Kinder im Spital suchen Halt und Orientierung

Kranke Kinder im Spital. Eine absolute Ausnahmesituation, gerade für Heranwachsende. Wie kann es dennoch gelingen, dass die kleinen Patienten sich unter diesen Umständen wohl fühlen? Eine neue Studie zeigt: Es kommt dabei vor allem auf Aspekte an, die nichts mir der Medizin zu tun haben.

Ein Kind mit Mutter bei einer Untersuchung Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kinder im Spital benötigen Orientierung und viel Zeit, in der man sich um sie kümmert. Keystone

Ja, einem Kind könne durchaus wohl sein im Spital, sagt Studienleiterin Andrea Abraham vom Institut Dialog Ethik in Zürich. Sie nennt zwei Beispiele: «Ein Mädchen, das nach einer anstrengenden Therapie mit einem Arzt ein Eis gehen konnte. Ein Junge, der sich gewünscht hat, dass man mit ihm in die Natur geht und ein Feuer macht, damit er eine Wurst bräteln kann. Unspektakuläre, normale Dinge», die sich die kleinen Patientinnen und Patienten wünschen.

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Kind und Spital

Die Organisation Kind und Spital setzt sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Gesundheitswesen ein. Ziel sei es, die Aufenthaltsbedingungen im Spital so zu verbessern, dass sie den physischen und psychischen Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Familien gerecht werden, heisst es auf der Internetseite.

Orientierung bieten

Und: Sie möchten möglichst miteinbezogen werden. Denn die Kinder, die Andrea Abraham befragte, wussten ganz genau, wann sie sich schlecht und hilflos fühlten: «Wenn sie nicht angehört werden, wenn sie nicht ernst genommen werden, wenn man nicht freundlich ist mit ihnen, wenn sie nicht wissen was passiert. Also, wenn sie die Orientierung verlieren oder keine Orientierung erhalten».

Die Zeit spielt eine grosse Rolle

Zentral für das Kindswohl im Spital: die Zeit. Kinder stresst es ebenfalls, wenn Ärztinnen und Ärzte oder das Pflegepersonal gestresst sind. Zeit und ein offenes Ohr haben, sind darum wichtig.

Allerdings steht das Spitalpersonal häufig unter grossem Zeitdruck. Marlis Pfändler, Pflegeexpertin am Kinderspital Zürich, weiss das: «Der Alltag, der hektische Alltag, die Notfälle. Das bedingt manchmal, dass es nicht immer möglich ist, alle Bedürfnisse zu erfassen, zu merken. Ich denke wir lernen mit den Kindern, mit den Eltern uns zu verbessern um die Abläufe besser zu machen, um die Kinder und Jugendlichen besser wahrzunehmen.»

«Normalität und das gewohnte Leben»

Entscheidend für die kranken Kinder sind also eher soziale Faktoren, und nicht medizinische. Studienleiterin Abraham: «Mit diesen nicht-medizinischen Aspekten meinen wir eigentlich so etwas wie Normalität und das gewohnte Leben. Trotz dieser Zäsur die ein Spitalaufenthalt darstellen kann, für das Kind und seine Familie.»

Und zu dieser Normalität gehöre auch das Essen. Das Kulinarische wurde zwar nicht untersucht, spielt aber für das Kindswohl im Spital sicher eine wichtige Rolle. Etwa ein Glace oder eine gebrätelte Wurst.