Zum Inhalt springen

Schweiz IT-Projekte des Bundes: Erneut Millionen verlocht

Neuer Ärger mit Informatik-Projekten des Bundes: Bei der Suche nach einer Software-Lösung haben das VBS und das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation den Alleingang geprobt. Ohne fachlichen Grund und in gegenseitigem Wissen, kritisiert die Finanzkontrolle wegen Mehrkosten in Millionenhöhe.

Legende: Video IT-Debakel beim Bund abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.02.2015.
Bundesamt für Informatik in Bern.
Legende: Keine Kommunikation: Das BIT in Bern und das VBS suchten auf eigene Faust. Keystone/Archiv

Vor zwei Jahren suchten das Verteidigungsdepartement VBS und das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) nach einer Software-Lösung für den Betrieb von Websites. Beide für sich, obwohl sie voneinander wussten.

Aufgedeckt hat dies die Eidgenössische Finanzkontrolle. Direktor Michel Huissoud stellt gegenüber SRF News klar: «Es gab keine fachlichen Gründe, die Projekte separat und eigenständig zu führen.» Offenbar fehlte schlicht das Interesse an einer Koordination. Am Schluss entschieden sich beide Bundesstellen gar für dieselbe Software-Lieferantin.

Mehrkosten in Millionenhöhe

Die Mehrkosten beliefen sich auf einige Millionen Franken im einstelligen Bereich, sagt Huissoud. Jetzt sei es zu spät, die Projekte zusammenzulegen. Nun gelte es, der Lieferfirma mit Sitz in St. Gallen genau auf die Finger zu schauen: «Die Projektleiter müssen zusammensitzen und vergleichen, ob der Bund nicht zweimal für die gleiche Leistung bezahlt.»

Die neuerliche IT-Affäre beim Bund kommt im Parlament erwartungsgemäss schlecht an. Er halte es für eine Katastrophe, dass einmal mehr ein Informatikprojekt Probleme schaffe, sagt SVP-Nationalrat Pirmin Schwander.

Stelle mit klaren Kompetenzen gefordert

Als Präsident der Finanzdelegation des Parlaments verlangt Schwander Massnahmen. Es brauche jetzt eine Stelle mit der Kompetenz, die Informatikstrategie gemäss Weisung des Bundesrats durchzusetzen: «Diese Stelle muss direkt Einfluss auf die Informatikprojekte nehmen können.»

Huissoud denkt in eine ähnliche Richtung und möchte dem bereits bestehenden «Informatik-Steuerungsorgan des Bundes» mehr Befugnisse geben: «Es braucht eine Führung, die entscheiden kann, dass der eine mit dem anderen zusammenarbeiten muss.»

Huissoud zeigt sich überzeugt, dass der geschilderte Fall bei weitem nicht die einzige Doppelspurigkeit im Informatik-Bereich des Bundes ist.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

52 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Anstatt jetzt schon wieder auf Bundesrat Maurer zu schiessen und die SVP zu bashen,wartet doch jetzt einen Moment und gebt der SVP etwas Zeit! Ich bin mir sicher sie wird schon ziemlich bald beweisen können das an dem Debakel EWS schuld ist oder Somaruga,oder wer auch immer..!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Niklaus Bächler, Winterthur
      Bei BR Maurer und der SVP muss man nicht mal mehr warten. Das Debakel ist seit langem sichtbar!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Willy Boller, Selevac
      Genau so sind wir uns das gewohnt. Nur ja nicht's sagen gegen Ueli Maurer und die SVP! IMMER und in jedem Fall sind es alle Anderen, nur auf keinen Fall selber Verantwortung übernehmen und zugeben, dass möglicherweise weniger als ein halber Bundesrat das VBS führt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler, Winterthur
    Leider müssen wir schon wieder zur Kenntnis nehmen, dass im VBS nicht geführt wird. Schon wieder sind Mehrkosten in Mio.-Höhe entstanden & ich frage mich hier, ob BR Maurer in der Lage ist, sein Departement straff & kompetent zu führen. Auffallend oft werden im VBS IT-Projekte in schlampiger Art & Weise in den Sand gesetzt. Dann jammert Maurer wieder, ihm stünde kein Geld zur Verfügung, diese Armee endlich wieder auf Vordermann zu bringen. Bitte BR Maurer, kommen sie ihrer Führungspflicht nach!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Es sind unter anderem unsere und auch meine Mehrwertsteuer, Bundessteuer- und andere Abgabegelder die da in den Sand gesetzt werden und gleichzeitig verlangt jeder der sieben Könige, ohne Hemmungen, ohne mit der Wimper zu zucken, immer wieder, noch mehr und noch mehr Abgaben und somit Steuergelder von uns Bürgern. Da muss nicht nur über die Bücher gegangen werden, da muss sich was ändern und zwar schnell und zu Gunsten des Steuerzahlenden CH-Bürgers.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      D. Schelbert, das traurige ist, wenn man über die Grenzen schaut wo nur einer das Sagen hat, dann ist's dort leider nicht besser.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen