Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Masern – Wer sollte seinen Impfstatus überprüfen? abspielen. Laufzeit 06:37 Minuten.
Aus Puls vom 06.05.2019.
Inhalt

Gegen Masern geimpft? Die meisten Neuerkrankten sind Erwachsene

Seit Anfang des Jahres haben sich schon 161 Menschen mit Masern angesteckt – die Mehrheit von ihnen ist über 20-jährig.

Europaweit werden wieder mehr Masernfälle gemeldet. So auch in der Schweiz: Dieses Jahr wurden bis heute bereits 161 Fälle gemeldet, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) letzte Woche mit. Das sind mehr als in den letzten zwei Jahren zusammen.

Was sind Masern?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ausgelöst wird eine Maserninfektion durch Viren. Diese Krankheitserreger werden meist per Tröpfcheninfektion, durch Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen.

Steckt man sich mit den Masern an, verläuft die Krankheit in zwei Schüben. Nach sieben bis 14 Tagen treten Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Lichtempfindlichkeit und Entzündungen der Schleimhaut im Mund auf.

Dann, etwa zwei bis vier Tage nach Beginn dieser Symptome, folgt ein zweiter Fieberschub und der für die Masern typische Hautausschlag tritt auf.

Unkomplizierte Fälle heilen meist wieder ab. Aber: Eine Maserninfektion kann zur Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündung führen. Und für die Virusinfektion selbst gibt es keine Therapie. Es können lediglich die Symptome behandelt werden.

Seit etwa 1970 gibt es in der Schweiz jedoch eine Schutzimpfung, die vom BAG empfohlen wird.

Bei den Neuerkrankten handelt es sich mehrheitlich nicht etwa um Kinder, sondern ungeimpfte Erwachsene. So sind 57 Prozent der Betroffenen 20 Jahre alt oder älter.

Legende: Video 57% aller Neuerkrankten sind über 20 Jahre alt. abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus Puls vom 06.05.2019.

Und gerade bei Erwachsenen treten während der Krankheit häufiger Komplikationen auf. So sind dieses Jahr in der Schweiz bereits zwei Menschen an den Masern gestorben. Ein ca. 70-jähriger Mann, der wegen eines Krebsleidens bereits ein geschwächtes Immunsystem hatte, sowie ein ungeimpfter Mann von 30 Jahren, der sich im privaten Umfeld angesteckt hatte.

Heute 35-jährige sind am schlechtesten geschützt

Die Zahlen des BAG zeigen die bestehenden Unterschiede betreffend der Durchimpfungsrate auf. Den besten Schutz haben demzufolge die heute 20-Jährigen: 93 Prozent von ihnen, waren im Alter von 16 Jahren zweimal geimpft.

Balkengrafik die zeigt, welche Altersgruppen in der Schweiz wie gut durchgeimpft wurden vor ihrem 16 Lebensjahr.
Legende: SRF

Die Durchimpfungsrate geht dann jedoch mit dem steigenden Alter laufend zurück. Am schlechtesten geschützt sind nach den Zahlen des BAG die heute 35-jährigen. Mit 16 Jahren waren hier nur 54 Prozent komplett geimpft. Dabei ist anzunehmen, dass die wenigsten sich bis heute noch einmal mit ihrem Impfstatus auseinandergesetzt haben.

Wie gut Personen über 35 Jahren geimpft sind, ist unbekannt, da es von damals keine Zahlen gibt. Es wird angenommen, dass Personen über 35 noch eine geringere Durchimpfungsrate haben.

Sind Sie geschützt?

Für die jüngeren Generationen ist es relativ einfach ihren Impfschutz zu überprüfen. Denn in den neueren Impfausweisen werden die Masern-Impfungen in einer Kategorie aufgeführt. Wer dort zwei Kreuze hat, ist geschützt.

Legende: Video Wer zwei Einträge in der Kategorie «Masern» hat weiss: Der empfohlene Impfschutz ist erstellt. abspielen. Laufzeit 00:13 Minuten.
Aus Puls vom 06.05.2019.

Bei den älteren Impfausweisen sind jedoch nur der Name des Impfstoffs, das Datum und der behandelnde Arzt oder die Ärztin aufgeführt. So muss man muss schon ein Experte sein, und die 16 verschiedenen Impfstoffe kennen, um zu wissen, ob man geimpft ist.

Generell gilt jedoch auch hier. Vor Masern geschützt ist, wer:

  • Ein unten aufgeführter Impfstoff zweimal im Impfpass aufgeführt hat.
  • Zwei der unten aufgeführten Impfstoffe im Impfpass aufgeführt hat.
  • Eine Maserninfektion überstanden hat.
Liste der in der Schweiz verfügbaren oder nicht mehr verfügbaren Impfstoffen gegen die Masern.
Legende: SRF

Auf Erzählungen ist kein Verlass

Die meisten Kinder, die vor 1964 geboren wurden, haben die Masern durchgemacht. Und wer einmal krank war, ist ein Leben lang immun.

Doch ist es nicht immer so einfach herauszufinden, ob man die Krankheit wirklich hatte.

Denn die Erzählungen der Eltern über einen roten Hautausschlag mögen zwar stimmen. Dies muss jedoch noch lange nicht heissen, dass es sich beim Ausschlag wirklich um die Masern handelte. «Es gibt verschiedene Krankheiten, die einen solchen Ausschlag geben. Die sind jedoch nicht alle so gefährlich wie die Masern», erklärt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Legende: Video Studiogespräch zum Thema «Masern-Impfung» mit Christoph Berger. abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
Aus Puls vom 06.05.2019.

Darum gilt: Wer sich nicht sicher ist, ob sie oder er geimpft wurde oder die Masern als Kind hatte, sollte sich impfen lassen. Selbst wenn bereits eine Immunität besteht, ist eine erneute Impfung gesundheitlich überhaupt kein Problem, erklärt Christoph Berger.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

79 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Folgendes: Die Schulmedizin ist Erregerorientiert, bei Masern das Masernvirus. Verständlich, dass sie da aufs Impfen setzt, da sie bei einem viralen Infekt therapeutisch wenig mehr zu bieten hat als den Krankheitsverlauf zu unterdrücken oder zu stören. Ganz anders Medizinsysteme, die nicht Erregerfixiert sind, denen stehen ganz andere Möglichkeiten im Umgang mit der Erkrankung zur Verfügung. Stärken der Schulmedizin sehe ich in der Chirurgie, der Narkosetechnik und in der Palliativmedizin.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von roland goetschi  (pandabiss)
    @Kunz. Die sogenannten Impfmasern, die etwa 10 Tage nach einer Masernimpfung – auch in Verbindung mit Fieber – auftreten können, sind nicht infektiös. Selbst bei Kontakt zu immunsupprimierten Personen bestehen keine Bedenken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sacha Walter  (Fliegenderschnee)
    Die Sterblichkeit bei Masern sind bereits VOR Einführung der Impfung stark zurückgegangen (dr.buchwald,Impfen das Geschäft mit der Angst,Abb.52) . Genauso wurde vorausgesagt dass sich die Masern wegen der Impfung ins Erwachsenenalter verschieben werden wo Komplikationen viel wahrscheinlicher sind. Auch der nestschutz den Mütter sonst ihren gestillten Kindern weitergegen wird beeinträchtigt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Die Sterblichkeit der Masern ist durch die Sterblichkeit der Komplikationen bedingt, zB die Lungenentzündungen. Die Komplikationsrate ist gleich geblieben. Die Rate an nicht behandelbaren Hirnentzündungen und die Todesfälle dadurch auch. Einzig die behandelbaren Komplikationen wie zB Lungenentzündungen, sind besser beherrschbar und haben deshalb zu einem Rückgang der Maserntoten geführt. Intensivmedizin und damit Schulmedizin sei dank!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen