Kampfwahl beim VCS: Trede oder Allemann?

Die grüne Nationalrätin Aline Trede möchte an die Spitze des Verkehrsclubs der Schweiz und dort ihre grüne Parteikollegin Franziska Teuscher beerben. Damit kommt es zur Kampfwahl innerhalb des linken Lagers: Auch SP-Nationalrätin Evi Allemann will VCS-Präsidentin werden.

Aline Trede war bis vor kurzem eine der Vize-Präsidentinnen der Grünen Partei. Beim Verkehrsclub der Schweiz (VCS) hat sie bereits Kampganen geleitet. Nun möchte die 29Jährige Präsidentin des VCS werden.

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Bildlegende: Die grüne Aline Trede rückt für Franziska Teuscher in den Nationalrat nach – und möchte VCS-Präsidentin werden. Keystone

Sie kenne den VCS sehr gut, sagt Trede zu ihrer Motivation, wieso sie für das Amt kandidiert. In nächster Zeit stünden wichtige Verkehrsthemen zur Entscheidung an. So etwa die VCS-Initiative oder die Forderung nach einer zweiten Gotthard-Strassenröhre. Als Präsidentin wolle sie sich dafür einsetzen, diese Themen «zusammen mit dem VCS in die richtige Richtung» zu bringen, so Trede gegenüber Radio SRF.

Aline Trede ist Mutter eines halbjährigen Kindes und rückt im Frühling für Franziska Teuscher in den Nationalrat nach. Sie sieht das VCS-Präsidium – es ist mit 40 bis 60 Stellenprozenten veranschlagt – als ideale Ergänzung zum Nationalratsmandat.

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Bildlegende: SP-Nationalrätin Evi Allemann. Keystone

Auch Evi Allemann möchte das Amt

Doch das sieht auch Evi Allemann so. Die Berner SP-Nationalrätin möchte ebenfalls VCS-Präsidentin werden. Ihre Kandidatur hatte sie am vergangenen Wochenende angekündigt. Die 34Jährige ist bereits im Zentralvorstand des Verbandes und als Mitglied der nationalrätlichen Verkehrskommission gut vernetzt.

Gegenüber SRF betont sie denn auch, sie habe mit ihrer politischen Tätigkeit in den vergangenen acht Jahren «ein breites Netzwerk» aufgebaut.» Sie sei deshalb bereits in die Thematik eingearbeitet und «parat».

Wie sieht sie die Ambitionen der Grünen Partei, das Präsidium im VCS mit Aline Trede zu verteidigen? Der Verkehrsclub sei kein Parteiorgan, betont Allemann – weder von der SP noch von den Grünen. Dort werde einzig engagiert Verkehrspolitik gemacht.

Grüne Partei hofft auf Präsidium

Die Grüne Partei ihrerseits hält nicht hinter dem Berg, dass für sie das VCS-Präsidium zentral ist. «Für uns ist es sehr wichtig, an der Spitze des Verbandes dabei zu sein», gibt Generalsekretärin Miriam Behrens unumwunden zu. So könne die Grüne Partei die Synergien mit dem VCS für die nationale Politik nutzen.

Den Delegierten des Verkehrsclubs wird die Entscheidung – sie wird im April gefällt – nicht leicht gemacht. Zwei junge Bernerinnen stellen sich zur Wahl, die sich inhaltlich kaum unterscheiden. Lediglich politisch sind sie unterschiedlich beheimatet.

(snep)