Keine erleichterte Einreise mehr für Syrer

Knapp drei Monate durften Syrerinnen und Syrer in der Schweiz ihre Angehörigen ohne grosse Hürden in die Schweiz holen – wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat. Nun hat Justizministerin Sommaruga diese Erleichterung wieder abgeschafft.

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Schluss mit erleichterten Visa für Syrer

1:26 min, aus Tagesschau vom 29.11.2013

719 Syrerinnen und Syrer sind seit September in die Schweiz gereist – dank eines erleichterten Visums. Mehr als die Hälfte von ihnen hat hier im Land inzwischen ein Asylgesuch gestellt. Zusätzlich zu den über 700 Menschen haben mehrere Hundert weitere Syrerinnen und Syrer bereits ein Visum erhalten, sind aber noch nicht eingereist.

Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, die Erleichterungen wieder abzuschaffen, sagt Bundesrätin Simonetta Sommaruga: «Wir können heute davon ausgehen, dass die Menschen, die in Not waren und Familienangehörige in der Schweiz haben, in dieser Zeit von dieser Massnahme Gebrauch gemacht haben. Die Massnahme war von Anfang an eine vorübergehende.»

Grosser Ansturm

Grund für den Stopp dieser humanitären Aktion ist aber auch der grosse Ansturm auf die Visa: 5000 Gesuche sind noch hängig. Sie werden trotz des Stopps noch behandelt.

Die Schweiz hatte vor wenigen Wochen erst die Bedingungen für die Visa verschärft: Angehörige in der Schweiz mussten neu nachweisen, dass sie für die Neuankömmlinge in den ersten 90 Tagen sorgen können. Jetzt stoppt Bundesrätin Sommaruga die humanitäre Aktion vollständig. In einer ersten Reaktion bedauert die Schweizerische Flüchtlingshilfe den Entscheid.