Gesucht: Bezahlbarer, altersgerechter Wohnraum

In den nächsten Jahren wird sich die Zahl der Rentner verdoppeln. Viele von ihnen werden auf Betreuung angewiesen sein. Um diese Herausforderung zu meistern, fordert der Städteverband die Einsetzung einer Eidgenössischen Kommission.

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Alterswohnungen dringend gesucht

1:30 min, aus Tagesschau vom 18.8.2014

Das Thema Alterspolitik beschäftigt die Schweizer Städte zunehmend. Als ersten Schritt zur Auseinandersetzung mit dem Thema hat der Schweizerische Städteverband (SSV) nun eine Auslegeordnung erstellen lassen.

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Sensibilisierte Städte

Aus einer Online-Befragung geht hervor, dass für die Städte «genügend bezahlbarer, altersgerechter Wohnraum» die mit Abstand meist genannte Herausforderung in der Alterspolitik sei. In knapp der Hälfte der befragten Städte war das Thema «Wohnen im Alter» in den vergangenen zwei Jahren zudem Gegenstand politischer Vorstösse.

Anzahl Rentner verdoppelt sich

Eines der Ergebnisse: Die Zahl der Rentnerinnen und Renter wächst in naher Zukunft um die Hälfte. Ausserdem zeigte die Aufbereitung von statistischen Grundlagen zur Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen in den 166 Schweizer Städten, dass zwei Drittel der Altersgruppe der über 80-Jährigen Frauen sind. Die Hälfte von ihnen lebt alleine und ist auf Hilfe angewiesen.

Die Städte haben gerechnet und wissen: Mehr ältere Menschen brauchen mehr Pflegeheime, mehr Spitexdienste und vor allem mehr Wohnungen, die auch im Alter bezahlbar sind. Dieses Angebot kostet. Zwar sagt die Studie nichts aus über die Kosten, doch die Städte sind nicht mehr gewillt, die Ausgaben alleine zu tragen.

SBB, Post und Swisscom sollen mithelfen

SSV-Verbandspräsident Kurt Fluri und seine Amtskolleginnen und -kollegen wollen, dass der Bund mithilft. So sollten etwa die Regiebetriebe des Bundes – Swisscom, SBB oder die Post – in die Pflicht genommen werden. Diese würden noch immer viele Immobilien in den Stadtzentren und in der Nähe von Bahnhöfen besitzen. Doch: «Sie bevorzugen die kommerzielle Nutzung ihrer Immobilien», sagt Flury.

Ein weiteres, sich zuspitzendes Problem bilden über 65-jährige Ausländerinnen und Ausländer. Ihre Zahl nimmt in den Städten seit 1990 stark zu. Dies obwohl die ausländische Bevölkerung durchschnittlich noch immer jünger ist als die schweizerische Bevölkerung.

Eidgenössische Kommission gefordert

Es stellen sich also viele Probleme, welche jetzt – insbesondere für die Städte – angegangen werden müssen. Und damit ihre Forderungen nicht einfach verhallen, wollen die Städtevertreter eine Eidgenössische Kommission ins Leben rufen. Deren Mitglieder sollen sich ausschliesslich mit Generationen und Altersfragen befassen und frühzeitig Antworten liefern.