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Bauruine in Baden AG Ehemaliges Luxus-Badhotel verlottert – hilft bekannter Investor?

Der «Verenahof» gilt als Schandfleck im Bäderquartier Baden AG. Jetzt gibt es eine Rettungsidee. Ob sie ankommt, ist unklar.

In Baden haben vor über 2000 Jahren schon die Römer im Thermalwasser gebadet. Heute «wellnessen» die Badegäste im modernen Thermalbad Fortyseven. Es wurde von Stararchitekt Mario Botta designt und 2021 eröffnet.

Gleich nebenan aber verfällt ein historischer Gebäudekomplex, das ehemalige Luxus-Badhotel Verenahof. Nun will der bekannte Immobilienentwickler Christoph Schoop die Bauruine retten. Doch ob seine Idee ankommt, ist unklar.

Landschaft mit Fluss und Gebäuden, umgeben von Hügeln und Bäumen.
Legende: Das Fortyseven-Bad (rechts) prägt das Bäderquartier in Baden. Noch steht aber die grosse Verenahof-Bauruine im Quartier und erinnert an vergangene Zeiten. SRF

Aktuell ist der Verenahof eine Bauruine. Das Herzstück des Bäderquartiers ist eingerüstet. Die Bauarbeiten wurden gestoppt, weil die Kosten aus dem Ruder liefen. Für das Bäderquartier und die vielen Badegäste ist der Verenahof kein schöner Anblick.

Aus dem ehemaligen Luxus-Badhotel soll eine Reha-Klinik werden, das plant die Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden» seit 2010.

90-Millionen-Franken-Projekt

Der Verenahof ist ein Gebäudekomplex: Ihm angebaut sind die Hotels Bären und Ochsen. Im Untergeschoss befindet sich eine Thermalquelle. In den oberen Stöcken hat es Säle und Zimmer.

Gewisse Teile des verwinkelten Komplexes sind denkmalgeschützt, andere nicht. Die Statik der Gebäude ist nicht vollständig geklärt und es existieren nicht alle Baupläne. Die Idee, hier eine moderne Reha-Klinik mit Liftschächten, breiten Gängen und Brandschutz-Einrichtungen zu bauen, ist ambitioniert.

Im Hotel Verenahof gingen Prominente ein und aus

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Mann mit Brille liest Buch vor Bücherregal.
Legende: Hermann Hesse war Stammgast im Verenahof. Im Buch «Kurgast: Aufzeichnungen von einer Badener Kur» hat Hermann Hesse zwischen 1923 und 1925 Glossen verfasst. Wikimedia Commons

Der «Verenahof» Baden wurde im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Grand Hotels, gebaut. Die Badegäste wurden ab 1829 mit Wasser aus der eigenen Veranahofquelle versorgt. In der Zeit des zweiten Weltkriegs aber blieben die Kurgäste aus.

Die Gebäude der angrenzenden Hotels Ochsen und Bären wurden mit der Zeit mit dem Hotel Verenahof verbunden und es entstand ein grosser Gebäudekomplex. Er galt als Herzstück des Bäderquartiers, wo auch Prominente wie der Autor Hermann Hesse (1877–1962) oder Komponist Richard Strauss (1864–1949) übernachtet und gekurt hatten.

Seit 2002 geschlossen

In den 80er-Jahren gingen dann gleich mehrere Hotels zu: Zuerst schlossen das Römerbad, die Hotels Ochsen, Bären und Staadhof. 2002 ging dann der «Veranahof» zu. Nur noch das historische Hotel Blume und der Limmathof im selben Quartier sind saniert und in Betrieb.

Die Stiftung hat bereits 30 Millionen Franken investiert. Unterdessen sind die Kosten regelrecht explodiert. Sie haben sich auf rund 90 Millionen Franken verdreifacht. Der Bau wurde gestoppt und die Verantwortlichen entlassen. Seit Sommer 2023 geht nichts mehr.

Rettung in Sicht?

Als Retter in der Not tritt der bekannte Aargauer Investor und Immobilienentwickler Christoph Schoop auf. Schoop kennt sich mit historischen Gebäuden aus. Aktuell saniert er die Alte Mühle in Boniswil AG. 2025 hat er das historische Hotel Furkablick gekauft und 2023 das verlotterte Hotel des Alpes auf der Rigi ersteigert.

Immobilienentwickler Christoph Schoop sagt: «0815-Projekte interessieren mich nicht.» Ob er sich für ein Gebäude stark mache, entscheide er immer aus dem Bauch heraus, lange bevor er den Rechner hervorhole: «Das ist jeweils eine Herzensangelegenheit.»

Vision ohne Zukunft?

Schoop präsentierte der Besitzerin seine Vision. «Wir sind 2025 auf die Stiftung zugegangen, mit Ideen, was man mit dem Verenahof machen könnte.» Er sei bereit, als Co-Investor einzusteigen.

Mann sitzt am Konferenztisch mit Fotos und Dokumenten.
Legende: Immobilienentwickler Christoph Schoop mit dem Konzept für das Badener Bäderquartier. Ob das Konzept zum Zug kommt, ist noch nicht klar. SRF / Stefan Ulrich

Im Haus soll es eine Kunstsammlung geben und Platz für Kulturschaffende. Ergänzt würde das Ganze mit Wohnungen und einem Boutique-Hotel. In den sogenannten Katakomben wäre Thermalbaden möglich. Kostenpunkt: 40 bis 50 Millionen Franken.

Kein Kommentar von Besitzerin

Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden hat somit von einem renommierten Kenner historischer Bausubstanz ein Angebot erhalten. Doch seit März 2025 herrsche Funkstille, sagt Schoop gegenüber SRF. Die Stiftung will sich dazu nicht äussern und schreibt: «Als Eigentümerin der Liegenschaft nehmen wir zum aktuellen Zeitpunkt zu bereits bekannten Ideen keine Stellung.»

In Baden geht die Befürchtung um, dass der Verenahof samt Baukran einstürzen könnten. Ob und wann die Stiftung als Besitzerin auf Schoops Ideen eingeht, ist unklar. Gut möglich, dass Baden noch länger mit den Schandfleck im historischen Bäderquartier leben muss.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 19.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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