Zum Inhalt springen

Header

Eine Zwangsverheiratete.
Legende: Auch junge Schweizer und Schweizerinnen mit Migrationshintergrund werden gegen ihren Willen verheiratet. SRF
Inhalt

Schweiz Jede Woche zehn Fälle von Zwangsheiraten

Bald brechen die grossen Sommerferien an. Doch für einige junge Schweizer und Schweizerinnen mit Migrationshintergrund halten die Sommerferien eine brutale Überraschung bereit: Zwangsheirat im Heimatland der Eltern.

«Im Moment erhalten wir pro Woche etwa zehn Anfragen von jungen Menschen, denen eine Zwangsheirat droht oder drohen könnte», sagt Anu Sivaganesan von der Organisation Zwangsheirat.ch. «Das Thema ist virulent.»

Seit einen Jahr sind in der Schweiz Zwangsehen verboten und können annulliert werden, egal ob sie im Ausland oder in der Schweiz eingegangen worden sind. Das neue Gesetz in der Schweiz folgt somit einem Grundsatz der Erklärung der Menschenrechte von 1948: «Eine Ehe darf nur im freien und vollen Einverständnis der künftigen Ehegatten geschlossen werden.»

Gesetz allein hilft nicht

Fachleute begrüssen das Gesetz, weisen aber darauf hin, dass es Betroffenen nicht umfassend helfen kann: «Die Hürde für Betroffene eine Anzeige zu erstatten, ist hoch, da sie Angst haben, dass ihre Verwandte im Gefängnis
landen», sagt Sivaganesan.

Das Problem kennt auch Alexander Ott und sein Team bei der Fremdenpolizei Kanton Bern. Sie müssen bei ihrer Arbeit viel Fingerspitzengefühl haben. Im Gespräch versucht er die Lage der Betroffenen auszuloten. «Wir nehmen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen Kontakt zu den Familien auf.» Zu einer Anzeige ist es bisher noch nicht gekommen.

Betroffene in der Klemme

Auch im Mädchenhaus Zürich spürt man das Dilemma der Betroffenen deutlich: «Eigentlich hatten die Betroffenen ja meistens eine gute Kindheit und möchten sich nicht so gegen ihre Eltern stellen», sagt Karin Aeberhard Co-Leiterin vom Mädchenhaus. Und es sei noch viel Arbeit zu leisten, weil die Information über das neue Gesetz und seine Handhabung vielfach nicht bis zu den Betroffenen gelangt sei.

Heute Abend in «10vor10»

Box aufklappen Box zuklappen
Sendungslogo «10vor10»

Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend in «10vor10», um 21.50 Uhr auf SRF1.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump , Zürich
    Liebe Leute, eines solltet ihr wissen: Auch bei uns gab es noch bis vor wenigen Jahrzehnten arrangierte Ehen, und das unter solchen, die sich als Christen bezeichneten. So war es vor allem in den hintersten Tälern üblich, gewisse Töchter aus gewissen Familien mit gewissen Söhnen aus gewissen Familien zu verheiraten, damit irgendeine "Tradition" weitergeführt werden konnte. Natürlich konnte eine Frau theoretisch auch Nein sagen - aber wer von ihnen hatte dazu wirklich den Mut?
  • Kommentar von Gustav Schindlgruber , Wien / AT
    eine Deregulierungskommission dieser Einzelfälle,kann die steigende Opferzahl von Justizfehlern ausloten.Wie beschrieben,ist das zu einer Anzeige bisher nicht gekommen. Kritik an einer Religion(Steinzeitaberglauben),die die Welt in rechtgläubige Herrenmenschen und minderwertige und unreine Ungläubige einteilt,die Frauen die Rechte von Haustieren zugesteht und deren heiliges Buch die Unterwerfung,die Bekehrung oder das Töten dieser so genannten Ungläubigen vorschreibt ist oberste Bürgerpflicht!
    1. Antwort von Erik Widmer , Luzern
      Das ist ja mal eine richtige Weekendlaune. Am Sonntagmorgen rumhetzen. In dem Video, welches entfernt wurde, war die Rede von verschiedenen Nationen, nicht von einer spezifischen Religion, nur so zur Info am Rande. Nahezu dein ganzer Beitrag ist copy paste von einem Kommentar von einer extrem fremdenfeindlichen Seite, die extrem stark gegen den Islam hetzt. Kommentar von Powerboy #25 http://www.pi-news.net/2013/09/munchen-gemeinsame-erklarung-aller-stadtrats-parteien-gegen-die-freiheit/
  • Kommentar von Björn Christen , Bern
    Das Schlimme ist, dass solche Zwangsehen, die dann natürlich nach sich ziehen, dass der ausländische Ehepartner legal in die Schweiz ziehen darf, die Integrationsbemühungen (in) der Schweiz sabotieren. Und das ausgerechnet in dem Kulturkreis, der eh schon dafür notorisch ist, dass sich die Menschen schlechter als alle anderen Minderheiten integrieren lassen. Eigentlich sind solche Ehen auch ein Zeichen der Ablehnung unserer Werte und Gesellschaft: Wir wollen mit euch Kuffar nichts zu tun haben.
    1. Antwort von Erik Widmer , Luzern
      Lol und schon wieder rührt der björn die Islamhass-Trommel, einfach entzückend. Überall wo es nur geht, probierst du die Muslime in ein schlechtes Licht zu rücken. Mangelts an Hobbies? ;-) "Kulturkreis der eh schon dafür notorisch ist" ja genau einfach alle in einen Topf schmeissen. "Wir wollen mit euch Kuffar nichts zu tun haben" hast du diese Aussage denn schon mal von einem einzigen wahrhaftigen Moslem gehört? Hauptsache verallgemeinern, verwirren, ängstigen und Hass schüren.
    2. Antwort von Edi Steinlin , Zürich
      Widmer: Muslime muss man nicht in schlechtes Licht rücken, das tun sie selber. Sie unterdrücken ihre Frauen, halten Hasspredigten und verordnen ihren Töchtern Zwangsheiraten. Wer die Tatsachen nicht sehen will, sieht sie nicht. Ich verlange, dass die Ausschaffungs-Initiative von Frau Widmer endlich in Kraft gesetzt wird, dann können wir solche Personen eliminieren indem wir sie an die Grenze stellen.