Häftlinge ins Ausland verlegen?

In der Schweiz sind die Gefängnisse überfüllt, im umliegenden Ausland halb leer. Deshalb gewinnt eine neue Idee in der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren an Popularität.

Die Probleme mit überbelegten Gefängnissen könnten umgangen werden, indem Insassen ihre Freiheitsstrafe im Ausland verbüssen. Über diese Idee wird in der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) nachgedacht.

«Weshalb sollten wir es nicht ausnützen, dass in umliegenden Ländern Gefängnisse halb leer sind», fragte sich Charles Juillard, Präsident der Justizdirektorenkonferenz der Romandie und des Tessins (CLDJP) in der Sendung «19:30» des Westschweizer Fernsehens RTS. Er erwähnte dabei Süddeutschland. Die KKJPD sei daran, die gesetzlichen Aspekte eines solchen Vorgehens zu prüfen.

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet nannte die Idee im Fernsehbeitrag «verführerisch». In seinem Kanton ist besonders das Gefängnis Champ-Dollon überbelegt. Nach Angaben von RTS hat das Bundesamt für Justiz bisher keine formelle Anfrage der KKJPD in der Angelegenheit erhalten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gefängnisinsassen ins Ausland?

    Aus Tagesschau vom 15.3.2014

    Die Gefängnisse in der Westschweiz sind praktisch chronisch überfüllt. Ein ungewöhnlicher Vorschlag des Präsidenten der Justizdirektoren-Konferenz der Romandie und des Tessins sorgt jetzt für Gesprächs-Stoff: Charles Juillard sagt, Verurteilte sollen ihre Strafe in Gefängnissen im benachbarten Ausland absitzen.