Wer ist die wichtigste Frau im Gotthardtunnel?

Eine Frau wurde während des Tunnelbaus verehrt wie keine zweite. Es war weder eine brillante Ingenieurin, noch Bauleiterin oder eine Politikerin – sondern die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute und Mineure. Auch im 21. Jahrhundert hält man an dieser Tradition fest.

  • Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und Mineure.
  • Kaum ein anderer Berufsstand verehrt seine Schutzheilige derart stark. Auch auf den Gotthardbaustellen war die Figur allgegenwärtig.
  • Als im Oktober 2010 der Gottharddurchstich geschafft war, durfte die Heilige Barbara als Allererste den Spalt passieren.
  • Heute steht ihre Statue im Zugangsstollen von Sedrun.

Die Heilige Barbara ist immer dabei

Die Legende will es, dass Gott für die Heilige Barbara einst einen Spalt im Felsen öffnete, damit sie sich vor ihrem tyrannischen Vater verstecken konnte. Dieses Motiv des Felsens machte sie zur Schutzpatronin der Bergleute und Mineure.

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Auf Tunnelbaustellen werden die Rituale rund um die Heilige Barbara ernst genommen, so auch am Gotthard. Gleich nach der ersten Sprengung am Berg findet die «Einsetzung» der Statue statt, meist begleitet von einer Messe mit Pfarrer. Die Barbarastatue wird gesegnet und in eine Nische neben dem Tunneleingang gestellt – ihr fester Platz während der Bauzeit.

Die Rituale werden hochgehalten

Gab es im Gotthardtunnel einen tödlichen Unfall, nahm man die Heilige Barbara aus ihrer Nische – sie war Teil der Verabschiedungszeremonie auf der Baustelle. Und sie war auch die zentrale Figur, als es im Oktober 2010 zum Durchstich am Gotthard kam. Der Heiligen Barbara war die Ehre vergönnt, als Allererste den Spalt nach dem erfolgreichen Durchstich zu passieren – auf den Armen eines Bauarbeiters, der die Statue durch den Durchbruch trug.

Heute steht die Statue nicht mehr am Tunneleingang, sondern in einer Nische im Innern des Tunnels – damit sie auch künftig über die Menschen im Gotthard wachen kann.