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Hitze und Sport Baspo-Direktorin: «Mit Klimakammern simulieren wir Hitze»

Die Fussballplätze liegen in der prallen Sonne, die Sportverbände werden von Männern dominiert: Sandra Felix, Direktorin des Bundesamts für Sport, spricht über Baustellen im Schweizer Sport und erklärt, was sie bei Olympischen Spielen anders machen würde als FIFA-Chef Gianni Infantino an der Fussball-WM.

Sandra Felix

Direktorin des Bundesamtes für Sport

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Sandra Felix ist Direktorin des Bundesamtes für Sport. Sie schloss 1997 ihr Fachhochschulstudium zur Betriebsökonomin FH ab und absolvierte Weiterbildungen im Bereich Qualitätsmanagement und «Technik für Ökonomen». Ihre berufliche Erfahrung in Kader- und Führungsfunktionen sammelte sie in der Bau- und Maschinenindustrie und ab 2005 in der öffentlichen Verwaltung.

SRF News: Frau Felix, der Sport leidet unter der Hitze. Müssen wir unsere Sportstätten anpassen?

Sandra Felix: Ja, die Aspekte des Klimawandels müssen wir bei der Planung von Sportinfrastrukturen berücksichtigen. Gefordert sind vor allem die Gemeinden, die diese Anlagen erstellen. Als Bundesamt für Sport sehen wir unsere Aufgabe darin, Wissen zu sammeln und weiterzugeben. Dazu gehört auch die Gestaltung des Umfelds, zum Beispiel die Begrünung im städtischen Raum.

Gibt es bereits konkrete Projekte wie Sonnensegel über Tennis- oder Fussballplätzen?

Nein, bei unserer eigenen Infrastruktur gibt es das noch nicht.

Mit welchen Fragen zu den Folgen des Klimawandels beschäftigen Sie sich konkret? 

Die Frage, wie es möglich ist, auch in Zukunft sicher Sport zu betreiben, ist uns ein Anliegen. Ist bei hohen Temperaturen die Sicherheit noch gewährleistet, wenn man beispielsweise outdoor unterwegs ist, Stichwort Steinschläge im Gebirge?  Ausserdem arbeiten wir mit Klimakammern. Darin lassen sich klimatische Bedingungen wie Hitze simulieren. Das ist vor allem für Athletinnen und Athleten im Leistungs- und Spitzensport spannend. Wir gewinnen dabei aber auch Erkenntnisse, die für die Ausbildung im Bereich «Jugend und Sport» wichtig sind.

Die Umsetzung der Geschlechterquoten braucht natürlich Zeit, man kann nicht einfach einen Schalter umlegen.

Seit 2025 gilt in den Vorständen von nationalen Verbänden eine Frauenquote von 40 Prozent. Wie viele erreichen dieses Ziel?

Rund 90 Prozent der Verbände haben die Geschlechterquote in ihren Statuten verankert. Das ist eine enorme Entwicklung in kurzer Zeit. Die Umsetzung braucht natürlich Zeit, man kann nicht einfach einen Schalter umlegen. Es ist ein Weg, den wir eingeschlagen haben.

Heisst das, Verbände, die die Quote nicht erreichen, erhalten trotzdem Fördergelder?

Es gilt der Grundsatz «Comply or Explain». Entweder man erfüllt die Vorgabe, oder man liefert eine plausible Begründung, warum man sie noch nicht erreicht. Es reicht nicht, einfach zu sagen: «Wir haben niemanden gefunden.» Aber wenn zum Beispiel grundlegende Statutenrevisionen nötig sind, um das Ziel zu ermöglichen, dann ist das plausibel. Wichtig ist, dass die Diskussionen stattfinden und eine Entwicklung angestossen wird.

Die olympischen Spiele müssten für die Bevölkerung zugänglich sein, nicht nur für eine Elite.

Der Bundesrat hat diese Woche kommuniziert, dass er eine Kandidatur für olympische Winterspiele 2038 unterstützen will. Wenn die Spiele dann tatsächlich in der Schweiz stattfinden, was würden Sie anders machen als FIFA-Chef Gianni Infantino aktuell bei der Fussball-WM?

Die Spiele müssten für die Bevölkerung zugänglich sein, nicht nur für eine Elite. Das Ticketing ist da ein zentrales Thema. Zudem sollen die verschiedenen Austragungsorte mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein. Und schliesslich die Nachhaltigkeit: Die Frage der vielen Reisen über weite Distanzen, auch aus ökologischer Sicht – das müssten wir besser machen.

Würden Sie auch einen Friedenspreis verleihen?

(lacht) Ich würde eher einen Preis für die Freiwilligen verleihen. All jene, die sich bei jedem grossen Sportanlass freiwillig engagieren, haben aus meiner Sicht einen Preis verdient.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

Diskutieren Sie mit:

Tagesgespräch, 26.06.2026, 13 Uhr ; 

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