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Schweiz Gefälschte syrische Pässe sind Sicherheitsrisiko für die Schweiz

Flüchtlinge reisen vermehrt mit gefälschten syrischen Pässen nach Westeuropa. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex zeigt sich besorgt und warnt vor Sicherheitsrisiken. Auch in der Schweiz ist das Problem bekannt, wie Bundesrat Ueli Maurer gegenüber «10vor10» bestätigt.

Legende: Video Gefälschte syrische Pässe als Gefahr abspielen. Laufzeit 04:27 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.12.2015.

In Deutschland sind zwölf Flüchtlinge mit syrischen Pässen untergetaucht, wie deutsche Medien berichten. Nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden sind die Flüchtlinge mit Pässen ausgestattet, die aus derselben Fälscherwerkstatt stammen wie die Pässe von zwei Attentätern der Anschläge von Paris. Wenige Tage zuvor hatte der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex bereits von einem Sicherheitsrisiko wegen gefälschter und gestohlener Pässe gesprochen.

«Das ist tatsächlich eine Gefahr»

Auch Schweizer Behörden sind mit der Problematik konfrontiert. «Das ist tatsächlich eine Gefahr», sagt Bundesrat Ueli Maurer gegenüber der Sendung «10vor10». Es sei für die Flüchtlinge offenbar relativ günstig, an solche gefälschten Pässe zu kommen. Als präventive Massnahme werde der Bund Personal aufstocken, das genau in diesem Bereich ausgebildet sei. «Das Problem ist erkannt, man arbeitet daran.»

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt gegenüber «10vor10» ebenfalls, dass sie das Problem der gefälschten syrischen Pässen kenne. Es herrsche eine erhöhte Aufmerksamkeit.

IS hat Blanko-Pässe erbeutet

Den IS-Terrormilizen sind bei ihren Eroberungen in Syrien, Irak oder Libyen Blanko-Pässe und andere Dokumente in die Hände gefallen. Gemäss der «Welt am Sonntag» gingen offenbar auch Maschinen zur Produktion von Ausweisdokumenten in den Besitz der Extremisten über. Bekannt ist zudem, dass Flüchtlinge beispielsweise in Istanbul für einige hundert Euro einen gefälschten Pass kaufen können.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Till E. Spiegel (Hero)
    Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat schon lange verlauten lassen, dass man in der Türkei syrische Pässe auf Bestellung kaufen kann. Jetzt hat SRF aufgedeckt, dass der IS in Syrien Passbüros geleert und Blankopapiere gestohlen hat. Somit bekommen wir also falsche Syrer und möglicherweise auch IS Schergen mit solchen Pässen in unser Land. Die lieben PolitikerInnen stopfen uns die Schweiz ausser mit an Not leidenden Familien mit allen möglichen und unmöglichen falschen Syrern voll.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Nicht nur die Schweiz, es ist ein generelles Problem. Norwegen hat mit einem Computersystem die Fahndungsfotos untersucht; es könnten bis zu 27'000 Migranten unter falschen Angaben sich im Land aufhalten: http://www.welt.de/politik/ausland/article150289975/Bis-zu-27-000-Auslaender-mit-falscher-Identitaet-in-Norwegen.html Eine 100% Grenzkontrolle ist in der Schweiz bei täglich 750'000 Grenzübertritten gar nicht möglich.
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  • Kommentar von J. Peter (J. Peter)
    jedes volk hat kriminelle. damit muss jeder staat eben leben. ob flüchtlinge mit echtem oder gefälschtem pass kommen, spielt daher keine rolle. ein prozentsatz von denen ist eben auch kriminell. wenn also von den 36.000 die 2015 gekommen sind nur 1.000 straftaten begehen sind das 1.000 zuviel. man muss über eine obergrenze für flüchtlinge diskutieren, nicht über ein paar mit falschen pässen!
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