Warum gibt es keine «Porta Alpina»?

800 Meter unter Sedrun sollte mitten im Gotthard-Basistunnel der tiefste Bahnhof der Welt entstehen und der Surselva eine neue Zukunft eröffnen. Keine einzige Gegenstimme gab es an der Gemeindeversammlung und selbst Kanton und Bundesrat standen hinter dem Projekt. Letztlich war es zu teuer.

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Bildlegende: Mangelnde Wirtschaftlichkeit und zeitliche Verzögerungen wurden dem Jahrhundertprojekt zum Verhängnis. Alptransit AG

  • Der Betrieb der Bahnverbindung zur «Porta Alpina» wäre laut einer SBB-Studie nicht wirtschaftlich und hätte vom Kanton Graubünden mit jährlich 9 Millionen Franken subventioniert werden müssen.
  • Mangels Klarheit über Kosten und Betriebskonzept verschob im Jahr 2007 der Bundesrat den Entscheid über den Finanzierungsbeitrag auf das Jahr 2012. Eine gleichzeitige Eröffnung mit dem Basistunnel und damit die Nutzung von Synergien war so nicht mehr möglich.
  • Die Bündner Kantonsregierung rechnete deshalb mit einer deutlichen Erhöhung der Kosten von geschätzten 50 Millionen Franken. Sie bewertete den Bau und Betrieb deshalb als «nicht verkraftbares Risiko». Der vom Bündner Volk bewilligte 20-Millionen-Kredit war zudem an die Beteiligung des Bundes geknüpft.
  • Der Regierungsrat «beerdigte» 2007 die «Porta Alpina».

15 Fakten zum Gotthard

Ist der neue Tunnel wirklich der längste der Welt? Wieso verlaufen die Röhren nicht gerade? Und was passiert mit der alten Bergstrecke? 15 Fakten zum neuen Gotthard-Basistunnel: kurz, informativ, überraschend.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 02.06.2016 20:05

    DOK
    Unten durch – Die Sedruner und der Gotthardtunnel

    02.06.2016 20:05

    Seit 20 Jahren beobachtet Gieri Venzin das Geschehen rund um den Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Entlang von Höhepunkten und Tiefschlägen, von Hoffnungen und Enttäuschungen erzählt der aus Sedrun stammende «DOK»-Autor die ganze Geschichte des Jahrhundertprojekts Gotthard-Basistunnel.