Jährlicher Sirenentest: Bund prüft Alarmierung via SMS

Alle Jahre wieder ertönt am ersten Mittwoch im Februar in der ganzen Schweiz der bekannte Heulton: 7800 Sirenen werden getestet – für den Ernstfall. In Zukunft könnte der Bund die Bevölkerung auch auf dem Handy über drohende Gefahren informieren. Doch es stellt sich die Frage des Datenschutzes.

In der Schweiz, aber auch in Liechtenstein fand heute der alljährliche Sirenentest statt. Dabei wurde die Funktionsfähigkeit von rund 7800 stationären und mobilen Sirenen des Allgemeinen Alarms und teilweise auch des Wasseralarms getestet.

Radio hören – Nachbarn warnen

Um 13.30 Uhr wurde das Zeichen Allgemeiner Alarm ausgelöst: ein regelmässig auf- und absteigender Heulton von einer Minute Dauer. Wo nötig durfte der Sirenentest laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) bis 14 Uhr weitergeführt werden.

Kommt der Sirenenalarm in Zukunft aufs Handy?

3:55 min, aus SRF 4 News aktuell vom 05.02.2014

Zwischen 14.15 bis 15 Uhr wurde in gefährdeten Gebieten unterhalb von Stauanlagen zudem das Zeichen Wasseralarm getestet. Als gefährdet gelten Gebiete, die im Ernstfall binnen zwei Stunden überflutet werden könnten.

Der Warnton besteht aus zwölf tiefen Dauertönen von je 20 Sekunden in Abständen von je 10 Sekunden. In Liechtenstein wurden heute 23 Sirenen getestet – je nach Witterung sind diese auch in St. Galler Gemeinden hörbar.

Im Ernstfall wäre die Bevölkerung bei einem Sirenenalarm aufgefordert, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren. Bei einem echten Wasseralarm lautet die Devise: Wohngebiet sofort verlassen.

Alarmierung via Handy wird geprüft

Der Bund prüft derzeit auch modernere Kommunikationswege der Alarmierung. Eine Möglichkeit wäre ein SMS-Sirenenalarm. Dabei würden die Leute via SMS alarmiert und auch gleich über die Art der drohenden Gefahr informiert. «Die meisten Leute haben heutzutage ihr Handy immer dabei», sagt Stephan Zellmeyer vom Babs.

Allerdings brächte eine Alarmierung per SMS auch die Frage nach dem Datenschutz mit sich, erklärt Zellmeyer. Deshalb werden auch andere neue Möglichkeiten einer Alarmierung in Erwägung gezogen. Davon würden auch Gehörlose profitieren. «Bis im März 2014 werden wir wissen, wie wir es zukünftig machen wollen», sagt Zellmeyer.

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