Jahrelang stand das Hotel leer. Jahrelang fuhr das Ehepaar Barbara und Martin Künzi am verwaisten Haus in der Gemeinde Schattenhalb im Haslital vorbei. Bis immer mehr die Idee reifte, es zu kaufen.
Es war nicht der klassische Traum vom Führen eines Hotels, sondern die Idee, einen «inspirierenden Ort» zu schaffen. Das altehrwürdige Haus am Reichenbachfall, mit seiner geheimnisvollen Ausstrahlung, hatte das Paar schon lange fasziniert.
Der Kauf des über 120 Jahre alten Hotels war kein überstürzter Entschluss. Doch rückblickend sagt Barbara Künzi: «Es ist einfach geschehen um uns.» Die Anziehungskraft des Hauses sei «unwiderstehlich» gewesen.
Als wäre die Zeit stehen geblieben: Das Haus vor der Sanierung
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Bild 1 von 5. Das Hotel wurde um 1900 erbaut. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 5. Es wurde vor dem Kauf durch die Familie Künzi von Zeit zu Zeit den neuen Bedürfnissen angepasst. Doch vieles war stark in die Jahre gekommen – wie zum Beispiel die Küche. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 5. Das waren noch Zeiten: damals, als man in der Gaststube rauchen durfte. Die Aschenbecher standen beim Kauf alle noch da. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 5. Auch die elektrischen Anlagen waren vor der Sanierung aus einer anderen Zeit ... Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 5. ... wie auch die Hotelzimmer. Bildquelle: SRF.
Ohne Vorkenntnisse in der Hotellerie – sie arbeitet normalerweise als Logopädin, er als Markenberater –, wagten Künzis den Schritt und begannen mit der Sanierung.
Herausforderungen und unerwartete Wendungen
Der Weg zum sanierten Haus war jedoch nicht ohne Stolpersteine. Die Baubewilligung liess auf sich warten, Architekten mussten gewechselt werden, und die Sanierung erforderte viel Geduld.
Die Arbeit am Hotel bot eine willkommene Ablenkung.
Ein Branchenkenner warnte vor einer möglichen Überforderung, da sich viele Enthusiasten in solchen Projekten schnell übernehmen würden. Doch die Künzis, die beide weiterhin ihren Berufen nachgehen und somit nicht existenziell vom Hotel abhängig sind, liessen sich nicht entmutigen. Sie sehen das Projekt als ein «teures Hobby» und eine Leidenschaft, die sie gemeinsam verfolgen.
Besonders herausfordernd war eine Krebserkrankung von Barbara Künzi während der Umbauphase. «Die Krankheit und das Hotelprojekt zusammen waren aus menschlicher Sicht zu viel», sagt Barbara Künzi. Aber: «Die Arbeit am Hotel bot eine willkommene Ablenkung.»
Und als es beim Hotelprojekt vorwärts ging, konnten sie sich am Fortschritt erfreuen. «Es hilft wahnsinnig, wenn man das Schwierige auch mal stehen lassen kann und sich auf anderes konzentrieren darf», ergänzt Martin Künzi.
Ein Projekt als «Baby»
Das Paar aus Thun konnte keine Kinder bekommen. Das Hotelprojekt bezeichnen sie deshalb durchaus als ihr «Baby». Es ist nicht das erste Projekt, das sie gemeinsam angepackt haben, aber sicherlich das grösste. «So können wir zusammen etwas erleben und uns als Paar weiterentwickeln», sagt Martin Künzi.
Das Hotel nach der Sanierung
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Bild 1 von 3. Das Hotel bietet einen Mischung aus Alt und Neu. Bildquelle: SRF / Thomas Pressmann.
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Bild 2 von 3. Sei es in der Hotellobby ... Bildquelle: SRF / Thomas Pressmann.
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Bild 3 von 3. ... oder in den Zimmern. Bildquelle: ZVG / Hotel Schwendi.
Das Hotel Schwendi ist nun eröffnet. Die Frage ist, wie sich die Buchungen entwickeln werden. Das Ehepaar gibt sich zwei Jahre Zeit, um das Hotel zu etablieren.
Würden sie den Schritt wieder wagen? «Auf jeden Fall!», sagen sie unisono. Tatsächlich sind sie auch anderen neuen Projekten nicht abgeneigt. Ob das nächste wieder ein Hotelprojekt sein wird, ist noch offen.