In Baden haben vor über 2000 Jahren schon die Römer im Thermalwasser gebadet. Heute «wellnessen» die Badegäste im modernen Thermalbad Fortyseven. Es wurde von Stararchitekt Mario Botta designt und 2021 eröffnet.
Gleich nebenan aber verfällt ein historischer Gebäudekomplex, das ehemalige Luxus-Badhotel Verenahof. Nun will der bekannte Immobilienentwickler Christoph Schoop die Bauruine retten. Doch ob seine Idee ankommt, ist unklar.
Aktuell ist der Verenahof eine Bauruine. Das Herzstück des Bäderquartiers ist eingerüstet. Die Bauarbeiten wurden gestoppt, weil die Kosten aus dem Ruder liefen. Für das Bäderquartier und die vielen Badegäste ist der Verenahof kein schöner Anblick.
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Bild 1 von 4. Was sich hinter dem Baugerüst alles verbirgt, ist nicht sichtbar. Die Besitzerin, eine Stiftung, hat die Bauarbeiten vorerst gestoppt. Bildquelle: SRF / Stefan Ulrich.
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Bild 2 von 4. Einblick in die Baustelle im Jahr 2022: Man mag die Glanzzeiten des Saals erahnen. Bildquelle: SRF / Stefan Ulrich.
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Bild 3 von 4. Ein Bild aus 2022: Die drei Hotels Verenahof, Bären und Ochsen haben schon bessere Zeiten erlebt, wie man hier an einem der Eingänge sieht. Bildquelle: SRF / Stefan Ulrich.
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Bild 4 von 4. Im Verenahof hat es eine Thermalquelle. Ein Investor findet, in den ehemaligen Katakomben könnte man durchaus wieder einmal baden. Dafür müssten sie aber zuerst saniert werden. Bildquelle: SRF / Stefan Ulrich.
Aus dem ehemaligen Luxus-Badhotel soll eine Reha-Klinik werden, das plant die Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden» seit 2010.
90-Millionen-Franken-Projekt
Der Verenahof ist ein Gebäudekomplex: Ihm angebaut sind die Hotels Bären und Ochsen. Im Untergeschoss befindet sich eine Thermalquelle. In den oberen Stöcken hat es Säle und Zimmer.
Gewisse Teile des verwinkelten Komplexes sind denkmalgeschützt, andere nicht. Die Statik der Gebäude ist nicht vollständig geklärt und es existieren nicht alle Baupläne. Die Idee, hier eine moderne Reha-Klinik mit Liftschächten, breiten Gängen und Brandschutz-Einrichtungen zu bauen, ist ambitioniert.
Die Stiftung hat bereits 30 Millionen Franken investiert. Unterdessen sind die Kosten regelrecht explodiert. Sie haben sich auf rund 90 Millionen Franken verdreifacht. Der Bau wurde gestoppt und die Verantwortlichen entlassen. Seit Sommer 2023 geht nichts mehr.
Rettung in Sicht?
Als Retter in der Not tritt der bekannte Aargauer Investor und Immobilienentwickler Christoph Schoop auf. Schoop kennt sich mit historischen Gebäuden aus. Aktuell saniert er die Alte Mühle in Boniswil AG. 2025 hat er das historische Hotel Furkablick gekauft und 2023 das verlotterte Hotel des Alpes auf der Rigi ersteigert.
Immobilienentwickler Christoph Schoop sagt: «0815-Projekte interessieren mich nicht.» Ob er sich für ein Gebäude stark mache, entscheide er immer aus dem Bauch heraus, lange bevor er den Rechner hervorhole: «Das ist jeweils eine Herzensangelegenheit.»
Vision ohne Zukunft?
Schoop präsentierte der Besitzerin seine Vision. «Wir sind 2025 auf die Stiftung zugegangen, mit Ideen, was man mit dem Verenahof machen könnte.» Er sei bereit, als Co-Investor einzusteigen.
Im Haus soll es eine Kunstsammlung geben und Platz für Kulturschaffende. Ergänzt würde das Ganze mit Wohnungen und einem Boutique-Hotel. In den sogenannten Katakomben wäre Thermalbaden möglich. Kostenpunkt: 40 bis 50 Millionen Franken.
Kein Kommentar von Besitzerin
Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden hat somit von einem renommierten Kenner historischer Bausubstanz ein Angebot erhalten. Doch seit März 2025 herrsche Funkstille, sagt Schoop gegenüber SRF. Die Stiftung will sich dazu nicht äussern und schreibt: «Als Eigentümerin der Liegenschaft nehmen wir zum aktuellen Zeitpunkt zu bereits bekannten Ideen keine Stellung.»
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Bild 1 von 3. Ein Bild aus vergangenen Zeiten aus dem Jahr 2009. Hier ist die Fassade noch sichtbar, das Hotel aber schon länger geschlossen. Bildquelle: Wikimedia Commons / Voyager.
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Bild 2 von 3. In Baden kursieren Ängste, dass der Verenahof oder zumindest der Baukran einstürzen könnten. Noch ist unklar, wie es mit dem historischen Gebäude weitergeht. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Heute sind das 600-jährige Hotel Blume und der Limmathof im Bäderquartier saniert und zugänglich. Im Bild das berühmte Atrium des Hotels Blume, aufgenommen 2021. Ob der Verenahof gleich nebenan mal mehr wird als eine Bauruine, ist unklar. Bildquelle: SRF.
In Baden geht die Befürchtung um, dass der Verenahof samt Baukran einstürzen könnten. Ob und wann die Stiftung als Besitzerin auf Schoops Ideen eingeht, ist unklar. Gut möglich, dass Baden noch länger mit den Schandfleck im historischen Bäderquartier leben muss.