Héritier Lachat pflichtete Branson in diesem Punkt bei. «Köpfe rollen lassen ist nicht unser Kernbusiness.» Es bestünden teilweise zu hohe Erwartungen an die Finma, was ihre Möglichkeiten der Einflussnahme beträfen.

Köpfe rollen lassen ist nicht unser Kernbusiness.
Autor: Anne Héritier LachatFinma-Präsidentin

«Zahnlose» Aufsichtsbehörde?

Warnen, rügen, in Erinnerung rufen: Mehr kann die Finma auf Basis der Schweizer Gesetze kaum tun. Doch Prävention alleine reicht nicht: Selbst Bussen scheinen das Geschäftsgebaren der Banken und ihrer Mitarbeitenden bislang nicht nachhaltig verändert zu haben.

Deshalb sei es «nicht unangemessen, jetzt zu warnen», damit ein Kulturwandel in der Branche stattfinde, mahnte der Finma-Direktor. Er sprach sich dabei für die «intelligente Nutzung von Leuten und Technologie» aus. So könne auch intern mehr Kontrolle ausgeübt und grobes, unethisches Fehlverhalten sanktioniert werden.

Klappe das nicht, führe dies zu immer mehr Regulierung und Repression. Doch eines sei sicher, ergänzte Héritier Lachat, Präsidentin des Verwaltungsrats der Finma: «Mehr Aufseher haben noch nie eine neue Finanzkrise verhindert.»

Mark Branson

Der Brite ist seit dem 1. April Direktor der Finma. Er ist der Nachfolger von Patrick Raaflaub, dessen Amt er bereits per 1. Februar interimistisch übernommen hatte. Raaflaub arbeitet inzwischen für den Rückversicherer Swiss Re. Wegen des abrupten Wechsels hatte die Finma die Jahresmedienkonferenz verschoben.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser , Zürich
    "...wer für ein Geschäftsmodell verantwortlich ist, das in der Schweiz jahrzehntelang praktiziert und nicht nur von Banken, sondern auch von den Behörden und der Politik toleriert......" Die Verantwortlichen haben abgezockt sind durch die korrupte Regierung gedeckt und das dumme Volk bezahlt die Bussen! Unsere Regierung erkläre ich als gesetzlos und kriminell! Wir müssen auf das Rütli für ein Reset der Schweiz.
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  • Kommentar von Christoph Grabener , Laupen
    ¨Belohnt werden müsse dafür korrektes Verhalten¨? Sicher nicht, das setze ich voraus! Bekomme ich Bussgeldgutschriften, wenn ich angepasst und gesetzlich korrekt Auto fahre? Unglaublich, dieses Anspruchsdenken...
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  • Kommentar von M. Keller , Thurgau
    Ich begrüsse JEDES Bussgeld für die Banken, denn solche Bussgelder stellen normalerweise das ENDE eines längerdauernden Verfahrens dar, sind also Vergangenheitsbewältigungen. Was mir etwas fehlt ist der Ausblick der Finma: wie steht sie zu dem, während der Finanz- und Eurokrise, angehäuften Euro-Lager der SNB, damit der Euro mind. 1.20 kostete? Wir waren zeitweise wieder auf 1.28, wird eine Obergrenze empfohlen bis das "Lager geräumt" wurde? Oder reitet der Franken auf dem Euro in's Verderben?
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    1. Antwort von R.Käser , Zürich
      @Keller, Sie begrüßen es, dass Sie und das Schweizer Volk die Bussen der Banken bezahlen kann!? Ich freue mich nicht wenn ich als Unschuldig die Bussen eines anderen als Vergangenheitsbewältigung bezahlen kann! Können sie mir Ihr "begrüßen" etwas genauer erklären?
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    2. Antwort von Kurt Schrag , Lieebefeld
      Schon vor beinahe 2000 Jahren haben die Banker kräftige Prügel erhalten. Genützt hat es nichts. Sie sind immer noch die gleichen Va.......!
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    3. Antwort von M. Keller , Thurgau
      Käser: nein, sondern das die Vorwürfe, die von Medien immer wieder als "Neu" verkauft wurden um gegen die "pösen Banken" zu hetzen, nun adacta gelegt werden können. Bez. "Volk muss zahlen" - da gibts ganz andere Positionen, die unnötig wären aber von Bern (und SP) abgesegnet... So haben die Banken jetzt die Möglichkeit, eine glaubhafte Weissgeldstrategie zu fahren, die Altlasten sind - via Busse (Strafe) - endlich weg.
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    4. Antwort von M. Keller , Thurgau
      K. Schrag: zweifellos. Aber seien wir ehrlich: so gibt es kein Verbesserungspotential?
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    5. Antwort von M. Keller , Thurgau
      Korrigenda (sry, etwas spät den Fehler gesehen), sollte heissen "Aber seien wir ehrlich: __WO__ gibt es kein Verbesserungspotential?" (nicht "so")... Sry...
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