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Zeit ist Hirn – Erkennen Sie einen Schlaganfall?
Aus Puls vom 19.08.2019.
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Hilfe bei Schlaganfall Weshalb viele zögern, 144 zu wählen

Die Schlaganfall-Therapie im Spital wird immer besser. Das Problem ist, sie rechtzeitig zu bekommen.

Wird das Hirn plötzlich nicht mehr mit Blut versorgt, geht es schnell ans Lebendige: Der Sauerstoffmangel lässt Hirnzellen absterben – je länger, desto mehr.

Typische Schlaganfall-Symptome

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  • Halbseitige Lähmung, Schwäche oder Gefühlsstörung in Gesicht, Arm oder Bein:
    - Versucht die Person zu lächeln, steht der Mund schief oder die Mundwinkel hängen einseitig herunter.
    - Versucht die Person, ihre Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen, hängt oder fällt einer der Arme runter.
  • Probleme zu sprechen, Worte zu finden oder Sprache zu verstehen: Versucht die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, ist die Sprache undeutlich, verwaschen oder schwer verständlich.
  • Sehstörungen.
  • Schwindel, Erbrechen, Übelkeit.
  • Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörung.
  • Plötzliche heftige Kopfschmerzen (bei Hirnblutungen)

Quelle: fragile.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster

Die spezialisierten Spitäler sind auf die Behandlung der verstopften Blutbahnen immer besser eingerichtet. Laufend wird an den Abläufen gefeilt, um Patienten so schnell wie möglich die richtige Therapie zukommen zu lassen.

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Sobald ein Patient im Spital ist, läuft die «Stroke Clock» mit und hält die Helfer auf Trab.
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Auf das grösste Problem haben die Mediziner aber keinen Einfluss: Ein Drittel aller Patienten kommt zu spät ins Spital. Meist, weil die Symptome nicht richtig gedeutet werden.

Wie schwer es fällt, einen Schlaganfall zu erkennen, hat ein Versuch der Gesundheitssendung «Puls» auf dem Berner Waisenhausplatz gezeigt: Ein Schauspieler simulierte typische Symptome, zufällige Passanten wurden um Hilfe gebeten.

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Feldversuch in Bern: Erkennen zufällige Passanten den simulierten Schlaganfall?
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Das ernüchternde Ergebnis des Feldversuchs: Zwar war allen Hilfeleistenden schnell klar, dass hier ein ernster Notfall vorliegt – nur ein Drittel erkannte ihn aber als Schlaganfall und hätte folgerichtig den Notfalldienst alarmiert.

Die tiefe Erfolgsrate überrascht Neurologe Andreas Luft vom Universitätsspital Zürich nicht. Das grösste Problem: «Ein Hirnschlag schmerzt nicht.» Dadurch sei die Dringlichkeit nicht so gegeben wie bei einem Herzinfarkt, wo sich Betroffene ans Herz greifen. «Da weiss man gleich, was Sache ist.»

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Studiogespräch mit Neurologe Andreas Luft. «Ein Schlaganfall ist nicht einfach zu erkennen. Deshalb lieber einmal zu viel den Notruf alarmieren!»
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Die Symptome werden deshalb gerne ignoriert und unterschätzt – manchmal sogar von den Betroffenen selbst.

So geschehen bei Schlaganfallpatientin Mireille Gigandet, die unter der Dusche plötzlich auf zitternden Beinen stand. «Mein Mann wollte gleich die Ambulanz rufen. Dagegen habe ich mich heftig gewehrt: Wegen so einer Lappalie ruft man doch nicht den Krankenwagen!»

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Mireille Gigandets erste Reaktion: «Wegen so was ruft man doch nicht die Ambulanz!»
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Michel Gigandet blieb hartnäckig und alarmierte 144. Zum Glück. Denn wie sich später zeigte, war der Grund der «Lappalie» eine verstopfte grosse Hauptarterie – die schlimmstmögliche Form eines Schlaganfalls. «Sehr viele Patienten, die nicht behandelt werden, sterben», weiss Neuroradiologe Jan Gralla vom Inselspital Bern, wo Gigandet damals behandelt wurde. «Und wer nicht stirbt, hat meist schwere Behinderungen.»

Wie viel Schaden bei Mireille Gigandet verhindert wurde, musste ihr Mann hautnah miterleben: «Es ging wirklich schnell. Eben noch konnten wir uns unterhalten und plötzlich ging nichts mehr.» Sie lallte und war nur noch zu unkoordinierten Bewegungen fähig. «Wie ein Maienkäfer in Rückenlage. Ein furchtbarer Anblick»

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Michel Gigandet erinnert sich nur ungern an den damaligen Zustand seiner Frau.
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Ein Jahr später ist Mireille Gigandet der Schlaganfall nicht mehr anzumerken. Dank der Hartnäckigkeit ihres Mannes, der den Notruf lieber einmal zu viel als einmal zu wenig alarmiert hat.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Alain Pfäffli  (alä)
    Leider dachte ich bei mir selbst auch erst an unterzucker. Jemand fragte, ob er 144rufen soll. Ich: nein, nur etwas schwwiwindlig. Fazit: stunden zu spät in der Notfall und auf bittere Weise gelernt, was ein Schlaganfall ist. Aber ich lebe noch
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Das Problem: ein Fehlanruf und es kosten ein Vermögen. Und wussten Sie: zweimal pro Jahr ein Krankenwagen, danach bezahlen Sie ihn selber.
    Unsere sch....s Krankenkasse dient nur einem Zweck: die Reichen noch reicher zu machen.
    Und die d....n Schweizer stimmen dem auch noch zu. Da muss man doch geistig umnachtet sein. Da hilft auch kein 144 mehr!
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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Ich erwachte vor einigen Jahren während der Nacht. Ich war überzeugt, dass meine Frau einen Hirnschlag hatte. Sofort 144 gewählt. Man bestätigte meine „Diagnose“. Es stellte sich heraus, dass meine Frau einen „akuten doppelten epileptischen Anfall“ erlitt, mit einer Schädigung des Frontal-Hirnlappens. Nach drei Tagen im Koma war meine Frau dement und an den Rollator gebunden. In der Zwischenzeit durfte sie nach einem schweren Herzinfarkt endlich sterben!
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