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Schweiz Homosexuelle Paare sollen Stiefkinder adoptieren dürfen

Der Bundesrat will die Adoptionsregeln lockern: Künftig dürften demnach nicht nur Ehepaare Stiefkinder adoptieren, sondern auch gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft. Bürgerliche Kreise üben Kritik.

Zwei Männer mit zwei Kindern auf der Strasse.
Legende: Nach Ansicht des Bundesrats ist das geltende Adoptionsrecht nicht mehr zeitgemäss. Keystone

Trotz Kritik aus bürgerlichen Kreisen hält der Bundesrat an der Lockerung der Adoptionsregeln fest: Gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft sowie Paare in faktischen Lebensgemeinschaften sollen Stiefkinder adoptieren dürfen.

Eine Änderung des Gesetzes hat der Bundesrat zu Handen des Parlaments verabschiedet. So könnten Ungleichbehandlungen beseitigt und bestehende Beziehungen zwischen dem Kind und dem Stiefelternteil rechtlich anerkannt werden, schreibt er. Nicht erlauben will der Bundesrat Unverheirateten die Adoption eines anderen Kindes als jenes des Partners oder der Partnerin.

Es gibt Einschränkungen

In allen Fällen wird vorausgesetzt, dass die Paare seit mindestens drei Jahren einen gemeinsamen Haushalt führen, bevor sie das Adoptionsgesuch einreichen können. Abweichungen sind hier nicht möglich. In anderen Fällen will der Bundesrat jedoch die Ermessensspielräume erweitern, wenn es dem Kindeswohl dient.

So kann beispielsweise das Mindestalter für Adoptiveltern, das von 35 auf 28 Jahre gesenkt wird, unter Umständen unterschritten werden. Das Gleiche gilt für den vom Gesetz festgelegten maximalen oder minimalen Altersunterschied zwischen dem Adoptivkind und den Adoptiveltern. Damit könne eine Beurteilung dem Einzelfall noch besser gerecht werden, schreibt der Bundesrat dazu.

Nach Ansicht des Bundesrats ist das geltende Adoptionsrecht nicht mehr zeitgemäss. Grund dafür ist die 2007 eingeführte eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare und die wachsende Zahl faktischer Lebensgemeinschaften. Das Adoptionsrecht für Regenbogenfamilien und gleichgeschlechtliche Paare wird in konservativen und kirchlichen Kreisen kritisiert.

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Melissa Kessler, Therwil BL
    (T3) welche die Homosexualität als falsch bezeichnet, hingegen wird unzählige Male z.B die Scheidung erwähnt. Rechtmässige Straffe wäre die Steinigung. Machen wir das Heute noch?NEIN! Denn wir haben uns weiter entwickelt und eingesehen, dass man die Bibel nicht eins zu eins umsetzen kann. Abschliessend möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es weltweit etwa 153-163 Millionen Waisenkinder gibt. Natürlich stehen nicht alle zur Adoption frei, doch wollen sie den übrigen eine Familie verwehren?
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  • Kommentar von Melissa Kessler, Therwil BL
    (TEIL2) Ein häufig aufgeführtes Argument ist, dass es gegen Gotteswort geht und daher die Politiker die Stiefkind-Adoption nicht erlauben dürfen. Dazu möchte ich sagen, dass wir in einer aufgeklärten Welt leben und die Religion somit in Staatsangelegenheiten nichts mehr zu suchen hat. Als Christ glaubt man an einen liebenden, allwissenden und allmächtigen Gott, welcher Himmel und Erde erschaffen hat. Somit hat er die Homosexualität ebenfalls erschaffen. Zudem gibt es in der Bibel eine Stelle...
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  • Kommentar von Melissa Kessler, Therwil BL
    Mit schrecken musste ich feststellen, dass es in der Schweiz Bürgergibt, welche die traditionelle Familie-Mutter,Vater,Kinder-als die einzig richtige ansehen. Dieses Familienbild etablierte sich erst im 18 Jahrhundert. Zuvor wurden die Kinder meist von den GrossMÜTTERN und Müttern aufgezogen, da die Männer bei der Arbeit waren. Erst mit der Industrialisierung bildete sich dieses Familienbild. Zudem haben "allternative"Familiebmodelle unlängst ihren Einzug in unsere Gesellschaft gehalten. (TEIL1)
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