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Schweiz Hochwasserschutz: Vieles ist passiert, einiges bleibt blockiert

Das Hochwasser 2005 hat schweizweit Schäden von mehr als drei Milliarden Franken verursacht. Am stärksten betroffen war der Kanton Bern. Gegen 50 Schutzprojekte wurden dort inzwischen realisiert – andere stecken noch fest.

Legende: Video 10 Jahre nach dem Hochwasser abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 17.08.2015.

Das Hochwasser 2005 hatte die Schweiz mit voller Wucht getroffen, insbesondere aber den Kanton Bern: Mehr als ein Drittel der Schäden, die durch die Überschwemmungen entstanden, entfielen auf den Kanton Bern (rund 1,2 Milliarden Franken).

In den vergangenen zehn Jahren sind im Bernbiet gut 650 Millionen Franken in den Hochwasserschutz investiert worden: An die 50 Projekte wurden umgesetzt. «Die Anstrengungen haben sich gelohnt», bilanzierten Vertreter von Gemeinde- und Kantonsbehörden in Bern. Die Bevölkerung im Kanton Bern sei heute besser geschützt.

Fortschritte bei Prävention und Prognosen

«Das Hochwasser hat viel ausgelöst», sagte auch Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger. Zahlreiche Schutzprojekte hätten in einem Mass realisiert werden können wie seit den Gewässerkorrektionen vor rund hundert Jahren nicht mehr. Grössere Schutzprojekte wurden unter anderem in Brienz, im Diemtig- und im Haslital realisiert. In Thun und Lyss entstanden Hochwasserentlastungsstollen.

Nicht nur bauliche Massnahmen sorgen heute für mehr Schutz, auch bei der Prävention, den Prognosen und den Hochwasserwarnungen wurden Fortschritte erzielt. Seit dem Hochwasser von 2005 sind etwa die Alarmierung, die Arbeit der Einsatzkräfte und die Pläne zur Bewältigung von Hochwassern überprüft und laufend verbessert worden.

Überflutungsanlage in Wangen an der Aare.
Legende: Zahlreiche Projekte für den Hochwasserschutz sind aufgegleist: Zum Beispiel die Überflutungsanlage in Wangen a.A. Keystone

Auch die Regulierung der Seen wurde professionalisiert. Etwas, das sich gerade bei den jüngsten Hochwassern in diesem Frühsommer bewährt habe, führte Egger aus.
Es wäre nun aber falsch, sich gegenseitig nur auf die Schultern zu klopfen, warnte Egger, denn die Anstrengungen dürften nicht nachlassen. «Die Klimaveränderung ist eine Realität», betonte die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin.

«Der politische Wille darf nicht nachlassen»

Sie stelle bei Hochwasserschutzprojekten vermehrt wieder Interessenkonflikte fest, führte Egger aus. Verschiedene Projekte seien blockiert und stünden in der Kritik, weil sie Kulturland beanspruchten. Ein anderer «Dauerbrenner» sei, wie immer bei teuren Infrastrukturbauten, das Geld. «Wir müssen bei unseren Anstrengungen zum Hochwasserschutz am Ball bleiben und dafür sorgen, dass der politische Wille nicht nachlässt», betonte Egger.

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