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Schweiz Flüchtlinge sollen einfacher arbeiten können

Über 80 Prozent der Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen leben in der Schweiz von der Sozialhilfe. Sie dürfen nicht arbeiten – oder finden keine Arbeit. Nun werden Stimmen laut, die ein Umdenken fordern.

Legende: Video Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylsuchende abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.08.2015.

Die jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statisitk belegen: Mehr als 80 Prozent der Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen in der Schweiz leben von der Sozialhilfe. Im Durchschnitt erhält jede Person rund 1100 Franken pro Monat. Nun werden zunehmend Stimmen laut, wonach die Flüchtlinge Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten sollen.

Flüchtlinge bei landwirtschaftlicher Arbeit in der Schweiz.
Legende: Arbeiten statt rumliegen: Viele Asylsuchende wären motiviert. Doch für viele sind die Aussichten auf einen Job gering. Keystone

Claudio Spadarotto, Leiter einer vom Bund in Auftrag gegebenen Studie zum Thema, weiss: Viele von ihnen sind sehr motiviert und würden lieber anpacken, statt herumzusitzen. Doch in den ersten drei Monaten gilt für Asylsuchende in der Schweiz ein absolutes Arbeitsverbot – und auch danach ist es für die Betroffenen schwierig, einen Job zu finden.

Grosse administrative Hürden

Roland Rupp vom Schweizerischen KMU-Verband bestätigt, dass es für die Unternehmen gewisse Hürden gibt, Asylsuchende oder vorläufig Aufgenommene einzustellen. So seien etwa die kulturellen Unterschiede nicht zu unterschätzen: «Die Asylsuchenden können nicht einfach so von einem Tag auf den anderen bei uns integriert werden. Teilweise fehlt auch die entsprechende Ausbildung», so Rupp.

Auch die administrativen Hürden sind gross. So muss jeder Arbeitgeber eine Arbeitsbewilligung des Kantons einholen, verbunden mit Gebühren und Wartezeiten. Besonders schwer bei der Jobsuche haben es die vorläufig Aufgenommenen. Für sie muss zusätzlich eine Sonderabgabe von 10 Prozent des Lohns entrichtet werden. Es gibt aber noch eine weitere Schwierigkeit, wie Spadarotto erklärt: Der Begriff «vorläufig» sei eine Fehlinformation. «Die Arbeitgeber vermuten, dass ein vorläufig Aufgenommener womöglich über Nacht vom Arbeitsplatz verschwindet.»

Um die Situation zu entschärfen, will der Bundesrat im neuen Ausländergesetz die administrativen Hürden abbauen. Der Vorschlag ans Parlament ist derzeit in Arbeit.

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94 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Und nochmehr Arbeitsplätze gehen verlorgen an Billig Arbeiter. Und wir Schweizer müssen noch mehr Angst haben, auch einfache Stellen an diese zu Verlieren. Soll die Hilfe wirklich so aussehen???
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  • Kommentar von Michael rüfli, Granges-Paccot
    Schwierige Ausgangslage. Die Flüchtlinge soll man integrieren und beschäftigen, aber den Arbeitsmarkt nicht belasten, kosten sollte es möglichst nichts und auch keine weiteren Flüchtlinge nachziehen. Die Lösung: Total nutzlose Tätigkeit zuweisen. So geht es: Täglich muss jede und jeder von ihnen 100 Kommentarbeiträge bei 20min.ch, srf.ch, blick.ch usw. schreiben, ausreichende Deutschkenntnisse ja sind schnell vorhanden (für Vergleichsobjekte bitte scrollen)!
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Arbeitgeber aufgepasst: Es geht noch billiger als mit ausgenutzten Arbeitnehmern aus dem Osten. Vielleicht sind gar Hochqualifizierte darunter, zu einem Bruchteil eines Schweizers. Dass ein Teil des verdienten Geldes nach Hause fliesst (wie werden arbeitende Flüchtlinge eigentlich besteuert…?), dürfte klar sein. Ich bin dagegen. Helft den Leuten physisch, zu überleben, prüft, schickt die falschen wieder heim, beschützt die Verfolgten definitiv. Es ist keine Belastung des Arbeitsmarktes nötig!
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