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Schweiz Hauseigentümer wollen Eigenmietwert abschaffen

Der Hauseigentümerverband hat der Bundesversammlung eine Petition übergeben. Darin fordern die Hauseigentümer, den Eigenmietwert abzuschaffen. Obwohl das Anliegen auf politische Unterstützung stösst, dürfte die Forderung beim Volk einen schweren Stand haben.

Ein Vorort mit Einfamilienhäuser.
Legende: Die Hauseigentümer unternehmen einen neuen Versuch, den ungeliebten Eigenmietwert loszuwerden. Keystone

Mit einer Petition fordert der Hauseigentümerverband (HEV) die Abschaffung des Eigenmietwerts. Nach eigenen Angaben hat er 145'000 Unterschriften gesammelt. Diese sind heute in Bern der Bundesversammlung übergeben worden.

Der HEV fordert konkret ein einmaliges Wahlrecht für Hauseigentümer, den Eigengebrauch einer Liegenschaft nicht der Einkommenssteuer zu unterstellen. Heute muss der so genannte Eigenmietwert versteuert werden. Im Gegenzug können die privaten Schuldzinsen abgezogen werden. Dies wäre nach Abschaffung des Eigenmietwerts nur noch bis zur Höhe der steuerbaren Vermögenserträge möglich.

Anliegen stösst auf Zustimmung im Parlament

Das Anliegen der Petition deckt sich mit einer Motion von HEV-Präsident Hans Egloff (SVP/ZH). Der Nationalrat hat dieser bereits zugestimmt, nun ist der Ständerat am Zug. Im September 2012 hatten Volk und Stände die Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» abgelehnt. Es war bereits die dritte erfolglose Vorlage, die die Besteuerung des Eigenmietwerts zur Diskussion stellte.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Schwyzer (Michael Schwyzer)
    1. ungerechtfertigten Eigenmietwert abschaffen 2. ungerechtfertigte Steuerabzüge bei jeglichen Schuden abschaffen 3. Bodensteuer einführen (Der Eigenmietwert rechtfertigt nur indirekt die Bodenmieten, die ihrerseits ein unfaires Geschwür des hiesigen Kapitalismus darstellen. Jeder hat ein Recht auf Leben, aber sobald man von Zuhause auszieht, ist man schon Miete bezahlen, nur dass man überhaupt irgendwo leben kann. Oder versuchen Sie mal, legal im Zelt im Wald zu leben.)
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Entschuldigung, Herr Schwyzer,Sie widersprechen sich selber. Die Steuer auf den Eigenmietwert (der ist da, ob sie ihn versteuern oder nicht) ganz aufzuheben, würde ja heissen, dass ein schon heute ungerechtfertigter Steuerabzug auf einem Teil des Einkommens (dem Ertrag aus dem Immobilienkapital) ganz abgeschafft würde, was Sie im zweiten Satz verneinen. Man kann auch nicht Brutto- sondern nur Nettoeinnahmen versteuern und deshalb darf auch nur Kapitalertrag minus Kapitalkosten versteuert werden.
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  • Kommentar von Kurt Schrag (Hüo)
    Wenn der Antrag des Hauseigentümerverbands realisiert wird, müssen die Mieterverbände umgehend eine Initiative starten, so dass die Mieter den Mietzinsbetrag ebenfalls von den Steuern abziehen können!
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Genau, denn der heutige Zustand ist bereits eine gewaltige Diskriminierung der Mieter und verletzt den Verfasssungsartikel "Jeder wird nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besteuert". Eigentlich müsste der bereits heute gewährte Steuerrabatt auf dem Einkommen "Eigenmietwert" vor Bundesgericht eingeklagt werden. Sollte in Zukunft der Steuerrabatt zugunsten der superreichen Villenbesitzer auf 100% ausgedehnt werden, muss ernsthaft ins Auge fassen werden, gegen jeglichen Rabatt zu klagen.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Die Diskussion zeigt eine wesentliche Ursache für die laufenden und verstärkt zu erwartenden Polarisierungen: Diejenigen, die nicht darunter leiden würden, einen grösseren Anteil an die Gemeinschaft zu leisten, sind dazu nicht bereit. - Wie war das nun wieder mit unserer christlich-abendländischen Leitkultur? Hatte da nicht einmal ein Sohn eines fiktiven Vaters gesagt, Geben sei seliger als Nehmen (Apostelgeschichte 20:35)? Da "vergisst" man diese anderswo gerne eingesetzten Argumente lieber...
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Genau, die Wohneigentümer wollen lieber von noch mehr Steuerrabatt profitieren, als dass den Mietern gleiches Recht eingeräumt wird, ebenfalls einen Teil der Wohnkosten von den Steuern abziehen zu können. Wenn es so ist, liegt es eben primär daran, dass in unserem Parlament praktisch keine Mieter sitzen, sondern fast ausschliesslich (Eigen)Interessensvertreter von Wohneigentümer und die sagen sich: Geben ist zwar seeliger als nehmen, aber vom umgekehrten kann ich besser leben.
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