Keine Bilder aus Operationssälen mehr im Netz

Mit einem amputierten Bein in der Hand auf Facebook posieren oder auf Whatsapp Faxen in blutverschmierten Operationskleidern machen: Immer wieder sorgen Schweizer Ärzte für Aufregung, weil sie in den Sozialen Medien Sorgfalts- und Anstandsregeln verletzen. Nun reagiert die Ärztevereinigung FMH.

Eine Person mit OP-Kleidung macht ein Handyfoto eines Säuglings mit Atemschläuchen in einem Spital. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: WhatsApp, Facebook, Instagram: Patientenbilder haben auf diesen Plattformen nichts zu suchen. Reuters

Der Vertraulichkeit von Patientendaten und dem Arztgeheimnis muss auch in den Sozialen Medien höchste Bedeutung zukommen. Dasselbe gilt auch für den respektvollen Umgang mit Patienten und Berufskollegen. So steht es in den fünfseitigen Richtlinien, welche die Ärztevereinigung FMH heute veröffentlicht.

Besondere Vorsicht sollten Ärzte bei Fotos und Videoaufnahmen walten lassen, wie Urs Stoffel, Chirurg und Mitglied im Zentralvorstand der FMH, sagt: «Ganz wichtig ist es, dass man nicht mit dem persönlichen Handy Fotos von Patienten oder von Befunden macht und diese vermischt werden mit privaten Bildern.»

Patienten nicht als Facebook-Freunde annehmen

Privates und Geschäftliches gehörten nicht auf ein Gerät. «Daran sollte man sich ganz klar halten», sagt Stoffel. Er schlägt vor, «dass man vielleicht ein Praxishandy hat, damit diese beiden Ebenen wirklich getrennt sind». So könnten Ärzte schon von vorneherein verhindern, dass medizinische Bilder am falschen Ort landen.

Zu einer professionellen Haltung gehöre es auch, dass Ärzte Freundschaftsanfragen von Patienten auf ihrem privaten Facebook-Account möglichst zurückweisen. Ausserdem sollten vertrauliche medizinische Daten laut den Richtlinien nur über sichere Verbindungen und über verschlüsselte Dokumente ausgetauscht werden.