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Plötzlich wollen alle fischen
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 12.03.2021.
abspielen. Laufzeit 11:07 Minuten.
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Fischer-Boom wegen Corona Fischers Fritz soll andere Fische fischen

Forellen und Egli sind beliebt. Nun will der Fischerei-Verband den Fischern auch einen anderen Fisch schmackhaft machen.

Corona löste in der Schweiz einen regelrechten Fischerei-Boom aus. Zum Beispiel im Kanton Bern: Hier wurden letztes Jahr über 8000 Tagespatente verkauft. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Auch bei den Bernischen Fischereikursen gab es im letzten Jahr mehr Teilnehmende - und das, obwohl wegen Corona während dreieinhalb Monaten gar keine Kurse durchgeführt wurden.

SCHWEIZ AESCHE FISCH DES JAHRES 2016
Legende: Die Äsche, einer der beliebten Fische in Schweizer Gewässern. Keystone

«Die Leute hatten mehr Zeit und das Fischen war auch während des Lockdowns erlaubt», sagt Thomas Vuille, Fischereiinspektor des Kantons Bern. Es sei kein Zufall, dass bei den Tagespatenten die Verkaufszahlen in die Höhe schossen. «Das Tagespatent wird oft von Wieder- oder Neueinsteigern gelöst.»

Die Leute hatten wegen Corona mehr Zeit und Fischen war immer erlaubt.
Autor: Thomas VuilleFischereiinspektor des Kantons Bern

Den Ansturm spüren auch die Fischereiläden. «Seit wir den Laden im letzten Mai wieder öffnen können, sind die Kundenzahlen praktisch explodiert», sagt Niklaus Wenger, der in der Stadt Bern einen Fischereiladen betreibt. Viele Kundinnen und Kunden seien Anfänger gewesen, welche sich gleich mit der ganzen Ausrüstung eingedeckt hätten, so Wenger.

Werbung für unbeliebten Fisch

Durch den Boom stehen also mehr Fischerinnen und Fischer am Ufer. Die Behörden wollen diesen Moment nutzen, um den Neulingen auch unbekannte Fische schmackhaft zu machen. Denn: Die meisten Fischer, versuchen Forellen oder Äschen an Land zu ziehen, andere Arten werden oft verschmäht. Deshalb hat der Schweizerische Fischerei-Verband den Alet zum Fisch des Jahres 2021 ernannt. Dies soll den Anglern zeigen, dass es auch noch andere Fische gäbe.

Bild eines Döbel alias Alet.
Legende: Döbel alias Alet: Der Fisch ist wegen seiner vielen Gräten unbeliebt. Das soll sich ändern. Keystone

Der Alet geniesst einen zweifelhaften Ruf. Von manchen Fischern wird er als «Katzenfutter» oder wegen seiner vielen Gräten als «Nadelkissen» tituliert. «Der Alet ist zu Unrecht in Verruf geraten», sagt Adrian Aeschlimann, Leiter beim Schweizerischen Kompetenzzentrum Fischerei. Viele hätten Angst, dass der Alet auf dem Teller nicht gut schmecke, dies sei aber klar ein Vorurteil, so Aeschlimann.

Fischer sollen nicht nur Forellen und Äschen fangen

Der Schweizerische Fischerei-Verband bietet auf seiner Internetseite Rezepte und sogar Online-Kochkurse an, um den Alet schmackhaft zuzubereiten.

Denn es sei wichtig, dass sich die Angler nicht nur auf einzelne Fischarten spezialisieren, sagt Adrian Aeschlimann. Mit dem Klimawandel werde sich die Fischerei längerfristig verändern. «Irgendein Fisch wird es aber immer haben in unseren Gewässern. Jetzt müsse man sich als Fischer halt daran gewöhnen, dass man sich nicht immer auf den gleichen Fisch konzentriert.»

Ein Fischer zeigt seine Forelle.
Legende: Forellen sind hoch im Kurs bei den Anglern. Keystone

Die Hoffnung liege nun auf der neuen Generation von Fischerinnen und Fischern, sagt Adrian Aeschlimann, vom Schweizerischen Kompetenzzentrum Fischerei: «Ich kann mir gut vorstellen, dass die neuen Angler mit weniger Vorurteilen an die Sache gehen und auch versuchen, einen eher unbeliebten Fisch zu fangen.» Denn: Egal was für ein Fisch, wenn einer anbeisst, sei das immer ein grossartiges Gefühl.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12.03.21, 12:03/17:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Peter Juillard  (Hanspiju)
    Die Zunahme der "Würmibader" ist nicht nur wegen Corona bedingt. Der Mehrverkauf von Tageskarten für 3-5 x Angeln pro Jahr ist wesentlich günstiger als das teure Jahrespadent von CHF 300.-
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Jetzt müssen also auch noch die Fische leiden wegen Corona.
    1. Antwort von Patrick Salonen  (Patrick Salonen)
      ja herr leu, wie die kräuter und blumen auch, da nun alle wandern gehen. und da viele bäder beschränkungen haben, werden die fische auch dank der übermässig vielen schwimmer*innen leiden, welche es in die flüsse und seen zieht. fischer werden zumindest ausgebildet zum achtsamen umgang mit der natur an den gewässern, was man von den badenden nur selten hehaupten kann!
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Patrick Salonen: Ich möchte lieber nicht wissen, wieviele dieser "Corona-Fischer" eine fundierte Fischer-Ausbildung absolviert haben. Immerhin werden Tiere getötet; nicht aus existenziellen Gründen wie bei Berufsfischern, sondern zur "Entspannung" der Hobby-Fischer.
  • Kommentar von Alex Klee  (alekle)
    Der Alet ist ohne jegliche Geräte unterwegs, hat aber ziemlich viele Gräten.
    1. Antwort von Ed Clement  (Aergera)
      Bravo, genau so ist es dieser Fisch hat nur Gräte!
    2. Antwort von SRF News (SRF)
      @Alex Klee Guten Abend Herr Klee, vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir passen die entsprechende Stelle an. Bitte entschuldigen Sie. Liebe Grüsse, SRF News