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Schweiz Ist unser Leben günstiger geworden?

Ob Nahrungsmittel, Autos oder Benzin: Die Konsumentenpreise sind so tief wie lange nicht mehr. Bleibt uns also mehr Geld im Portemonnaie? Die meisten Haushalte können profitieren – doch nicht alle.

Legende: Video «Das Leben wird günstiger» abspielen. Laufzeit 2:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.08.2015.

Der Landesindex der Konsumentenpreise erreichte letzten Monat das Mehrjahrestief von 97,8 Punkten: Die Konsumentenpreise sind so tief wie letztmals 2007. Ist unser Leben also günstiger geworden?

«Es ist tatsächlich billiger geworden», sagt Martin Eichler, Chefökonom des Forschungsbüro BAK Basel. Es hänge zwar immer von dem individuellen Konsumbündel ab, doch für die meisten Haushalte dürfte es eine Entlastung sein.

Heizöl billiger, Autos billiger, Nahrung billiger...

Am meisten Geld gibt Herr und Frau Schweizer für Wohnen und Energie aus. Dieser Bereich wurde billiger im Vergleich zum Vorjahr – und zwar um 0,5 Prozent.

Zwar sind die Wohnungsmieten innerhalb des letzten Jahres gestiegen. Doch im Gegensatz dazu sind die Energie-Kosten massiv zurückgegangen. Heizöl etwa ist 25 Prozent billiger geworden. Dies hat die steigenden Wohnungsmieten mehr als wettgemacht.

Die deutlichste Preisreduktion ist beim Verkehr zu beobachten. Um 4,8 Prozent sind die Preise in dieser Sparte gesunken. Die Hauptauslöser sind vor allem Autos, die so billig sind wie schon lange nicht mehr. Auch der Treibstoff wurde im Vergleich zum letzten Jahr markant billiger. Der Benzinpreis sank um mehr als 10 Prozent. Und zu guter Letzt: Nahrungsmittel wurden innert Jahresfrist um 1,6 Prozent billiger.

...wäre da nicht die Prämienerhöhung der Krankenkasse

Auf Konsumentenseite ist also klar: Hier lässt sich sparen. Dennoch bleibt nicht allen zwingend mehr im Portemonnaie. Zu beachten sind etwa Steuern, Sozialversicherungen und Krankenkasse. Gerade bei der Krankenkasse müssen Herr und Frau Schweizer auch nächstes Jahr wieder tiefer ins Portemonnaie greifen.

Gut verdienende Haushalte gewinnen dank der negativen Teuerung. In ärmeren Haushalten hingegen frisst die Krankenkassenerhöhung die Ersparnisse wieder weg.

17 Kommentare

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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Zustimmung: Das höchsten kosten entstehen durch Wohnen, Steuern (alles Steuern in Summe), Energie und Abonnemente die auch gesellschaftlich gefordert sind (z.B. Handy & Internet). Ich meine das Leben ist teurer geworden. Wer es aber schafft ein Leben wie vor 100 Jahren zu führen, lebt günstiger.
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  • Kommentar von jc heusser, erstfeld
    Viele Preise sind gefallen und das Leben ist günstiger geworden aber die "Absprüche betreffend Lebensstandard" sind eben gestiegen und steigen vermutlich weiter!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Aussage ist begründet auf einem bestimmten Warenkorb in einer bestimmten Zeitperiode. Die Energiepreise zB sind auf dem Weltmarkt tatsächlich eingebrochen. Schaut man sich aber den Benzinpreis hierzulande in den vergangenen 10 oder 20 J. an, so kennt er nur eine Richtung - nach oben. Ebenso die Lebensmittelpreise - derzeit sind greade die begehrten und gesunden Lebensmittel teuer wegen der anhaltenden Trockenheit. Ob 1 kg Reis 20 Rp. billiger ist oder nicht, fällt daher kaum ins Gewicht.
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