Inlandbanken haben eine neue Lobby

Die Schweizer Inlandbanken wollen sich in Bundesbern mehr Gehör verschaffen. Zu diesem Zweck haben Parlamentarier die Gruppe Inlandbanken gegründet.

Eine Raiffeisenbank von aussen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Inlandbanken, unter anderem die Raiffeisenbank, schliessen sich zu einer Lobby zusammen. Keystone

Kantonal-, Raiffeisen- und Regionalbanken haben eine neue Lobby: Im Bundeshaus haben bürgerliche Parlamentarier die Gruppe Inlandbanken gegründet. Sie soll die Interessen jener Banken in den Fokus rücken, die sich hauptsächlich auf den Schweizer Markt ausrichten.

Zudem soll sie den beiden Schweizer Grossbanken CS und UBS sowie den Auslandbanken Gegengewicht geben. «Die Grossbanken verstehen es sehr gut, ihre Interessen durchzusetzen», sagt Pirmin Bischof, CVP-Ständerat und Co-Präsident der neuen Lobby-Gruppe. Das sei den Inlandbanken bisher nicht gelungen. Dabei machten sie die grösste Gruppe der Banken in der Schweiz aus. Die Lobby-Gruppe soll dies nun ändern.

Von Regulierungskosten stark betroffen

Die Parlamentarier dieser Gruppe wollen sich dafür einsetzen, dass die Anliegen dieser Banken in der Finanzmarktregulierung stärker berücksichtigt werden. Seit der Finanzkrise werde der Bankensektor von einer «beispiellosen globalen Regulierungswelle» überrollt. Die Regulierung treffe die Inlandbanken umso heftiger, je kleiner sie seien und je stärker sie auf lokale und regionale Märkte konzentriert seien. Den Inlandbanken sei es nicht möglich, die Regulierungskosten durch ein lukratives grenzüberschreitendes Private Banking oder umfangreiche Auslandstrategien zu kompensieren, schreibt die Gruppe in einer Mitteilung.

«Wir wollen keine Regulierungen bei einfachen Bankgeschäften»

Weniger Regeln sollen gemäss der Lobby-Gruppe vor allem bei einfachen Geschäften wie einer Kontoeröffnung oder einer normalen Hypothek gelten. Bei einfachen Bankgeschäften sei es nicht notwendig, dass Protokolle geschrieben, gegengezeichnet und neue Überdenkungsfristen eingeführt werden, sagt Bischof. «Wir wehren uns gegen die Regulierungen, wo es die Risikolage nicht rechtfertigt.»