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Baselland geht neue Wege: Zwei Frauen teilen sich das Amt der Ersten Staatsanwältin
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 28.06.2021.
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Job-Sharing in Baselland Zwei oberste Staatsanwältinnen: Baselland als Pionierkanton

Als erster Kanton besetzt Baselland den obersten Posten in der Staatsanwaltschaft mit zwei Frauen im Job-Sharing.

Der Kanton Baselland gehört nicht unbedingt zu den progressivsten Kantonen in der Schweiz. «Mir wei luege», lautet hier eher das Motto, bevor man überstürzt eine Neuerung beschliesst. Bei der Besetzung des anspruchsvollen Jobs als oberste Staatsanwältin übernimmt der Landkanton aber eine schweizweite Pionierrolle. Er besetzt die Stelle nämlich nicht mit einer Einzelperson, sondern verteilt das Amt neu auf zwei Köpfe und betraut zwei Frauen im Job-Sharing mit der Aufgabe. Das Job-Sharing in so einer Top-Position ist Schweizer Premiere.

Wir suchten niemand im Job-Sharing. Das war glückliche Fügung.
Autor: Kathrin SchweizerPolizei- und Justizdirektorin Baselland

Jacqueline Bannwarth und Patrizia Krug heissen die beiden Frauen, die in Zukunft die Baselbieter Staatsanwaltschaft leiten werden. Sie haben ihr Amt am 1. Juli angetreten. Die Baselbieter Polizei- und Justizdirektorin Kathrin Schweizer (SP) sagte, man habe niemanden im Job-Sharing gesucht. Die beiden Frauen hätten als Duo kandidiert. Sie seien einfach die Besten gewesen, deshalb habe sie sich für das Duo entschieden.

Bürgerliche Kritik

Kaum hatte Justizdirektorin Kathrin Schweizer ihren Entscheid für die Co-Leitung bekannt gegeben, hagelte es Kritik. Im Landrat, dem Baselbieter Parlament, kritisierten SVP- und FDP-Vertreter - es waren nur Männer - die Wahl. Dabei betonten zwar alle, es gehe ihnen nicht um die fachliche Fähigkeit der beiden Frauen, sondern darum, ob der Kanton die Stelle der obersten Staatsanwältin auf zwei Köpfe verteilen dürfe. Im Gesetz sei das so nicht vorgesehen.

Dass der Kanton diese Frage in einem Rechtsgutachten hatte klären lassen, interessierte die bürgerlichen Kritiker nicht. Der SVP-Fraktionspräsident tat es gar als «Gefälligkeitsgutachten» ab. Ausserhalb des Parlamentsaales war auch zu hören, dass man diesen Job nicht auf zwei Köpfe verteilen könne. Das sei nicht praktikabel.

Staatsanwaltschaft Baselland

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Staatsanwaltschaft Baselland
Legende: SRF/Georg Halter

Die Staatsanwaltschaft Baselland ist im Strafjustiz-Zentrum in Muttenz untergebracht. Für die Staatsanwaltschaft arbeiten rund 200 Mitarbeitende. Die bisherige Erste Staatsanwältin Angela Weirich wechselte in die Sicherheitsdirektion. Sie wurde ersetzt durch Jacqueline Bannwarth (51) und Patrizia Krug (50), die sich das Amt seit 1. Juli teilen.

Die beiden Neugewählten reagierten ziemlich gelassen auf die Kritik. «Wir arbeiten seit über 10 Jahren zusammen als Staatsanwältinnen», sagt Patrizia Krug. Und ihre Kollegin Jacqueline Bannwarth fügt an: «Selbstverständlich werden wir in Kauf nehmen müssen, dass wir mehr als je 50 Prozent arbeiten. Aber auch eine Person, die den Job alleine macht, müsste mehr als 100 Prozent arbeiten. Das ist so in solchen Verantwortungsjobs.»

Landrat stützt die beiden Frauen grossmehrheitlich

Auch wenn die Kritik im Landrat am Wahlprozedere ziemlich laut war, die fachliche Kompetenz der beiden Neugewählten war hüben wie drüben unbestritten. Das hat der Kanton auch durch ein externes Assessment-Verfahren überprüfen lassen. Deshalb hievte schliesslich eine grosse Mehrheit des Parlamentes die beiden Frauen in ihr Amt - gegen die Stimmen der SVP und von Teilen der FDP.

Trotz des guten Wahlresultats: Die beiden Frauen werden wohl vor allem während der ersten Monate nach Amtsbeginn unter strenger Beobachtung von Aussen stehen. «Das ist nur logisch», sagt dazu Patrizia Krug.

Regionlajournal Basel, 25.6.2021, 17:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    Wenn die 2 Frauen einen guten Job machen zum gleichen Preis wie 1 Person, dann ist doch alles OK.

    Man soll damit experimentieren und schauen was dabei rauskommt.
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Nochmals ein Versuch:

    GUT so!

    PS: erst, wenn ein solches Ereignis den Medien keine müde Zeile mehr wert ist, sind wir (Frauen) am Ziel.
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    GUT so!
    PS: erst wenn eine solche Nachricht den Medien keine Zeile mehr wert ist, sind wir dort, wo wir (Frauen) hin gehören ;))