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Bienensterben
Aus Rundschau vom 12.06.2013.
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Schweiz Gift und Honig: Das Bienensterben sorgt für Streit

Eine Schreckensmeldung: Jedes vierte Schweizer Bienenvolk hat den vorletzten Winter nicht überlebt. Wer ist schuld? Die Milbe? Oder doch die Chemie in der Landwirtschaft? Die Rundschau zeigt: Im Kampf zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik wird die Biene fast vergessen.

Bienen.
Legende: Pestizide sollen der Grund für das Bienensterben sein. Keystone

Ohne Bienen hätten Landwirte ein Problem. Denn Bienen bestäuben einen grossen Teil ihrer Kulturen. Aber ausgerechnet die Landwirte sind vielleicht mitverantwortlich für den Tod von Millionen Bienen. Wissenschaftler sehen jedenfalls einen klaren Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz von Pestiziden.

Die Chemie-Firmen sehen das ganz anders. Nun beschäftigt sich die Politik mit dem Thema. In der aktuellen Sommer-Session behandeln gleich drei Vorlagen das Bienensterben.

Gifteinsätze haben keine Zukunft

Peter Gallmann ist Bienenforscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope. Gallmann sagt deutlich: «Es muss ein Umdenken stattfinden. Die grossen Gifteinsätze in der Landwirtschaft haben keine Zukunft.» Denn bestimmte Nervengifte, sogenannte Neonicotinoide, hätten nachweisbar negative Auswirkungen auf die Honigbienen. Gallmann sieht aber auch andere Ursachen für das Bienensterben: Etwa Nahrungsmangel. Und die Varoamilbe.

Die EU und die Schweiz haben den Einsatz der Nervengifte in der Landwirtschaft kürzlich auf bestimmte Zeit verboten. Ab 1. Dezember dürfen einige Insektizide wohl mindestens zwei Jahre lang nicht eingesetzt werden.

Agrochemiekonzerne wie Syngenta und Bayer bestreiten die Vorwürfe der Forschung: Es gebe keine Langzeitstudien über einen Zusammenhang zwischen Bienentod und Pestiziden.

Ein Interessenkonflikt?

Syngenta geht nun in die Offensive – bei gemeinsamen Auftritten von Vertretern des Konzerns, des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) und der Forschung. Bei diesen Auftritten wirbt der Konzern für seine Sicht der Dinge, sprich: für die positiven Seiten der Agrochemie.

Das BLW hat mit dieser Werbung offenbar kein Problem. Vizedirektorin Eva Reinhard bestreitet einen Interessenkonflikt: «Für das Bundesamt für Landwirtschaft ist es wichtig, mit allen zu reden und zu diskutieren», sagt sie gegenüber der «Rundschau».

Urs Niggli leitet die Forschungsanstalt für Biologischen Landbau (FIBL) im aargauischen Frick. Einige Projekte seines Instituts werden von einer Syngenta-Stiftung mitfinanziert. Niggli sagt: «Politik, Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten in der Landwirtschaft relativ eng zusammen.» Das sei weltweit so, und dieses Miteinander habe seine Berechtigung. Aber, sagt er selbstkritisch: «Es hat auch negative Seite: Die Umwelt kommt dabei etwas unter die Räder.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von m. steiner , zh
    ein Moratorium wäre auch eine Idee. Dan sähe man, ob's hilft. Angesichts der fünf vor zwölf beim Bienensterben wäre das das einzig Richtige! Doch da ist wohl die Industrielobby zu stark im Bundeshaus... Und schon wieder ist mir schlecht...
  • Kommentar von Gunnar Leinemann , Teuffenthal
    Auch wenn es niemand glauben will, weil es unbequem ist: Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch etwas mit der irrsinnigen Menge an hochfrequenter Strahlung (Mobilfunk und vieles andere) zu tun hat. Nach meinen Beobachtungen, nehmen auch andere Insekten drastisch ab.. leider aber nicht die Stechmücken und Bremsen :-)
    1. Antwort von Sta Tistika , Oberägeri
      Worauf beruht denn diese Überzeugung? Übrigens, Sonnenlicht hat eine Frequenz im Bereich von 10^15 Herz.
  • Kommentar von B. Piano , Jura
    Arme Bienen! Der Chemie-Einsatz schwächt sie, werden anfällig für die Varoamilbe und krepieren! Armselige Menschheit!