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Schweiz «Ich hoffe, es ist ein Warnschuss vor den Bug»

Der neue Präsident der Fifa ist der alte. Joseph Blatter hat die Wiederwahl geschafft – und das obwohl nur zwei Tage vor der Wahl mehrere hohe Fifa-Funktionäre festgenommen wurden. Das sorgt auch in der Welt des Sports, wie bei Swiss Olympic-Präsident, für Kopfschütteln.

Legende: Video Jörg Schild: Ich hoffe, es ist ein Warnschuss vor den Bug abspielen. Laufzeit 6:03 Minuten.
Vom 30.05.2015.

Jörg Schild ist bekannt für klare Worte. Er nimmt auch jetzt kein Blatt vor den Mund, wenn er sich als Präsident von Swiss Olympic zur Fifa äussert. Zwar kenne er zahlreiche saubere Sportverbände, sagt Schild in der Samstagsrundschau. Oft leide in einem Verband die grosse, moralisch integre Mehrheit unter den dunklen Machenschaften Einzelner.

Aber: Die Fifa habe nun wirklich ein Problem – es fehle ihr an Transparenz und ihre Kommunikation sei schlecht. «Ich hoffe schon, dass es ein Warnschuss vor den Bug ist, auch für andere internationale Verbände und dass sie sorgfältiger und seriöser arbeiten», sagte Schild der Tagesschau. Wenn ein Verband die Schweiz verlasse, weil er Gefahr laufe, in die Justizmühlen zu geraten, dann sei es nicht schade um ihn.

Schwindender Goodwill bei der Bevölkerung

Schild ist der Meinung, dass bei der Fifa nur eine Radikalkur genützt hätte. Ein Präsident allein, der nicht genau wisse, wem er vertrauen könne habe es schwer die grosse Wende herbeizuführen.

Jörg Schild an einem Rednerpult
Legende: Jörg Schild: «Ich wünsche Sepp Blatter einen würdevolleren Abgang, als er ihn jetzt gehabt hätte.» Keystone/Archiv

Der Swiss Olympic-Chef stellt auch schwindender Goodwill in der Bevölkerung für die internationalen Sportverbände fest. Schild habe immer wieder gehört, dass nicht nur der Neid zwischen den Talschaften oder der Gigantismus in Sotschi, sondern der schlechte Ruf von grossen Sportverbänden wie etwa der Fifa zum Bündner Nein zu den Olympischen Spielen geführt hätten.

Und was sagt Jörg Schild zu Sepp Blatter? Da Sepp Blatter die Zeit offensichtlich nicht genutzt habe, habe es auch keinen valablen Gegenkandidaten gegeben – und so könne man Blatter nicht einmal einen Vorwurf machen für dessen Wiederwahl.

Auf die Frage, ob er Joseph Blatter wiederwählen würde, meinte Schild: «Ich kenne die Verdienste von Sepp Blatter. Er hat grosse Verdienste, vor allem im finanziellen Bereich. Ich sah – ehrlich gesagt – keine andere Alternative, muss ich sagen.» Abschliessend wünsche er ihm einen würdevolleren Abgang, als er ihn jetzt gehabt hätte.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Ende, Zürich
    Was gehts den Jörg Schild an, was bei der FIFA die beste Lösung ist? Sich in Dinge zu mischen in denen man nicht zuständig ist und von denen man keine Ahnung hat, ist eine sehr unangenehme Eigenschaft. Schaue doch der Jörg Schneider zunächst einmal, dass er den eigenen Job gut erledigt, dann kann man weitersehen !
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Man wird die Fifa sicher nicht auffliegen lassen. Da hocken auch Politiker und Firmenbosse mit drin. Würde man alles aufdecken, kämen Namen zum Vorschein die sicher nicht bekannt werden wollen. Man nehme ein paar Bauernopfer, mache einen Scheinprozess und das Volk ist beruhigt. Die wahren Verantwortlichen kommen nicht zum Vorschein. Wie so üblich in der Schweiz. Politiker und Bosse lachen immer, egal was sie angerichtet haben. Büssen dürfen die Dorfdeppen!
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    @Jaeger. Feigheit zeichnet sich dadurch aus, dass sie dort reintritt, wo es alle andern auch tun. So vermeidet man am besten, selbst Ziel einer Attacke zu werden. Das wird heute ganz gross von Politik und Medien vorgelebt und konditioniert die Massen, sich der herrschenden Ordnung zu unterwerfen. Auf dass die Kritik ja nicht auf die ständig Kritisierenden zurückfalle. Man nennt das "Political Correctness", so ziemlich das Gegenteil von Ehrlichkeit, Anstand und Moral.
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    1. Antwort von Rolf Suter, Zürich
      Ja, das sehe ich auch so, die Hexenjagt der Medien und der Empörten ist ein Zeichen von Feigheit. Der Pöbel ist nicht für Mut, dafür für Wut und Gewalt bekannt. Und Beweise brauchen diese Moralisten auch keine.
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