Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Gegen höheren Selbstbehalt und Franchise

Der Bundesrat ist gegen eine höhere Minimalfranchise bei den Krankenkassen. Ebenso lehnt er einen höheren Selbstbehalt ab und macht vor allem sozialpolitische Gründe dafür geltend.

Grossaufnahme auf ein Stethoskop, das ein Arzt in weissem Kittel hinter seinem Rücken in den Händen hält
Legende: Die Gesundheitskosten sollen weiterhin zum grössten Teil von der Allgemeinheit getragen werden. Keystone

Der Bundesrat will nicht, dass die Versicherten einen höheren Anteil an ihren Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. In seiner Antwort auf eine Interpellation von Martin Landolt (BDP/GL) hält die Landesregierung fest, dass die Kostenbeteiligung der Versicherten seit 1996 wesentlich stärker gestiegen ist als die Löhne.

Millioneneinsparungen möglich

Die Franchise, die für die kranken Versicherten einer unvermeidbaren Ausgabe gleichkomme, sollte grundsätzlich nicht stärker steigen als die verfügbaren Einkommen, heisst es in der Interpellationsantwort. Der Bundesrat spricht sich daher gegen eine Erhöhung der Franchisen aus. Er legt deren Höhe fest.

Gemäss einer Modellrechnung sänken die Leistungen der Krankenkassen um geschätzte 220 Millionen Franken, wenn die Minimalfranchise von 300 auf 400 Franken angehoben würde. Bei 500 Franken könnten sogar jährlich 430 Millionen eingespart werden. Das sind rund 1,7 Prozent der Prämieneinnahmen.

Kein höherer Selbstbehalt

Eine abschlägige Antwort erteilt der Bundesrat auch der Idee, den maximalen Selbstbehalt von jährlich 700 Franken zu erhöhen. Der Bundesrat erinnert in seiner Antwort auf eine Interpellation von Daniel Stolz (FDP/BS) daran, dass der Selbstbehalt seit 1996 stärker angestiegen sei als die Konsumentenpreise und nahezu gleich schnell wie die Löhne und die AHV-Renten.

Die Erhöhung des Selbstbehalts hätte kaum Auswirkungen auf die Kosten der obligatorischen Krankenversicherung, schreibt er. Sie würde aber vor allem kranke Versicherte treffen. Der Bundesrat erinnert daran, dass die Erhöhung des Selbstbehalts auf 1000 Franken pro Jahr vom Volk im Juni 2012 mit der Managed-Care-Vorlage abgelehnt worden ist.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    Als Therapeutin (KK anerkannt) vergleiche ich Patientengespräche allein in den letzten 6 Monaten, Es schaudert mich immer mehr. Eine Zehe schmerzt, der Patient soll in die Röhre! Ein Hörgerät vom Facharzt verschrieben - der Patient muss in die Röhre, um wenigstens CHF 800.-von 3000.-Kosten, als ewiger 1/2Privat versichert mit allen Zusätzen. Unser Gesundheitssystem ist total aus dem Griff geraten - auf Kosten der CH-Patienten.Für Asylanten gibt es keine Grenzen nach oben! Die sind immer krank.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Pip, Züri
      Nicht ganz einverstanden. Würden Symptome bereits beim ersten Mal analytisch abgeklärt statt üblicher Medi-Abgabe plus "chömed Sie in 1 Wuche wieder", dann wären Konsultaitionskosten reuzierbar und durch die Mengenausweitung eine Verbilligung der Analysemethoden zu erwarten. Allerdings nur dann, wenn der Gesetzgeber die Denkmalschutzbestimmungen (Tarife) endlich nach unten reguliert, was wiederum Auswirkungen auf verlangte Anschaffungskosten von Grossgeräten hätte...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Schaub, Saillon
    liebe Frau Fürst,möchten Sie den älteren,kranken Menschen lieber einen Strick Senden als ihnen zu helfen ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Regina Fürst, Chur
    Wenn ich unsere KK Prämien- und Abrechnungen begutachte, stelle ich fest, dass wir die Prämien, Selbstbehalte, Franchise und die Arztrechnungen selber bezahlen, da wir kaum zum Arzt gehen. Und dass die Jahresprämien mehr als ein Monatslohn entsprechen. Es stimmt mich nachdenklich, dass es Menschen gibt, die überhaupt daran denken, beim Bürger wieder zu zuschlagen. Wie wäre es, die Spitäler und Ärzte zur Kasse zu beten und ein Verbot auszusprechen, betagte Sterbende noch ins MRI zu schicken?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen