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Schweiz Kampf gegen Einbrecher: Die Schweiz rüstet auf

Unser Land ist beliebt bei Langfingern. Zum einen versprechen wohlhabende Bürger reichhaltige Beute, zum anderen ist man schnell wieder ausserhalb der Landesgrenzen. Verlierer sind die Mieter und Wohneigentümer. Doch es gibt auch in der Schweiz Gewinner.

Bis 2012 stieg die Zahl der Einbrüche kontinuierlich an. Für 2013 gibt es widersprüchliche Zeichen. Während in Basel im ersten Halbjahr die Zahl der Fälle sank, beklagen zum Beispiel Zürich und das Baselbiet weiter eine Zunahme.

Besonders beliebt sind bei den Diebesbanden Mehrfamilienhäuser. Laut Statistik steigen die Einbrecher entweder durch Haus- und Kellertüren ein, oder sie benutzen Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Die Gefahr gefasst zu werden ist gering. Nur zwölf Prozent der Einbruchsfälle wurden 2012 aufgeklärt.

Das bringt nicht nur Mieter und Hausbesitzer auf die Barrikaden. Auch die Versicherer spüren massiv die negativen Folgen. Laut dem Vergleichsportal «comparis.ch» gehen mittlerweile 40 Prozent aller Hausratsschäden auf das Konto von Einbrechern. Die Folge sind unter anderem steigende Prämien.

Schutz der Wohnung ab 3000 Franken

Der Kampf gegen die Diebesbanden trägt teils entschlossene, teils aber auch hilflos-anrührende Züge. Im Baselbiet wird die Kantonspolizei im November im Kampf gegen die Langfinger durch die Militärpolizei unterstützt. Zudem wurden 2000 Zeitschaltuhren verteilt. In der Stadt Basel waren zuvor bereits Schrillalarme ausgegeben worden.

Ob sich Einbrecher davon abschrecken lassen werden, muss sich erst noch zeigen. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer trauen dem Ganzen aber nicht. Sie rüsten ihre vier Wände auf. Die Folge: Die Sicherheitsbranche boomt.

«Wir haben eine starke Zunahme bei der Nachfrage von Komplettsicherungen», sagt Heinz Fanderl. Das betreffe sowohl Wohnungen wie Einfamilienhäuser, weiss der Inhaber einer Firma für Einbruchschutz.

Egal ob Panzerriegel vor der Tür, Bewegungsmelder, Tresor oder künstlicher Nebel – momentan kann die Branche fast alles an den Mann bringen. Bei rund 3000 Franken beginnt der Rundumschutz für eine Wohnung, für ein Haus bei 10'000. Nach oben gibt es wie immer keine Grenzen.

Hi-Tec zum Trotz: Gute Nachbarschaft ist am sichersten

Doch Vorsicht, wirklich geschützt vor Einbrüchen ist man durch Videoüberwachung und Bewegungsmeldern nicht. «Oft handelt es sich nur um eine Meldeanlage, dass eingebrochen wurde», sagt Rolf Gasser von der Kantonspolizei Zürich. Wichtig sei es, die Einbrecher gar nicht erst in das Gebäude zu lassen. Deshalb rät der Experte vor allem zur mechanischen Sicherung von Fenstern und Türen.

Unabhängig davon ist der beste Einbruchschutz eine funktionierende Nachbarschaft. In Abwesenheit leert sie den Briefkasten, räumt den Schnee und macht das Licht in verschiedenen Räumen an. Sind Unbekannte unterwegs, sollten sie diese ansprechen oder die Polizei alarmieren.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Das ist ja beängstigend, welche Selbstjustiz gewisse Leute tätigen würden (jedenfalls geben sie das vordergründig an!). Das geht doch nicht! Was müssen das für Menschen sein, welche das Gewehr neben dem Bett stehen haben!!!! Bei mir käme keine Waffe in die Wohnung!
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  • Kommentar von H.P. Auer, RF-620100 Ekaterinburg
    Wen den CH-Politikern,welche Teils eine Mitschuld an diesem Einbruchstourismus zu verantworten haben, dann begrüsse und unterstütze ich die Selbstverteidigung notfalls auch mit dem Griff zur Waffe.Wer lässt sich den schon gerne beklauen?Auch die sogennanten eher linksorientierten "Gutmenschen" schreien teiweise "MORDIO" über die sich häufenden Einbruchdiebstähle von nordafr. u. östl. Volksherkunft,teils von dem CH-Steuerzahler nocht mit "Kohäsionsmilliarde(n)" unterstützt wird.Dankbarkeit WO?
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    1. Antwort von M.Hufschmid, Kt. Zürich
      Sehr sehr bald können wir endlich über die Personenfreizügigkeit-Erweiterung und Schengen abstimmen. Dann können wir was ändern, sonst nicht.
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    2. Antwort von M.Schmid, Bern
      Sie sollten besser nicht einen Mord begehen, um einen Einbruch zu stoppen; das ist nicht verhältnismässig und wird Sie noch in Schwierigkeiten bringen. Greifen Sie doch zum Telefon und rufen Sie die Polizei? Und man soll natürlich etwas gegen die Einbrüche tun, aber die Personenfreizügigkeit und Kohäsionsmilliarden (Sie wissen schon, dass die an nicht-Einbrecher gehen? Es hat in einem Land verschiedene Leute) einzustellen ist nicht das richtige Mittel. Etwas mehr Polizei hilft vielleicht?
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    3. Antwort von h. anni, zürich
      @Schmid Falls bei mir einer einbricht und ich ihn erschiesse, ist das kein Mord. Das mich das in Schwierigkeiten bringen würde, ist ja klar, denn bei uns sind ja die Täter besser geschützt als die Opfer. Hey, ich verteidige lediglich mein Hab und Gut und da man nie weiss, was so ein Einbrecher sonst noch für Absichten hat, ist es meiner Meinung nach besser, man macht Nägel mit Köpfen bevor er mich "köpft". Auch bei mir steht das Gewehr gleich neben dem Bett bereit. Das IST verhältnismässig.
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    4. Antwort von Fabian Müller, Zürich
      Herr Anni, das klingt ja ziemlich amerikanisch/texanisch. Beängstigend... Hört man doch seit Jahren wie oft Leute versehentlich erschossen werden. Fragen Sie einmal bei der Polizei, wie sie bei einem Einbruch reagieren sollen, denn ihre Reaktion wäre nicht nur für den Einbrecher sondern auch für sie und ihre Familie lebensgefährlich. Sind ihnen die 200-300 Franken Beute das Risiko wert?
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  • Kommentar von Claudia Berger, Rüti
    Wenn in meinem Haus während meiner Abwesenheit eingebrochen wird, dann ist das ärgerlich. Wenn ich mit meinen Kindern zuhause bin und es wird eingebrochen, dann ist es lebensbedrohend. Deshalb habe ich Waffen zuhause - weder ich noch meine Kinder werden Opfer sein.
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    1. Antwort von Alex Grossenbacher, Basel
      Das ist genau der Schrecken: früher stiegen Einbrecher bei Abwesenheit ein, heute schrecken sie nicht mal zurück, wenn die Bewohner zuhause sind und sie nehmen Gewaltkonflikte bewusst in Kauf. Es ist einfach nur traurig zuzusehen, wie unser Staat und unsre Politiker die eigene Bevölkerung im Stich lassen....!!!
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    2. Antwort von Fabian Müller, Zürich
      Was glauben sie ist gefährlicher, ohne eine Waffe vor einem bewaffneten Einbrecher zu stehen oder mit einer Waffe vor einem bewaffneten Einbrecher zu stehen? Im ersten Fall wird der Einbrecher abhauen. In der zweiten Situation fragt sicher wer schneller abdrückt, also 50:50.
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