Aufseherin floh mit Häftling Gefängnis in Dietikon (ZH) zieht Lehren aus Ausbruch

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Ausbruch eines Häftlings mithilfe einer Aufseherin vor einem Jahr passt das Gefängnis die Sicherheitsmassnahmen an.
  • Mehr Mitarbeiter werden in der Aufsicht eingesetzt.
  • Die Sicherheitstechnik wird in allen Zürcher Gefängnissen angepasst.
  • Das Mindestalter für Aufseher wird erhöht und sie werden genauer durchleuchtet.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2016 waren eine Aufseherin und ein Gefangener einfach aus dem Gefängnis hinausspaziert. Der zweite anwesende Gefängnis-Aufseher schlief zu dem Zeitpunkt, was damals in den Zürcher Gefängnissen üblich war.

Die Aufsichtsregeln würden nun aber im Laufe dieses Jahres geändert, sagte Roland Zurkirchen, Leiter des Gefängnisses Limmattal. «Wir haben jetzt mehr Mitarbeiter in den Gefängnissen, um zu gewährleisten, dass man zumindest zu dritt im Gefängnis ist.»

Mindestalter der Aufseher erhöht

Ausserdem wurde die Sicherheitstechnik in allen Zürcher Gefängnissen angepasst. So ist es zum Beispiel nicht mehr möglich, dass ein Aufseher den Türmechanismus alleine betätigen kann.

Eine weitere Massnahme betrifft das Alter des Gefängnis-Personals. Die Aufseherin, die heute vor Gericht steht, war zum Tatzeitpunkt 32 Jahre alt und hatte erst wenig Erfahrung. Laut Zurkirchen wurde nun das Mindestalter der Aufseher erhöht. «Wir sind von 30 auf 35 Jahre hochgegangen. Und die Beurteilung der Berufserfahrung vollziehen wir nun anders. Zudem planen wir mit der Kantonspolizei in Zukunft ein Assessment-Verfahren.»

Keine 100-prozentige Sicherheit

Die Bewerberinnen und Bewerber würden also genauer durchleuchtet, bevor sie in einem Gefängnis angestellt werden. Ausserdem werde nun noch stärker auf das Thema «Nähe und Distanz» aufmerksam gemacht.

Es hat sich also einiges verändert in den Zürcher Gefängnissen seit dem Ausbruch aus der Strafanstalt Limmattal. Trotzdem: Fehler könnten immer passieren, räumt Gefängnis-Leiter Zurkirchen ein, denn «100-prozentige Sicherheit gibt nicht – auch nicht im Gefängnis.»