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App gegen Drahtseile Gefahr am Himmel

Spezialisten der Armee sind regelmässig im Einsatz, um nicht mehr gebrauchte Drahtseile von Transportbahnen aus der Luft zu holen. Dort bilden sie eine Gefahr für Helikopter. Die Rega erfasst zudem tief liegende Seile in einer App.

Legende: Video Gefahr in der Luft abspielen. Laufzeit 07:13 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.06.2017.

Das Drahtseil der alten Transportseilbahn bei Gudo (TI) verläuft unauffällig durch Geäst und über Lichtungen. Vor über 30 Jahren errichtet, hat es heute ausgedient. Die Siedlung in den hügligen Wäldern oberhalb von Bellinzona ist seit ein paar Jahren mit einer Strasse erschlossen.

Das Seil nützt nichts mehr, kann aber grossen Schaden anrichten, wenn etwa ein Helikopter im Gebiet landen würde. Weniger als 25 Meter über dem Boden stellt es aber kein eigentliches Luftfahrthindernis dar, ist darum nicht bewilligungspflichtig und auch nicht in der Luftfahrtkarte des BAZL, Link öffnet in einem neuen Fenster erfasst.

14 Unfälle mit Drahtseilen

Auf diese Karte stützen sich jedoch Helikopterpiloten bei ihrer Flugplanung. Übersieht die Crew bei einer Landung oder einem Start ein solches Drahtseil, kann es zum Unglück kommen.

Die Schweizer Armee zählte seit Ende der 1950er Jahre 14 Unfälle, die auf Kollisionen mit Stromfreileitungen und Drahtseilen zurückgeführt werden. Erst im September 2016 touchierte ein Super Puma der Luftwaffe auf dem Gotthardpass eine Stromleitung und stürzte ab. Die beiden Piloten kamen ums Leben.

Warteliste für Demontagen

Seit 2001 bündeln Armee und Rega ihre Kräfte, um die Gefahr am Himmel zu reduzieren. Im Rahmen des Projekts «Remove», Link öffnet in einem neuen Fenster erfasst die Rega Drahtseile, die nicht mehr genutzt werden und die Armee bricht die Bahnen wenn möglich ab. So wurden bislang schon 400 Anlagen demontiert.

Eine Spezialtruppe steht zurzeit bei Bellinzona im Einsatz. Die 12 Mann stehen aber nur einmal im Jahr während 3 Wochen im Einsatz. Die Armee führe deshalb eine Warteliste für die Demontagen, bestätigt Armee-Sprecher Daniel Reist gegenüber «Schweiz aktuell».

«Man könnte sicher mehr machen. Wir haben aber im Moment einfach nur dieses Detachement». Soldaten mit den nötigen Fähigkeiten seien dünn gesät, zudem fehlten die Mittel für die aufwändigen Demontagen, ergänzt Reist.

Rega setzt auf eine App

Bei der Rega betont man die grosse Gefahr, die von Freileitungen und Drahtseilen von Seilbahnen ausgehen kann. Deshalb sind die Helikopter der Rega mit sogenannten Kabelschneidern ausgerüstet. Diese helfen aber nur, wenn der Helikopter geradeaus fliegt.

Seit dem Absturz des Super Pumas auf dem Gotthard-Pass setzt die Rega zudem auf eine App. Darin wurden Daten von Seilen unterhalb von 25 Metern erfasst, die nicht in der Luftfahrtkarte des BAZL eingetragen sind und noch genutzt werden.

Bis jetzt sind hauptsächlich Gebiete in den Kantonen Uri und Tessin abgedeckt. Die Informationen würden nie vollständig sein, sagt Heinz Leibundgut, Chefpilot Helikopter der Rega. Deshalb sei man darauf angewiesen, dass die Bevölkerung nicht mehr benötigte Transportanlagen unterhalb von 25 Metern melde.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Welche Schweizer "Armee", macht wirklich Sinn? Welche Aufgaben, sollte die Armee zum Wohl des Volkes verrichten können (Katastrophen schweizweit: AKW's, Deponien mit radioaktiven Abfällen, Chemie,...)!! Bislang gibt es kein sicheres und effizientes Konzept, für die Evakuierung von tausenden/zehntausenden von BürgernInnen und deren Langzeitbetreuung unter und üebr der Erde!!!?? Das ist doch "sehr beruhigend" für die Bevölkerung, welche Milliarden für diese Armee verschleudert....
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