Wieso wird der Tunnel nicht ständig belüftet?

Im Normalbetrieb werden die beiden Röhren nicht aktiv belüftet. Der Luftaustausch funktioniert über die «Kolbenwirkung» der Züge und wird durch die Konstruktion der Portale begünstigt. Die Bildergallerie zeigt, wann und wie Be- und Entlüftungsbauwerke sowie Ventilatoren zum Einsatz kommen.

  • Die durchfahrenden Züge sorgen mit ihrer Kolbenwirkung für Luftzirkulation.
  • Die zwei Tunnelportale der Einspurröhren sind nicht auf gleicher Höhe. Damit wird verhindert, dass austretende Luft in die andere Röhre hineinströmt («Luftkurzschluss»).
  • Der Luftabzug beim Tunnelausgang wird durch die Thermik der steinernen Portalumgebung begünstigt.
  • Die Notbahnhöfe und Rettungsstollen werden im Brandfall über Lüftungszentralen belüftet.
  • Während Unterhaltsarbeiten werden Temperatur und Druckschwankungen durch Ventilatoren reguliert.

15 Fakten zum Gotthard

Ist der neue Tunnel wirklich der längste der Welt? Wieso verlaufen die Röhren nicht gerade? Und was passiert mit der alten Bergstrecke? 15 Fakten zum neuen Gotthard-Basistunnel: kurz, informativ, überraschend.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Frische Luft im Tunnel: Wie ist das zu schaffen?

    Aus Einstein vom 26.5.2016

    In einem 57 Kilometer langen Tunnel steckt zu wenig Luft, damit es zum Atmen reicht. Vor allem dann nicht, wenn die Bauarbeiter stundenlange Unterhaltsarbeiten verrichten müssen. Darum haben die Ingenieure der Alptransit ein weltweit einzigartiges Lüftungssystem entwickelt: mit einem 54 Tonnen schweren mobilen Lüftungstor.