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Schweiz «Hausaufgaben sind schlecht für die Chancengleichheit»

Der Verband der Schulleiter hat die Frage neu lanciert, ob Hausaufgaben sinnvoll oder überflüssig sind. Verbandspräsident Bernhard Gertsch erklärt, warum er gegen klassische «Ufzgi» ist.

Ein Mädchen sitzt am Küchentisch und schreibt in ein Heft. Gegenüber sitzt eine erwachsene Person mit einem vollgeschriebenen Blatt in der Hand.
Legende: Nach der Schule sollen Kinder vor allem auf Primarstufe Zeit zum Spielen haben, wie Bernhard Gertsch sagt. Keystone

Kurz nach Start des neuen Schuljahrs lanciert der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter die Frage neu, ob Hausaufgaben sinnvoll oder überflüssig sind. Der Verband trifft sich am Donnerstag zur Geschäftsleitungssitzung und wird das Thema dort diskutieren. Warum es jetzt erneut auf den Tisch kommt, erklärt Verbandspräsident Bernhard Gertsch im Gespräch.

SRF News: Sind Hausaufgaben für die Schülerinnen und Schüler sinnvoll oder überflüssig?

Bernard Gertsch: Die Schülerinnen und Schüler haben zu Hause sehr unterschiedliche Situationen, um ihre Hausaufgaben zu machen. In der einen Familie werden sie unterstützt, in der anderen sind sie alleine und haben keine Hilfe.

Müssen die Hausaufgaben deswegen gleich abgeschafft werden?

Wir möchten jene Familien entlasten, bei denen Hausaufgaben immer wieder zu Streit führen. Eigentlich können wir das, was die Schüler lernen sollten, auch in der Schule machen.

Dass die Hausaufgaben bei den Schülern nicht so beliebt sind, ist normal. Ist das der einzige Grund, auf sie zu verzichten?

Immer häufiger unterrichten Fachlehrpersonen oder Lehrpersonen teilen sich eine Stelle. Es ist aufwändig, die Hausaufgaben im Team zu koordinieren, damit den Schülern nicht zu viele Hausaufgaben gegeben werden.

Müsste man die Hausaufgaben unter den Fachlehrern nicht besser absprechen?

Das ist ein Ansatz, den wir Schulleiter und Schulleiterinnen verfolgen. Mit diesem Thema wollen wird die Sensibilisierung der Lehrpersonen erhöhen, damit solche Kumulierungen von Hausaufgaben weniger vorkommen.

Es kommt immer wieder zu Diskussionen über Hausaufgaben. Die Befürworter sagen, eine Schule ohne sie sei zu weich. Wie wollen Sie dem Vorwurf der Kuschelpädagogik entgegenwirken?

Wir finden die Schule gar nicht weich. Die Schülerinnen und Schüler sind in unseren Schulen sehr gefordert. Wenn sie in allen Lektionen voll dabei sind, sind sie nach der Schule wirklich müde und haben auch Spiel verdient.

Was gibt es für Alternativen zu klassischen Hausaufgaben?

Wir müssen unterscheiden, ob es in der Primar- oder Sekundarschule ist. In der Oberstufe kann es durchaus sinnvoll sein, Hausaufgaben zu geben. Wir sind nicht generell dagegen, sondern für einen bewussten Umgang mit Schul-Hausaufgaben.

Das Gespräch führte Monika Zumbrunn.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Man glaubt mit Chancengleichheit alle Kinder und Erwachsenen gleich intelligent machen zu können. Das ist sehr weit von der Wirklichkeit. Ein intelligenter Mensch wird mit dem gleichen Wissen, oder auch mit viel weniger Wissen eines nicht-intelligenten Menschen etwas gutes machen, das der nicht-intelligente niemals tun könnte. Deshalb gibt es auch "dumme" Lehrer, Anwälte, Ärzte, und vor allem dumme Politiker. Wenn man sich die Mühe macht hinzuschauen, kann man diesen Unterschied sehr gut sehen.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Es wird immer Eltern geben, die ihren Kindern Raum, Zeit und Unterstützung bieten für die Ausbildung und Eltern, die alle Erziehungsarbeit auf den Staat abwälzen wollen. So gesehen ist die Chancengleichheit aller Kinder niemals gewährt - ausser der Staat übernimmt die Erziehung wie in der ehem. DDR.
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  • Kommentar von Lily Baumann (Medinilla)
    @Marianne Roe: Sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, Sie schiessen am Ziel vorbei! Bitte bleiben Sie in ihren Kommentaren beim Thema und benützen sie diese nicht, um ihren Frust loszuwerden.
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