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Schweiz Freilandeier aus Bodenhaltung?

Eine «Espresso»-Hörerin wollte letzte Woche in einer Coop-Filiale Natura-Farm-Freiland-Eier kaufen. Am Gestell entdeckte Sie einen Hinweis, das Produkt könne auch Eier aus Bodenhaltung enthalten. Die Hörerin ist irritiert.

Legende: Audio «Freilandeier aus Bodenhaltung?» abspielen. Laufzeit 2:58 Minuten.
2:58 min, aus Espresso vom 13.04.2017.

In einer Coop-Filiale im Kanton Bern stiess die Hörerin auf ein Schild am Eier-Gestell: «Produkte mit Freilandeiern können aktuell Eier aus Bodenhaltung enthalten.» Eigentlich hatte sie ein Sechserpack Naturafarm-Eier kaufen wollen. Die Kundin soll also für eine Packung mit günstigeren Bodenhaltungseiern gleich viel bezahlen wie für Freiland-Eier? Sie ärgert sie sich: «Ich fühle mich als Käuferin hintergangen.»

Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» fragt bei Coop nach: Weshalb werden Bodenhaltungs-Eier als Freiland-Eier verkauft? Coop-Mediensprecherin Andrea Bergmann erklärt, es handle sich um einen Fehler: «Das Hinweisschild wurde am falschen Ort plaziert. Es hätte zu den Backwaren gehört.» Die Frage bleibt: Warum steht der Hinweis dann da?

Das Schild gehört eigentlich zu den Backwaren

Schild an Verkaufsregal.
Legende: Mit einem Hinweisschild informiert Coop die Kunden am Eierregal. zvg

Hintergrund ist die Vogelgrippe. Im November 2016 wurden in der Schweiz mehrere tote Wildvögel mit Vogelgrippe-Virus gefunden und der Bund hat Präventionsmassnahmen erlassen: Geflügel darf nur noch im geschlossenen Stall gefüttert werden. Für Schweizer Freiland-Hühner ist das kein Problem, da es in der Schweiz für Freiland-Hühner sogenannte «Wintergärten» gibt, wie Oswald Burch, Geschäftsführer von Gallosuisse, dem Verband der Geflügelproduzenten sagt. Im Ausland jedoch gebe es dies nicht. Darum müssen Freiland-Eier aus dem Ausland in der Schweiz als Bodenhaltungs-Eier deklariert werden. Manche Backwaren, die in der Schweiz verkauft werden, werden im Ausland hergestellt.

In der Schweiz wurden die Präventionsmassnahmen wegen der Vogelgrippe Mitte März wieder aufgehoben. Die Freiland-Hühner dürfen also wieder auf die Weide. Dies gelte aber nicht für alle Länder in Europa, sagt Coop-Mediensprecherin Andrea Bergmann: «Aus Gründen der Transparenz haben wir den Hinweis bei den Backwaren beibehalten.»

14 Kommentare

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  • Kommentar von Franziska Landolt-Hari (Freude-herrscht)
    Ich möchte allen Konsumentinnen und Konsumenten raten, wenn möglich, die Eier oder auch andere Lebensmittel wie Fleisch und Gemüse direkt bei den Produzenten, das heisst beim Bauern zu kaufen. So sehen Sie als Konsument, woher Ihre Lebensmittel stammen, die absolut überrissenen Margen der Zwischenhändler werden umgangen, denn der Kauferlös fliesst direkt zum Produzenten. Manchmal darf man auch noch den Hof besichtigen. Ich freuen mich jedes Mal, wenn ich jemandem unseren Betrieb zeigen darf.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Leider aber sind die Menschen noch nicht bereit, etwas mehr für wirklich gute Produkte zu zahlen. Tut dann eben mehr weh, wenn Lebensmittel in der Abfalltonne landen. Während viele Menschen auf der Welt hungern müssen, schmeissen wir hier in der "zivilisierten" Gesellschaft jährlich tonnenweise Lebensmittel weg. Bei niedrigen Preisen wächst eben die Verschwendungssucht & die grossen Detailhändler profitieren davon.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Wir (tiergerechten) Einkäufer werden doch vera...... bis zum geht nicht mehr. Nicht nur mit den Eiern, auch mit dem "sogenannten Fleisch aus der Region = IP-Fleisch". Diese Nutztiere haben KEINEN Auslauf, die Schweine liegen in ihrem Kot, sind oft verletzt oder können gar nicht mehr ausstehen! Das ist Fleisch aus der Region und wird von den Grossmärkten als "tiergerecht" verkauft. Eine himmeltraurige Lüge für die Konsumenten !!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Durch die Vogelgrippe besteht in gewissen Regionen wieder Stallpflicht, heisst, die Hühner dürfen nicht mehr ins Freie. Und wenn Hühner für eine Weile eben nicht mehr ins Freie dürfen, sind es richtig deklariert, eben keine Freilandeier, sonder Eier aus Bodenhaltung. Wobei diese Hühner jetzt nicht in Käfigen, sondern einfach im Stall gehalten werden.
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  • Kommentar von Walter Schwarb (Schwarb Walter)
    Nur wer direkt beim Produzenten kauft, ob Eier, Fleisch oder Kartoffeln, weiss, was er kauft; alle andern werden immer wieder hinter's Licht geführt.
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