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Warum raucht die Schweiz überdurchschnittlich?
Aus HeuteMorgen vom 20.07.2017.
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Tabakkonsum in der Schweiz Hierzulande raucht es ziemlich heftig

Weltweit pafft jeder fünfte Erwachsene, in der Schweiz jeder vierte. Sind die Eidgenossen beim blauen Dunst zu liberal?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tabakprävention oder Konsumkontrolle erreicht heute über die Hälfte der Weltbevölkerung. Ein neuer WHO-Report spricht von sinkenden Raucherzahlen.
  • Laut WHO rauchen weltweit 20 Prozent der Erwachsenen. In der Schweiz frönen dagegen 25 von 100 Erwachsenen dem blauen Dunst.
  • Gesundheitsorganisationen führen den überdurchschnittlichen Wert in der Schweiz auf die gesetzlichen Vorteile der Tabakindustrie zurück.
  • Die Tabaksteuer in der Schweiz schwemmt jedes Jahr Milliardenbeträge in AHV, IV, EO und Ergänzungsleistungen.

Sieben Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen des Tabakkonsums. Rauchen ist damit die häufigste vermeidbare Todesursache. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erreicht nach eigenen Angaben mit Prävention und Aufklärung mittlerweile mehr als die halbe Welt. Sei es mit Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen, Werbeverboten oder anderen Formen der Tabakkonsumkontrolle.

Weltweit gehen die Raucherzahlen langsam zurück. Doch während laut WHO weltweit noch jeder fünfte Erwachsene zum Glimmstengel greift, ist es in der an sich gesundheitsbewussten Schweiz jeder vierte.

Gesundheitsorganisationen führen dies auf die europaweit einmaligen gesetzlichen Privilegien der Schweizer Tabakindustrie bei Werbung, Promotion und Sponsoring zurück, erklärt SRF-Wissenschaftsredaktorin Katharina Bochsler: Die grossen Tabakkonzerne produzierten in der Schweiz über 40 Milliarden Zigaretten pro Jahr. Entsprechend stark seien deren Lobby und die Sympathie, welche die Tabakbranche im Parlament geniesse.

Die Konzerne produzieren in der Schweiz über 40 Milliarden Zigaretten pro Jahr. Entsprechend stark ist die Sympathie für die Tabakbranche im Parlament.
Autor: Katharina BochslerSRF-Wissenschaftsredaktorin

Das Parlament jedenfalls lehnte Anfang Jahr sowohl ein Tabakwerbeverbot ab, ebenso den halbherzigen Wunsch des Bundesrats nach neuen Kompetenzen zur Erhöhung der Tabaksteuer.

Milliarden aus der Tabaksteuer

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer wachsen in der Schweiz seit Jahren trotz sinkender Verkaufszahlen. Vor 25 Jahren wurden gut 16 Milliarden Zigaretten verkauft, was dem Staat 972 Millionen Franken eintrug. 2012 wurden noch 11,427 Milliarden Zigaretten verkauft, doch stiegen die Einnahmen auf 2,397 Milliarden Franken an.

Mangels weiterer Steuererhöhungen und weiter rückläufiger Verkäufe schrumpfen die Einnahmen seit 2013. Damals hatte der Bundesrat seinen Spielraum mit einer letzten Erhöhung um zehn Rappen ausgeschöpft. 2015 gingen noch 2,198 Milliarden Franken aus der Tabaksteuer ein. Das Geld fliesst in AHV, IV, EO und Ergänzungsleistungen.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden  (E. W.)
    In der Schweiz, bedeutet ja aber nicht, dass sie alle Schweizer sind. Z. B. in der Stadt Zürich ist jeder 4. Ausländer. Diese Studie besagt also nur, dass in der Schweiz viel geraucht wird.
  • Kommentar von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
    Und vor allem ganz tragisch ist, dass sehr viel junge Frauen oder Mädchen rauchen. Die ganzen Kampagnen scheinen da nicht zu wirken, auch Erhöhung des Tabakpreises bringt nicht wirklich viel. Es wäre an der Zeit Rauchen im öffentlichen Raum zu verbieten, denn es ist eklig im Straßencafé, an der Bushaltestelle etc.
    1. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      Da gibt es einen genialen Cartoonisten: Mike by Züri. "Ein Mann raucht überall im Freien bei jedem Wetter, Sommer wie Winter. Er beim Arzt für einen Gesundheitscheck sagt dieser zum Patienten: Sie sind kerngesund. Sicher weil sie sich viel im Freien aufhalten." ;-) Und ein Raucherwitz ist auch:" Geräuchertes Fleisch hält länger."
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Danke M. Räumelt. Genial und wahr. M. Koller: 9364 Tote durch Rauchen ??!! Unmöglich, auch unmöglich zu beweisen. Wie viele Drogen und Alkohol waren die Grundursache.....
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Sie können die Statistiken selbst lesen. Da werden auch die zugrunde liegenden Erkrankungen aufgelistet. Gibt es es auch für Alkohol und andere Drogen. Leugnen hilft nicht.