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Schweiz Genf: Aufseher protestieren gegen Überbelegung

Drei Aufseher beaufsichtigen hundert Inhaftierte: Im Genfer Gefängnis Champ-Dollon herrschen gefährliche Arbeitsbedingungen für die Wärter. 170 von ihnen haben nun in Genf für die Einstellung von zusätzlichem Personal demonstriert.

Rund 170 Gefängnisaufseher haben in Genf gegen die Überbelegung des Gefängnisses Champ-Dollon demonstriert.

Im Gefängnis befinden sich zurzeit knapp 800 Häftlinge. Ausgelegt ist es für 370 Inhaftierte. Die Lage im Gefängnis sei explosiv, sagte Christian Antonietti, Präsident der Gewerkschaft der Polizei und Gefängnisaufseher (UPCP). Drohungen gegen das Personal, Unhöflichkeiten und Schlägereien unter den Insassen nähmen zu.

Seit vergangenem Herbst verfolgt Genf eine härtere Vorgehensweise gegenüber Kriminellen. Antonietti kritisiert die Hast der Umsetzung. «Man kann nicht unbegrenzt Leute ins Gefängnis stecken, ohne die Folgen einer derartigen Vorgehensweise für Champ-Dollon zu berücksichtigen.»

Wärter demonstrieren vor dem Genfer Gefängnis Champ-Dollon neben einem grossen Vorhängeschloss. Darauf steht «Complet»
Legende: Die Wärter im Gefängnis Champ-Dollon sind zunehmend den Drohungen seitens der Häftlinge ausgesetzt. Keystone

Während der Mahlzeiten verfüge man noch über drei Aufseher für 100 Häftlinge. In der Turnhalle der Strafanstalt oder bei den Spaziergängen sei die Lage ähnlich. Derzeit arbeiten 320 Aufseher im Gefängnis Champ-Dollon.

Die Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) hatte sich nach einem Besuch im Juni 2012 besorgt zur Überbelegung des Gefängnis Champ-Dollon geäussert. Sie bemängelte unter anderem die Hygiene und forderte eine bessere Trennung von Frauen und Männern.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Das muss wohl grauenhaft sein, so arbeiten zu müssen.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wenn Frau Sommaruga nicht imstande ist oder sein will, die kriminellen und renitenten Asylanten auszuschaffen, soll sie wenigstens bitte schön besorgt sein, dass in den überfüllten Gefängnissen genügend Personal rekrutiert wird, zu dessen Sicherheit. Am besten ginge sie selber einmal in einem solchen Gefängnis eine Zeit lang "schnuppern" und würde so mit der Realität konfrontiert..
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Die Organisation des Strafvollzugs, Frau Zelger, ist Sache der Kantone (Art. 123 Abs. 2 BV). Frau Sommaruga hingegen ist Teil der Exekutive auf Ebene Bund. Die Exekutive auf Bundesebene hat den Kantonen nicht dreinzureden, weil die Kantone souverän sind (Art. 3 BV) und das verfassungswidrig wäre. Einmal mehr Frau Zelger, stellen Sie hier Forderrungen, die schlicht verfassungswidrig sind. Der Missstand in westschweizer Vollzugsanstalten ist hausgemacht, was jeder, der vom Fach ist, auch weiss.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "In dem für 370 Inhaftierte ausgelegten Gefängnis Champ-Dollon befinden sich zurzeit gegen 800 Häftlinge" Wenn von einem Migrantenanteil von ca. 70% ausgegangen werden kann, dann hat man einzig und alleine bei den Abschiebungen versagt. Allerdings hat man auch darin versagt, die nötigen Verträge mit anderen Ländern auszuhandeln, die es erlauben, dass hier verurteilte Täter die Haftstrafe im Heimatland abzusitzen haben auf Kosten des Heimatlandes.
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