Mehr Frauen für die Armee Frauen fürs Militär begeistern – an einem obligatorischen Infotag

Die Armee will einen Kennenlern-Anlass für junge Frauen. Doch nicht alle Sicherheitspolitikerinnen finden das gut.

Imme weniger junge Männer wollen in der Schweiz Militärdienst leisten. Der Kommandant Heer der Schweizer Armee, Daniel Baumgartner, hat eine Idee, wie dieses Problem zu beheben wäre. Er will einen obligatorischen Infotag für junge Frauen einführen. Doch diese Idee ist umstritten.

Pro

Corina Eichenberger, FDP-Nationalrätin und Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates, befürwortet diese Idee aus folgenden Gründen:

  • Die Armee kann für Frauen interessant sein. Frauen könnten beispielsweise als Ärztinnen oder im IT- Bereich gute Dienste leisten. Es geht nur um einen Infotag, nicht darum, Frauen zu einer Militärdienstpflicht zu verpflichten.
  • Man müsste nur das Gesetz anpassen, nicht die Verfassung.
  • Die Kosten sind nicht enorm gross, wenn man sie mit den Kosten für die ganze Armee vergleicht. Die Kantone stehen laut Corina Eichenberger hinter der Idee eine freiwilligens Infotags.

Contra

Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin und Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, lehnt die Idee aus folgenden Gründen ab:

  • Bei gleichen Löhnen für gleiche Arbeit und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzt man seit Jahren auf Freiwilligkeit. Bei der Armee sollte man deshalb ebenfalls auf Freiwilligkeit setzen. Frauen leisten bereits einen sehr grossen Beitrag für die Gesellschaft.
  • Ein Obligatorium bräuchte eine Verfassungsänderung.
  • Für die Kantone würde es aufwändig und teuer. Obligatorien müssten durchgesetzt werden.