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Schweiz HIV auf dem Rückzug – Schwule schützen sich besser

Nach einem überraschenden Anstieg 2012 ist die Zahl der HIV-Diagnosen in der Schweiz im vergangenen Jahr wieder gesunken. Sie liegt aber nach wie vor weit über dem vom Bund angestrebten Wert. Sorge bereiten zudem auch andere sexuell übertragbare Krankheiten.

Legende: Video Mit viel nackter Haut gegen HIV abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.05.2014.

2012 war die Zahl der HIV-Diagnosen überraschend um 15 Prozent gestiegen. Jetzt scheint klar: Die befürchtete Trendwende ist nicht eingetroffen. Die Zahlen waren 2013 wieder rückläufig und bestätigten, dass die HIV-Diagnosen seit 2009 insgesamt langsam, aber stetig abnehmen.

Im vergangenen Jahr wurden 575 Diagnosen bestätigt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Das ist ein Rückgang von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Legende:
Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten im Zeitverlauf Positive HIV-Tests sind in der Tendenz rückläufig – mit Aussnahme des Jahres 2012. Anders sieht es bei Gonorrhö aus. BAG

Zumeist homosexuelle Männer betroffen

Der Rückgang der HIV-Diagnosen 2013 lässt sich vor allem auf die Gruppe der homosexuellen Männer zurückführen. Deren Anteil lag bei 39 Prozent. Das ist weniger als noch ein Jahr zuvor (45 Prozent). Dennoch wolle sich das nationale Programm HIV auch in den kommenden Jahren auf diese Zielgruppe fokussieren, hält das BAG fest.

Bei den anderen Bevölkerungsgruppen und Übertragungswegen hat sich die Zahl der Meldungen gemäss BAG nur geringfügig verändert. Seit Beginn der HIV-Epidemie sind nach wie vor mehr Männer als Frauen von einer HIV-Infektion betroffen. Frauen machten in den letzten fünf Jahren konstant rund ein Viertel aller HIV-Diagnosen aus, so auch 2013.

Viele Fälle in Genf – wenige in der Ostschweiz

Allerdings sind die regionalen Unterschiede bei den Infektionen gross. Während im Kanton Genf auf 100'000 Einwohner 15,1 Fälle kommen, sind es in den Ostschweizer Kantonen lediglich 3,6 Fälle. Generell sind in Kantonen mit grossen urbanen Zentren die höchsten Ansteckungsraten (GE,ZH, VD, BS) zu verzeichnen.

Der landesweite Durchschnitt beträgt 7,2 Fälle – damit liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt.

Bei den anderen meldepflichtigen sexuell übertragbaren Infektionen setzte sich der unerfreuliche langjährige Trend im vergangenen Jahr fort: Erneut infizierten sich 2013 mehr Menschen mit Gonorrhö und Chlamydiose.

Legende: Video Charles Clerc stülpt sich vor laufender Kamera ein Kondom über den Finger (Tagesschau, 3.02.1987) abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.12.2010.

BAG mit ambitioniertem Ziel

Die 1609 Gonorrhö-Fälle entsprechen einer Zunahme von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Chlamydiose-Fälle nahm um sechs Prozent zu auf 8528. Bei der Syphilis liegt die Zahl der Fälle mit 538 zwar tiefer als im Vorjahr. Weil gemäss BAG aber erfahrungsgemäss viele Syphilis-Fälle verspätet eintreffen, sei mit einer «Stabilisierung auf hohem Niveau» zu rechnen.

Im aktuellen Programm zum HI-Virus und anderen sexuell übertragbaren Infektionen setzt sich der Bund ein ambitioniertes Ziel: Die Zahl der HIV-Diagnosen pro Jahr soll bis 2017 auf 350 sinken. Das Motto der neuen Kampagne lautet: «Love life – Bereue nichts.»

In der Vergangenheit schalteten sich auch immer wieder Prominente in den Kampf gegen HIV ein – so auch der ehemalige «Tagesschau»-Sprecher Charles Clerc, der vor der Kamera die Anwendung eines Kondomes veranschaulicht hatte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von lorenz bertsche, Arbon
    Fr. 2 Millionen für das weitermachen und motivieren eines ausschweifenden Sexuallebens. Was für eine betrügerische Aussage auch für die Jugend von Herr Roger Staub "damit man gut schlafen kann". Ich bezweifle sehr, wer noch ein gesundes Gewissen hat, dass man bei einem ausschweifendem Sexualleben mit oder ohne Kondom gut schlafen kann. Das tragen eines pink-farbigen Ringes ist auch nicht die Lösung nur ein Geschäft.
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    1. Antwort von Verfena Eberhard, 5722 Gränichen
      ich stimme Ihnen zu Herr Bertsche. Zudem schützt ein pinkfarbiger Ring nicht vor Übertragungen von Geschlechtskrankheiten. Wieder einmal eine dumme wenn nicht sogar einfältige Werbung.
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    2. Antwort von W. Pip, Züri
      Sie würden sich wundern: wer ein gutes, spannendes und safes Sexualleben hat (auch mit wechselnden Partnern) kann besser schlafen, als manch unausgeglichener, verklemmter Moralbolzen. Mehr kann und will ich zum Thema Prüderie nicht sagen…
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    3. Antwort von Francesca Meier, Winterthur
      Haha, sexuell aktive Menschen sind moralisch verwerflich, hast du diese Idee von der Kirchen des Mittelalters?
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Ist es rassistisch zu vermuten, dass höhere Infektionszahlen beim HI-Virus mit höheren Anteilen von MigrantenInnen einhergehen? Welche Bevölkerungsgruppen sind es denn? Es geisterten mal Gerüchte, dass ein Drittel der schwarzafrikanischen Asylsuchenden HIV-positiv sind (gemäss unveröffentlichten Zahlen des BAG) - was ist dran? Oder werden solchen Fragen hier auch zensuriert?
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