Zum Inhalt springen

Linien in Fernverkehr Jetzt ist es definitiv: BLS fordert die SBB heraus

Die BLS will das Monopol der SBB beim Fernverkehr knacken. Das Berner Unternehmen bewirbt sich im laufenden Konzessionsverfahren des Bundes um drei Linien. Gut so, sagt die öV-Kunden-Organisation Pro Bahn.

Legende: Video «BLS fordert SBB heraus» abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.04.2017.
  • Wie erwartet greift die BLS die SBB an: Die Berner Bahngesellschaft wird sich für drei Linien im Fernverkehr bewerben, wie sie mitteilt.
  • Die BLS möchte von Brig sowie Interlaken über Aarau zum Flughafen Zürich fahren sowie von Interlaken nach Basel.
  • Alle anvisierten Strecken sind gewinnbringend.
  • Die BLS begründet ihr Interesse denn auch damit, dass sie mit dem Betrieb der neuen Strecken defizitäre Linien in ihrem bisherigen Netz gegenfinanzieren wolle.
Netzplan BLS
Legende: Das BLS-Regio-Express-Netz - und die neuen rentablen Fernverkehrs-Linien in hellgrün. zvg BLS
Wir leben gut miteinander.
Autor: Rudolf Stämpfli

Die BLS war am Mittwoch bemüht, den Ball flach zu halten. Es handle sich nicht um einen Machtkampf mit der SBB. Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli widersprach Berichten, wonach die BLS ein «Kräftemessen» mit den SBB anstrebe. «Die Kirche bleibt im Dorf», betonte Stämpfli. Die SBB behalte die rentabelsten Verbindungen, für die BLS sei sie kein Konkurrent, sondern ein Partner.

Die SBB ihrerseits gibt sich bedeckt: In einer Stellungnahme hält sie fest, das Konzept der BLS mit der Querfinanzierung des Regionalverkehrs stelle das bewährte System einer einheitlichen Fernverkehr-Netzkonzession infrage. Die SBB bereitet ein eigenes Gesuch für die netzweite Fernverkehrskonzession vor.

Die BLS in Zahlen

Die BLS hat 2016 einen Konzerngewinn von 15,6 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind 11,8 Millionen Franken mehr als im Vorjahr, wie an der Jahresmedienkonferenz bekannt wurde. Die BLS beförderte im vergangenen Jahr vier Prozent mehr Fahrgäste, insgesamt 62,5 Millionen.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Klar sollen gewinnbringende Linien das übrige Netz mit finanzieren. Aber wieso braucht es dafür mehr als eine Bahngesellschaft? Die Konkurrenz führt geradewegs in Richtung unterschiedliche Preise je nach Anbieter, Uneinheitlichkeit im Angebot, Rosinenpickerei der BLS, denn die SBB MUSS alles Übrige übernehmen. Das nennen die Bürgerlichen «freie Marktwirtschaft» - Gewinne privat, Verluste dem Staat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Genau auf diesen Schlusspunkt komme ich als ehemaliger Eisenbahner auch, Herr Bauert: Gewinnbringende Bahnlinien durch "Privat-Unternehmen" und alle anderen (oft höchst defizitären) Strecken muss die halbstaatliche SBB übernehmen! Wenn zu diesem BLS-Plan die SBB und das BA für Verkehr das "OK" geben, beginnt für die Kunden und vorallem fürs Fahrpersonal eine äusserst harte und unruhige Zeit!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Der Zerfall der Preise, der Infrastruktur, der Löhne und der Qualität ist somit eingeläutet. "Dumm" ist noch die politisch korrekte Attribuierung für all diese Liberalisierungen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen